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Das Kreuzlinger Altersheim bleibt eine politikfreie Zone

Das Alterszentrum Kreuzlingen verbietet Externen, in seinen Räumen Unterschriften zu sammeln oder zu werben.
Martina Eggenberger-Lenz
Blick ins vor einem Jahr renovierte Restaurant des Alterszentrums. (Bild: Donato Caspari)

Blick ins vor einem Jahr renovierte Restaurant des Alterszentrums. (Bild: Donato Caspari)

Acht Unterschriften für seine «Initiative zur Freihaltung der Festwiese» hat Jost Rüegg im Alterszentrum Kreuzlingen gesammelt. Er hat das Heim besucht, weil seine Schwiegermutter dort wohnt. Gezielt habe er dann vor Ort noch Personen angesprochen, die ihm bekannt waren, erzählt er. Mit der Folge, dass er von einer Mitarbeiterin der Institution darauf angesprochen wurde, dass diese Art der politischen Werbung nicht erlaubt sei.

Jost Rüegg, Initiant (Bild: PD)

Jost Rüegg, Initiant (Bild: PD)

«Ich habe Verständnis für die Reaktion der Mitarbeiterin, zumal es wohl so ausgesehen hat, als ob ich tatsächlich Unterschriften sammeln würde», erklärt Rüegg. Dass es bezüglich solcher Aktionen Einschränkungen im Heim gebe, sei ihm nicht bekannt gewesen.

«Das ist ja kein Gefängnis.»

Richtlinien stehen jetzt schwarz auf weiss

Jost Rüegg kritisiert, dass das Alterszentrum nicht expliziter über seine Richtlinien informiert. «Sonst hätte ich mich natürlich im Vorfeld angemeldet und mein Vorgehen erklärt.» Anna Jäger, die Geschäftsführerin des AZK, betont, man habe schon vor Jahren beschlossen, dass man keine politischen Aktionen im Haus wolle. «Es geht uns um den Schutz unserer Bewohner», erklärt sie.

Der Vorstand der Genossenschaft habe Rüeggs Erscheinen zum Anlass genommen, klare Richtlinien im internen Handbuch zu verschriftlichen, damit alle Mitarbeiter auch entsprechend Bescheid wissen. Das bestätigt Genossenschaftspräsident Urs Haubensak. «Wir wollen bei uns keine Unterschriftensammlungen, egal zu welchem Thema. Und in diesem Zusammenhang mussten wir jüngst auch eine Person auffordern, dies zu unterlassen.»

Haubensak verweist darauf, dass im AZK mittlerweile viele Pflegefälle leben würden. «Das sind vulnerable Personen, die wir nicht belasten wollen.» Im Alterszentrum sei es «immer wieder mal» vorgekommen, dass Externe eine politisch motivierte Aktivität durchführen wollten, erzählt Anna Jäger.

«Zum Beispiel bei den letzten Stadtratswahlen. Da wollte ein Kandidat im Heim Znüni verteilen.»

Auch im «Abendfrieden »ist politisches Werben verboten

Auch das habe man damals abgelehnt. Gleich strikte Regeln gelten im Wohn- und Pflegeheim Abendfrieden. Die dortige Geschäftsleiterin Mirjam Brühwiler meint, es sei ein «No-Go», dass Externe im Heim herumlaufen würden, um politische Propaganda zu machen. «Ich würde diese Fläche gar niemandem zur Verfügung stellen.»

Der «Abendfrieden» sei eine unabhängige und gemeinnützige Institution. Es gehe ihr um den Schutz der Privatsphäre der Bewohner. Anna Jäger sagt: «Ich bin überzeugt, dass unsere Bewohner auch so genug Gelegenheit zu politischer Äusserung haben.»

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