Das Kreuzlinger Centro Italiano sucht dringend einen neuen Pächter

Die italienische Gemeinschaft bangt um die Zukunft ihres Lokals.

Martina Eggenberger
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Die Bocciabahn im Gebäude wird heute kaum mehr genutzt. Der Saal kann für Events genutzt werden. (Bild: Donato Caspari - 2017)

Die Bocciabahn im Gebäude wird heute kaum mehr genutzt. Der Saal kann für Events genutzt werden. (Bild: Donato Caspari - 2017)

Die AS Calcio hat sich zurückgezogen, der Bocciaclub existiert nicht mehr und der langjährige Wirt ist gesundheitlich angeschlagen: Das Centro Italiano hat definitiv schon rosigere Aussichten gehabt.

Vielleicht wendet sich aber alles zum Guten. Darauf hoffen die beiden noch beteiligten Vereine Club Ciclistico und Circolo Culturale Realtà Nuova sehr. Mit ihnen auch das Pächterpaar Giuseppe und Oriana Scarascia. Sie sagt: 

«Es wäre schön, wenn es so weitergehen könnte.»

Ihr Mann hat das Centro vor 24 Jahren übernommen. Schritt für Schritt hat es die Familie zum öffentlichen Restaurant ausgebaut und viel Freude und Energie in das beliebte Lokal gesteckt. «Heute sind 80 Prozent meiner Gäste Schweizer», sagt Oriana Scarascia. 

Ein gesundheitlicher Schicksalsschlag hat das Paar nun dazu gezwungen, nicht erst wie angedacht im kommenden Sommer aufzuhören, sondern so schnell wie möglich.

«Für uns ist der Moment gekommen, die Notbremse zu ziehen.»

Saal verlangt nach einem Konzept

Centro-Co-Präsident Franco Bucca ist deshalb mit der Aufgabe betraut worden, einen neuen Pächter für das Lokal zu suchen. Die Ausschreibung läuft. Es hat auch schon Interessenten gegeben. Zustande gekommen ist aber bislang nichts.

«Wir suchen jemanden mit Affinität zu Italien, Wirtepatent und viel Selbstinitiative.»

Der Dachverband bevorzuge einen Pächter, der auch gewisse finanzielle Mittel mitbringe. Mit der Bocciahalle, die zum Eventraum umgebaut werden könne, verfüge das Centro über einigen Gestaltungsspielraum, verweist der Co-Präsident auf die Möglichkeiten der Lokalität.

Oriana Scarascia betont, es sei wichtig, dass der künftige Pächter ein Konzept mitbringe. «Das Centro ist richtig gross. Nirgendwo in der Stadt gibt es einen servierten Saal in dieser Grösse. Das bedeutet einerseits gute Voraussetzungen, andererseits aber auch einiges an Arbeit.» Von Generalversammlungen, Ausstellungen bis hin zur Party könne man im Saal alles organisieren. Der Zins sei ausserdem bezahlbar, weil die Vereine als Besitzer mit dem Lokal kein Geschäft machen wollen.

Die Aussenbocciabahn sollte mit Geldern der Stadt überdacht werden. (Bild: Donato Caspari - 2017)

Die Aussenbocciabahn sollte mit Geldern der Stadt überdacht werden. (Bild: Donato Caspari - 2017)

Der Baurechtsvertrag von 2017 liegt auf Eis

Vor zwei Jahren hat der Kreuzlinger Gemeinderat bekanntlich einen neuen Baurechtsvertrag für das Centro und einen Kredit von 75'000 Franken zum Bau einer Überdachung der Aussenbocciaanlage genehmigt. Die Umbaupläne wurden allerdings auf Eis gelegt. Franco Bucca erklärt, das hänge damit zusammen, dass die AS Calcio – und damit der grösste Partner – nicht wie angedacht den Betrieb übernehmen wollte.

Fussballclub konzentriert sich auf Kerngeschäft

Marcus Meloni, der Präsident des Fussballclubs, begründet: «Wir möchten uns auf unser Kernthema, den Fussball, konzentrieren. Wir haben eine riesige Entwicklung hinter uns, bei uns läuft gerade sowieso sehr viel.» Es sei der AS Calcio deshalb nicht möglich, den Dachverband zu tragen und das Centro «wirtschaftlich abbildbar» zu betreiben.

Stadtpräsident Thomas Niederberger ist mit den Centro-Verantwortlichen in engem Kontakt. Er betont, dass der 2017 bewilligte neue Baurechtsvertrag mit dem damaligen Umbauprojekt verbunden und darum nicht in Kraft gesetzt worden sei. Der alte Vertrag läuft 2025 aus. «Das Centro muss nun intern das Fundament für seine Zukunft legen. Wir sind bereit, einen neuen Vertrag auszuarbeiten, wenn die Situation geklärt ist.» Die Stadt bekenne sich zum Centro. «Wir hoffen sehr, dass es möglich ist, dieses weiter zu führen.»