Das Märstetter Gewerbe zeigt, was es zu bieten hat

Am Freitag und Samstag findet erstmals das «Offene Märstetter Gewerbe», kurz OMG, statt. Fast 40 Firmen beteiligen sich an der Gewerbeausstellung, die sich über das ganze Dorf erstreckt.

Mario Testa
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Urban Bernhardsgrütter, Präsident des Gewerbevereins Märstetten, lädt Besucher seiner Holzbaufirma auf eine Fahrt mit der Hebebühne ein.

Urban Bernhardsgrütter, Präsident des Gewerbevereins Märstetten, lädt Besucher seiner Holzbaufirma auf eine Fahrt mit der Hebebühne ein.

Bild: Reto Martin
(Märstetten, 28. August 2020)

«Feini Crèpes!» schreien zwei Buben lautstark dem Velofahrer an der Bahnhofstrasse in Märstetten zu. Die Crèpes gibt es dort, wo sonst der Duft von Motorenöl dominiert, in der AF Garage. Die Garage ist einer von fast 40 Betrieben, det sich für das «Offene Märstetter Gewerbe», kurz OMG, herausgeputzt hat und seine Tore öffnet.

Inhaber Andreas Fässler hat noch einen anderen Betrieb ins Boot geholt, die Webdesigner von der Nuun GmbH. «Wenn jeder für sich ein Standort hat, sind es zu viele Stationen für die Gäste. Gemeinsam geht’s besser», sagt Geschäftsführer Sam Müller.

«Ich finde den Anlass toll. Aber natürlich hoffen wir noch auf etwas mehr Besucher.»

Von den feinen Crèpes sind am Freitagmittag noch nicht viele über den Tresen gegangen, der Besucheransturm lässt noch auf sich warten.

Besucher bedrucken selber ein T-Shirt

Etwas besser sieht es da bei der FMS Druck AG aus. «Stägeli uf, Stägeli ab – juhee!» heisst es dort für die Besucher auf dem Rundgang durchs Firmengebäude. Im letzten Raum kann man sich aktiv betätigen. Unter Anleitung von Siebdrucker Horst Görn dürfen die Besucher ein T-Shirt bedrucken.

Horst Görn erklärt Besucherin Madeleine Friedrich bei der FMS Druck AG, wie sie im Siebdruckverfahren ein T-Shirt bedrucken kann.

Horst Görn erklärt Besucherin Madeleine Friedrich bei der FMS Druck AG, wie sie im Siebdruckverfahren ein T-Shirt bedrucken kann.

Bild: Reto Martin

«Jetzt etwas Farbe aufs Sieb ziehen. Gut so. Und nun mit Druck noch zweimal drüber», erklärt er Madeleine Friedrich, die es ausprobiert und eine Minute später ihr frisch gedrucktes T-Shirt in den Händen hält.

Susanne Vaccari-Ruch, Gemeindepräsidentin von Märstetten.

Susanne Vaccari-Ruch, Gemeindepräsidentin von Märstetten.

Bild: Mario Testa

Auch Gemeindepräsidentin Susanne Vaccari-Ruch schlendert durchs Dorf von Station zu Station. Sie freut sich über das grosse Engagement der Gewerbetreibenden.

«Corona hätte uns jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen können. Alle haben sich Mühe gegeben und es freut mich, dass sie sich nun zeigen können.»

Im Dorfzentrum können die Passanten bei Franziska Keller und ihrem Team des Blumenladens selber kranzen, sich bei der evangelischen Kirche in einer Rikscha kutschieren lassen oder bei den Raumgestaltern der Lendenmann GmbH an einem Wettbewerb mit dem «heissen Draht» teilnehmen. Wettbewerbe gibt es fast überall, einen grossen, organisiert vom Gewerbeverein, und viele kleine, welche die einzelnen Betriebe auf die Beine gestellt haben. Auch Musik gibt es, wie beispielsweise im Restaurant Station 31.

Musik, Getränke und Käseschnitten gibt es für die Gäste in der «Station 31».

Musik, Getränke und Käseschnitten gibt es für die Gäste in der «Station 31».

Bild: Mario Testa

Echte Betriebe statt nur Kulisse

Gewerbevereins-Präsident Urban Bernhardsgrütter ist sehr zufrieden mit dem Engagement, das all die beteiligten Betriebe an den Tag legen. «Wir haben uns am Morgen um 9 Uhr noch zum Apéro getroffen und sind dann mit viel Elan in diese zwei Tage gestartet», sagt der Ideengeber für das erste OMG.

«Wir haben sonst alle vier Jahre eine Gewerbeausstellung in der Mehrzweckhalle. Da habe ich gemerkt, dass viele Leute die Betriebe hinter der kleinen Kulisse, die man da zeigen kann, gar nicht kennen.»

ährend zwei Tagen könnten die Besucher nun mal sehr direkt erfahren, was alles in Märstetten geschafft wird. «Wir haben viele Betriebe mit grossem Knowhow und vielen Angestellten. Oft geht vergessen, dass es das alles in unserem Dorf gibt.»

Roland und Silvia Kappeler aus Frauenfeld nützen den Anlass, um ihrem Enkel bei seiner Lehre mal über die Schultern schauen zu können.

Roland und Silvia Kappeler aus Frauenfeld nützen den Anlass, um ihrem Enkel bei seiner Lehre mal über die Schultern schauen zu können.

Bild: Reto Martin

«Endlich ist mal wieder etwas los»

Die Vorfreude auf den Anlass sei in der Bevölkerung gross gewesen, sagt Urban Bernhardsgrüter. «Es gab ein paar wenige, die sich fragten, ob der Anlass denn trotz Corona möglich sei. Aber die Gemeinde hat uns mit den Bewilligungen gut unterstützt. Und die meisten Besucher freuen sich darüber, dass endlich mal wieder was läuft.» Das OMG findet auch am Samstag, 29. August, zwischen 10 und 19 Uhr statt.

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