Interview

Das Kribbeln im Bauch vor dem Wahltag - Vier Gemeindepräsidenten im Interview

Am Sonntag stellen sich vier Gemeindepräsidenten aus dem Bezirk Kreuzlingen ihrer Wiederwahl. Sie können ihrer Bestätigung im Amt gelassen entgegen schauen. Doch für die nächste Legislatur haben sie sich Ziele gesteckt.

Urs Brüschweiler
Drucken
Teilen
Die Gemeindepräsidenten: Urs Rutishauser (51, Güttingen), Walter Marty (56, Kemmental), Hans Feuz (50, Altnau) und Ciril Schmidiger (42, Lengwil). (Bilder: diverse)

Die Gemeindepräsidenten: Urs Rutishauser (51, Güttingen), Walter Marty (56, Kemmental), Hans Feuz (50, Altnau) und Ciril Schmidiger (42, Lengwil). (Bilder: diverse)

Der 25. November ist Wahltag an vielen Orten. Die Gemeindepräsidenten Urs Rutishauser (51, Güttingen), Walter Marty (56, Kemmental), Hans Feuz (50, Altnau) und Ciril Schmidiger (42, Lengwil) stehen jedoch nicht im grossen Rampenlicht, sie haben nämlich keine Gegenkandidaten.

Mit welchen Gefühlen sehen Sie der Gesamterneuerungswahl entgegen?

Urs Rutishauser: Mit einem sehr guten, entspannten Gefühl. Meiner Ansicht nach stellen sich zwei sehr fähige Kandidaten für die frei werdenden Gemeinderatssitze zu Verfügung. Es würde mich sehr freuen mit diesem Gespann die nächste Legislatur zu bestreiten.

Walter Marty: Die Gesamterneuerungswahlen sind für mich immer wieder mit Spannung versetzt. Auch wenn kein Gegenkandidat vorhanden ist, man weiss es nie.

Hans Feuz: Bei dieser Wahl geben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ihre Meinung über meine Arbeit als Gemeindepräsident ab. Da hoffe ich natürlich auf eine wohlwollende Beurteilung.

Ciril Schmidiger: Grundsätzlich mit einem guten, hoffnungsvollen Gefühl. Ein gesundes Kribbeln in der Magengegend ist aber natürlich vorhanden, ich bin schon gespannt auf das Wahlergebnis. Bei Behördenmitgliedern wird schliesslich alle vier Jahre abgerechnet.

Was wäre für Sie persönlich ein gutes Wahlergebnis?

Urs Rutishauser: Bei meiner ersten Bestätigungswahl, vor 3 Jahren, haben mich 85 Prozent der Güttinger gewählt. Wenn es wieder in diesem Rahmen ist, wäre dies für mich ein sehr gutes Wahlergebnis und die Bestätigung, dass eine grosse Mehrheit der Bevölkerung mit meinem Schaffen zufrieden ist.

Walter Marty: Wenn wir im Gemeinderat etwa alle gleich gut abschneiden.

Hans Feuz: Das sollen andere am Wahltag nach Bekanntgabe des Resultats bewerten.

Ciril Schmidiger: Ich freue mich über jede einzelne Stimme von den Lengwilern.

Welche Themen werden Sie in der kommenden Legislatur am meisten bewegen?

Urs Rutishauser: Sicher die Zentrumsüberbauung beim alten Schulhaus mit dem Neubau des Gemeindehauses. Güttingen wird in den nächsten vier Jahren um circa 20 Prozent wachsen. Diese Neuzuzüger sollen sich in Güttingen wohl fühlen und es gilt diese in das Vereins- und Gemeindeleben einzubinden. Die Kommission für familienergänzende Betreuungsaufgaben arbeitet intensiv an den Vorbereitungen für das Pilotprojekt KiSee (Kinder, Senioren, See), einem Begegnungsort für Jung und Alt, das umgesetzt werden soll.

Walter Marty: Es warten einige Herausforderungen auf uns, da wären zum Beispiel die Ortsplanung, der Ausbau unserer Versorgung und die Zukunft unseres Werkhofs.

Hans Feuz: Die Ortsplanungsrevision, die Entwicklung des Gasthaus Krone, die Sicherung und der Ausbau ausserfamiliärer Kinderbetreuung, die Brauchwasserversorgung, der Hochwasserschutz, der Anschluss der Oberlandstrasse und mehr. Die Aufgaben werden dem Gemeinderat sicher nicht ausgehen.

Ciril Schmidiger: Der Werterhaltung der verschiedenen Gemeindewerke, aber auch ganz allgemein der Infrastruktur, muss ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Gerne möchte ich mit den anderen Behörden, die in unserer Gemeinde tätig sind und sich in den letzten Jahren personell teils stark verändert haben, die vertrauensvolle Zusammenarbeit weiter stärken.

Haben Sie sich persönlich etwas vorgenommen, was Sie in der nächsten Amtszeit anders oder besser machen möchten?

Urs Rutishauser: Ich möchte noch vermehrt den Dialog mit der Bevölkerung suchen; Polittalks und oder Workshops zu den wichtigen Themen durchführen.

Walter Marty: Es ist immer mein Bestreben für die Bevölkerung da zu sein und mit unserem Team für sie das Beste zu geben.

Hans Feuz: Da ist sehr vieles. So lange kann dieses Interview gar nicht dauern.

Ciril Schmidiger: In den vergangenen gut drei Jahren habe ich sehr viel lernen dürfen. Insbesondere, dass man unangenehmere Themen nicht vor sich herschieben sollte. Es wird nie besser. In diesem Bereich möchte ich noch etwas zulegen.