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«Das Kreuzlinger Zentrum muss funktionieren»: Gewerbe hat neue Pläne

Der Gewerbeverband verabschiedet sich vom runden Tisch für den Boulevard. Gleichzeitig präsentiert der Vorstand aber auch ein neues Konzept für die Einkaufsstrasse im Stadtzentrum. Und er will die Geschäfte im Zentrum unter einer neuen Marke vereinen.
Urs Brüschweiler
Patrick Soller, Roger Cotting, Andreas Haueter, Urban Ruckstuhl, Alf Bischoff, Werner Meister und Silvia Cornel von Gewerbe Kreuzlingen wollen nicht tatenlos zuschauen. (Bild: Andrea Stalder)

Patrick Soller, Roger Cotting, Andreas Haueter, Urban Ruckstuhl, Alf Bischoff, Werner Meister und Silvia Cornel von Gewerbe Kreuzlingen wollen nicht tatenlos zuschauen. (Bild: Andrea Stalder)

Dienstag, 10.30 Uhr, Helvetiaplatz: Der Vorstand des Gewerbevereins Kreuzlingen informiert die Medien an der Pforte zum Boulevard über seine Ideen und Konzepte für die Zukunft der viel diskutierten Strasse. Prompt hält ein Radfahrer an der seit Montag wieder montierten Tafel, welche die Einfahrt in den Boulevard verbietet: «Die haben doch einen Vogel!» Er möchte sein Unverständnis über das aktuelle Hin und Her beim Verkehrsregime diskutieren. «Es gibt nur einen Schildbürger», antwortet ihm Werner Meister spontan. Gemeint ist Jost Rüegg, der mit Einsprachen durch das Initiativkomitee für einen autofreien Boulevard dafür gesorgt hat, dass die Tafeln nun eben wieder stehen.

Die Gespräche sind nicht mehr zielführend

Dass sich der Gewerbeverein und das Initiativkomitee längst nicht mehr grün sind, zeigt sich in der Ankündigung von Gewerbepräsident Andreas Haueter. «Wir haben am runden Tisch mitgearbeitet und zu Kompromissen Hand geboten.» An diese Abmachungen hätte man sich auch stets gehalten. Nun habe eine Seite dieses runden Tisches selbstständig die Initiative ergriffen und die gemeinsamen Abkommen torpediert. «Wir sind darum nicht mehr bereit, weiterhin an solchen Gesprächen teilzunehmen.» Gewerbe Kreuzlingen wird sich künftig also nicht mehr an den runden Tisch setzen. Man erachtet ihn als «nicht zielführend».

Positiv denken und nach vorne schauen

Doch den Kopf in den Sand stecken will der Gewerbeverband nicht. Eine positive Botschaft wollen sie vermitteln. In der Tat präsentiert Roger Cotting, seines Zeichens Ehrenpräsident des Gewerbevereins, anschliessend ein neues Konzept für den Boulevard. Auf zwei Säulen basiert der Input des Gewerbeverbandes: eine Veränderung des Strassenbildes und ein gemeinsamer Auftritt aller anliegenden Geschäfte. «Die optisch gerade Linie der Hauptstrasse muss durchbrochen werden», erklärt Roger Cotting. Er zeigt Bildmontagen mit Blumenkübeln, bunten Symbolen und Markierungen auf der Fahrbahn und einer verbesserten Signalisation des Vortrittsrechts bei den Seitenstrassen. Auch Kunstwerke wären eine willkommene Bereicherung. So wolle man ohne zusätzliche Verkehrstafeln und Zufahrtsbeschränkungen erreichen, dass der Boulevard von Transitfahrern längerfristig gemieden wird.

Das neue Logo zum gemeinsamen Auftritt der 80 Betriebe am Boulevard. (Bild: PD)

Das neue Logo zum gemeinsamen Auftritt der 80 Betriebe am Boulevard. (Bild: PD)

Zudem will der Gewerbeverband aus dem Boulevard eine Marke machen. Roger Cotting hat ein Logo kreiert, welches der Identifikation dient und bei Veranstaltungen verwendet werden soll. «80 Geschäfte gibt es hier, das muss man den Leuten erzählen.» Eine Homepage soll die Betriebe verbinden und für gemeinsame Aktionen werben.

Ideen für nach der Versuchsphase

Der Gewerbeverband hält fest, dass er zur Ausgestaltung der Strasse lediglich Inputs liefern könne. Zuständig sei die Stadt. Der Vorstand geht auch davon aus, dass das aktuelle Verkehrsregime noch bis ins Frühjahr aufrechterhalten werden muss. Man plane jetzt für die Zeit danach.

Gastronom gründet IG Boulevard

Dass man es am Boulevard nicht allen recht machen kann, hat auch Fabrizio Ribezzi erkannt. Der Gastronom («Blue», «Bären», «Sorriso» und «Alti Badi») hatte sich kürzlich mittels Leserbrief in die Diskussion eingeschaltet. Er hat die Interessengemeinschaft Boulevard gegründet und möchte diese nutzen, um möglichst viele Ideen, Gedanken und Meinungen von direkt Betroffenen zu sammeln. «Ich biete in erster Linie eine Anlaufstelle für alle, die sich äussern wollen. Alle sollen die Chance haben, ihren Senf dazu geben zu können, oder sonst sollen sie dann auch mal schweigen.»

Fabrizio RibezziGastronom und Gründer IG Boulevard (Bild: Andrea Stalder)

Fabrizio Ribezzi
Gastronom und Gründer IG Boulevard (Bild: Andrea Stalder)

Die Strasse organisiert sich selber

Er habe in den vielen Jahren, in denen er schon am Boulevard geschäfte, schon manches Mal und bei verschiedenen Themen vermisst, dass die Betroffenen nach ihrer Meinung gefragt wurden. Persönlich findet er, dass man nicht auf Biegen und Brechen eine perfekte Lösung finden solle. «Vieles regelt sich von selber, wenn man es nur zulässt.» Die Leute liefen oder führen dorthin, wo sie wollen und dorthin, wo es eben attraktiv sei. Anwohner, Detaillisten, Geschäfte, Gastronomen am oder um den Boulevard fordert Ribezzi auf, sich jetzt zu melden. Einige Rückmeldungen hätte er bereits erhalten. «Nach den Ferien sitzen wir zusammen und diskutieren.» Sein Ziel ist es, dem runden Tisch oder direkt dem Stadtrat ein Portfolio verschiedener Ansätze abgeben zu können. Und dies, ohne eine teure, auswärtige Firma engagiert zu haben.

Interessierte sollen sich melden unter info@ig-boulevard.ch.

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