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Das Kesswiler Generationenhaus kommt nicht

Die Rechnung für die angedachten Alterswohnungen im Dorfzentrum geht nicht auf.
Markus Schoch
So sahen die Pläne für den Neubau aus. (Bild: PD)

So sahen die Pläne für den Neubau aus. (Bild: PD)

Der Weg war lange und das Ziel bleibt wohl trotzdem unerreichbar. In Kesswil wird voraussichtlich kein Generationenhaus gebaut, für das die Gemeinde eigenes Land mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern im Baurecht zur Verfügung stellen wollte. Eine Genossenschaft sollte das Projekt mit Baukosten von rund 5,8 Millionen Franken umsetzen und mit eigenen Mitteln in der Höhe von rund 1,56 Millionen Franken finanzieren.

Rolf Steiger, Gemeindepräsident von Kesswil. (Bild: PD)

Rolf Steiger, Gemeindepräsident von Kesswil. (Bild: PD)

Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Es haben sich viel zu wenige Geldgeber im Dorf mit seinen rund Tausend Einwohnern gefunden. «Es ist nicht einmal eine halbe Millionen Franken zusammengekommen», sagt Gemeindepräsident Rolf Steiger. Und das, obwohl der ehemalige Gemeinderat Richard Heinzer und Werner Flück als designierter Präsident der Genossenschaft nichts unversucht liessen, um die Kesswiler für die Pläne zu begeistern. «Sie beide und die übrigen Mitglieder der Arbeitsgruppe haben hervorragende Arbeit geleistet», attestiert ihnen Steiger.

Doch es sollte nicht sein. Schweren Herzens hat der Gemeinderat deshalb letzte Woche entschieden, den Stimmbürgern an der nächsten Gemeindeversammlung am 4. Dezember zu beantragen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

«Wir wollen keine Spekulanten»

Einen Investor von ausserhalb zu suchen, komme nicht in Frage. «Wir wollen keine Spekulanten», stellt Steiger klar. Das Generationenhaus müsse ein Projekt der Bevölkerung sein und von ihr getragen werden, seien sich alle Beteiligten von Anfang an einig gewesen. «Das ist leider nicht der Fall.» Und darum gelte es jetzt, die Konsequenzen zu ziehen, sagt Steiger.

«Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.» Dass die Gemeinde in die Lücke springt, sei ebenfalls kein Thema. In eine solche Liegenschaft zu investieren und sie dann auch noch zu verwalten, könne nicht die Aufgabe der Gemeinde sein, sagt Steiger. Diese wäre aber bereit gewesen, für einen grossen Teil der Kredite zu bürgen.

Eine Studie vor acht Jahren

Das Generationenhaus ist das Ergebnis von Abklärungen einer Arbeitsgruppe, die der Gemeinderat vor acht Jahren eingesetzt hatte. Sie sollte herausfinden, wie gross das Bedürfnis nach Alterswohnungen im Dorf ist. Resultat: Senioren finden in Kesswil kaum Alternativen zu ihrem Einfamilienhaus, wenn sie etwas anderes suchen. In der Folge liess die Behörde drei Architekturbüros einen Überbauungsvorschlag für altersgerechte Wohnungen im Dorfzentrum ausarbeiten und präsentierte 2014 das Siegerprojekt, das eine Jury mit dem ehemaligen Kantonsbaumeister Markus Friedli ausgewählt hatte. Es sollte verschiedene Bedürfnisse befriedigen. Platz war auch für die Spitex, einen Coiffeur sowie für eine Ärzte-Gemeinschaftspraxis.

Die zuletzt zur Diskussion stehende Variante des Generationenhauses hat etwas mehr Wohnungen, nämlich 13 statt 10 Stück. Dafür ist daneben nur noch Raum für die Spielgruppe. «Es soll ein Haus werden, das lebt und in dem auch eine Gemeinschaft gepflegt wird», heisst es in den Projektunterlagen. Vorgesehen war, neue Formen des Zusammenlebens zu prüfen, beispielsweise die gemeinschaftliche Nutzung von Autos.

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