Das Kornhaus in Romanshorn zeigt sein neues Gesicht mit einer golden schimmernden Süd-Fassade

Die Gerüste verschwinden in diesen Tagen und geben den Blick frei auf das neue Wahrzeichen am Hafen. Im Innern ist aber noch einiges zu tun. Vor allem im Erdgeschoss, wo es ein Restaurant mit Festsaal und Ausstellungsflächen gibt.

Markus Schoch
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Die Südfassade ist mit Messing verkleidet. In zwei Jahren hat sie Patina angesetzt und ist bronzefarben.

Die Südfassade ist mit Messing verkleidet. In zwei Jahren hat sie Patina angesetzt und ist bronzefarben.

Bild: Donato Caspari (26.6.2020)

Nach über zweijähriger Bauzeit kehrt schon bald Leben ins ehemalige Massivlagerhaus der SBB ein. Es zeigt bereits sein neues Antlitz, das zumindest von Süden her gesehen ein ganz anderes ist. Die ehemals schmucklose Fassade hat jetzt viele Fenster, und sie glänzt metallen. In aufwendiger Kleinarbeit haben Handwerker Lamellen aus Messing angebracht. «Jedes einzelne Stück ist individuell angepasst», sagt Bauherr und Kornhaus-Geschäftsführer Peter Schnückel.

Peter Schnückel, Bauherr und Geschäftsführer der Kornhaus Romanshorn AG..

Peter Schnückel, Bauherr und Geschäftsführer der Kornhaus Romanshorn AG..

Bild: Reto Martin (16.9.2015)
«Ihre endgültige Patina bekommt die Verkleidung erst in etwa zwei Jahren. Sie ist dann bronzefarben.»

Für Schnückel hätte es auch weniger extravagant sein können. Kanton, Denkmalpflege und Stadt hätten aber darauf bestanden, dass sich die Rückseite des Kornhauses vom übrigen Sandsteingemäuer unterscheiden müsse, und sie hätten sich dann mit dem Kantonsbaumeister und dem Architekten auf diese Lösung geeinigt. Der Preis: rund eine halbe Million Franken.

Tag der offenen Tür im November

Das ehemalige SBB-Lagerhaus bleibt so angeschrieben.

Das ehemalige SBB-Lagerhaus bleibt so angeschrieben.

Bild: Donato Caspari (26.6.2020)

Nächste Woche nimmt die Kornhaus Romanshorn AG die ersten Wohnungen ab. Abgesehen von zwei Ausnahmen werden alle zwölf Lofts im Dachgeschoss und alle 38 Appartements Anfang September bezugsbereit sein. Dann nimmt auch das sogenannte Boardinghouse seinen Betrieb auf. Die sechs fast 50 Quadratmeter grossen Ferienwohnungen auf zwei Etagen und Blick auf die Bucht stehen ab Anfang Oktober zur Verfügung. Das restliche Erdgeschoss mit der Erlebnisgastronomie, dem Festsaal, dem Weindepot der Firma Delinat und den Ausstellungsflächen ist voraussichtlich aber erst Ende November fertig. Dann wird auch die Bevölkerung das neue Kornhaus besichtigen können. «Wir planen drei Tage der offenen Tür», sagt Schnückel.

Die Baustellenabschrankung ist versprayt.

Die Baustellenabschrankung ist versprayt.

Bild: Donato Caspari (26.6.2020)

Angst vor Sprayern

Kornhaus Romanshorn AG engagiert Wachdienst

Peter Schnückel ist sehr besorgt. Am letzten Samstag erwischte er um etwa 22.30 Uhr auf der Bunkerwiese ein Paar, das die Hafenmauer besprayte. Er stellte die beiden zur Rede, rief die Polizei und hatte sogar Zeugen an der Hand. Nur: Die Polizei liess sich viel Zeit. Als sie nach eineinhalb Stunden und drei Telefonaten endlich eintraf, waren die Täter längst weg. «Ich konnte sie nicht festbinden», sagt Schnückel. Der Baustellenzaun ist bereits voller Graffitis. Er kommt bald weg. «Was dann?», fragt sich Schnückel. Weil er auf keine fremde Hilfe zum Schutz des Kulturdenkmals zählen könne, habe er einen eigenen Wachdienst engagiert. (mso)

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