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Das Lager für historische Bauteile in Schönenberg erweist sich als Fundgrube

Die Denkmal Stiftung Thurgau gewährte am Wochenende einen Einblick in ihr Lager für historisches Baumaterial. Die Besucher bekamen an den beiden Tagen der offenen Tür einen Eindruck von der Vielfalt der gesammelten Objekte.
Ramona Riedener
Urs Neuhauser, stellvertretender Betriebsleiter, gibt einem Besucher Auskunft. (Bild: Ramona Riedener)

Urs Neuhauser, stellvertretender Betriebsleiter, gibt einem Besucher Auskunft. (Bild: Ramona Riedener)


«Wenn ich das gewusst hätte…», bekommt Urs Neuhauser sehr oft zu hören. Seit vier Jahren ist der gelernte Zimmermann stellvertretender Betriebsleiter des Lagers für historisches Baumaterial. An den Tagen der offenen Tür sollte die Bevölkerung auf das Lager aufmerksam gemacht werden.

In zwei grossen Scheunen an der Neukircherstrasse lagern alte Bauteile, die bei Abbrüchen gerettet wurden und nach fach- männischer Aufbereitung auf eine neue Chance warten. Was es hinter den Toren zu sehen und allenfalls zu erwerben gibt, lässt nicht nur das Trödlerherz höher schlagen.

Zentrales Lager erleichtert den Überblick

Neben typischen Baumaterialien wie antike Holzbretter, Ton- und Pflastersteine, Dachziegel, Fensterbeschläge, Ablaufrinnen, Parkettböden und Holzdecken findet man auch einzigartige Zimmer- und Haustüren aus Nuss-, Kirschen- oder Eichenholz.

Das Kerngeschäft der Stiftung besteht darin, Baumaterial ab einem gewissen Alter vor dem Verschwinden zu retten, von Spezialisten aufbereiten zu lassen und an einem geeigneten Ort wieder einzusetzen. Damit nicht mehrere solcher Lager geführt werden und der Überblick über das vorhandene Material erschwert wird, hat die Denkmal Stiftung Thurgau vor 14 Jahren das Lager in Schönenberg ins Leben gerufen. Durch den Verkaufserlös finanziert sich die Stiftung inzwischen selber.

Auch Junge bevorzugen den Originalzustand

Gnadenlos abgerissen oder verunstaltet wurden eine Zeit lang die aus der Mode gekommenen, renovationsbedürftigen Häuser. Was einst entsorgt und verbrannt wurde oder beim Alteisenhändler landete, hat heute wieder einen besonderen Wert. Urs Neuhauser hat die Erfahrung gemacht, dass gerade junge Leute ihre Altbauwohnungen und Gebäude wieder in den Originalzustand versetzen wollen.

Für den Rundgang durch das Lager braucht man Zeit. Antike Schränke, Büffets und Tische stechen ins Auge. Ebenso die Fensterläden, Lampen und Kachelöfen. Anderes ist erklärungsbedürftig. «Das dort sind alles Dachziegel», erklärt Neuhauser und zeigt auf einen grossen Stapel. Da für einen Quadratmeter Dach 40 Ziegel erforderlich sind, sei dieser Vorrat recht schnell aufgebraucht, relativiert er.

Sinnvolle neue Verwendung hat Priorität

Sinnvolle Verwendung hat Priorität Privatpersonen, aber häufig auch die Denkmalpflege, melden der Stiftung, wenn irgendwo ein Gebäude angebrochen werden soll. Die Mitarbeiter bauen dann alles Schützenswerte ab und transportieren es nach Schönenberg.

Auf diese Weise finden neben grossen Bauteilen auch Nägel, Laternen, Schlüssel, Kleiderhaken, Schuhabstreifer und Schilder den Weg ins Lager an der Neukircherstrasse. Besonders wertvolle Stücke werden nicht an den erstbesten Interessenten verkauft. Die Stiftung oder die Denkmalpflege achten darauf, dass die vor der Zerstörung geretteten Bau- teile einer sinnvollen neuen Verwendung zugeführt werden.

Eine Arbeit für Spezialisten

Alte Bauteile aufzubereiten, so dass sie wieder verwendet werden können, ist eine Tätigkeit für Spezialisten. Zu ihnen gehört Eveline Kesseli, die sich an den Tagen der offenen Tür über die Schulter blicken liess. Nach der Lehre und den traditionellen vier Wanderjahren als Schmiedin eröffnete sie eine eigene Werkstatt. Sie hat sich darauf spezialisiert, Metall zu gestalten. Kesselis Werkstoff, meist Stahl, kommt in unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz: bei Toren, Geländern, Treppen und Zäunen, aber auch bei dekorativen Accessoires, Gebrauchsobjekten und Grabmalen. Kesselis «Königsdiszplin» ist das Restaurieren denkmalgeschützter Objekte. Analytisches Vorgehen, handwerkliches Können und Kenntnisse in Stilkunde sind Vorausssetzungen für diese Arbeit. (rar)

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