Interview

«Das ist nicht einfach ein Feuerwerk, sondern Kunst»: Veranstalter des Kreuzlinger Seenachtfests Fantastical wollen nicht auf Raketen verzichten

Die Grünen des Bezirks Kreuzlingen haben die Petition «Feuerwerk begrenzen» lanciert. Unter anderem erhoffen sie sich, dass die Veranstalter des Seenachtfests Fantastical statt eines Feuerwerks eine Drohnenshow zeigen werden. Für Geschäftsführer Thomas Gut kommt das nicht in Frage.

Rahel Haag
Hören
Drucken
Teilen
Zuschauer geniessen das Feuerwerk am Kreuzlinger Seenachtfest.

Zuschauer geniessen das Feuerwerk am Kreuzlinger Seenachtfest. 

(Bild: Andrea Stalder)

Was halten Sie davon, dass die Grünen mittels Petition das Abbrennen von Feuerwerk begrenzen wollen?

Thomas Gut: Ich verstehe, dass man über kleine Feuerwerke diskutiert. Es stellt sich schon die Frage, ob an jedem Hochzeitsfest noch ein Feuerwerk gezündet werden muss. Aber das, was wir machen, ist nicht einfach ein Feuerwerk, sondern Kunst.

Dann werden die Besucher des Fantastical keine Drohnenshow statt eines Feuerwerks zu sehen bekommen.

Nein, das kommt für uns nicht in Frage.

Thomas Gut, Geschäftsführer Fantastical.

Thomas Gut, Geschäftsführer Fantastical.

Bild: PD

Weshalb nicht?

Einerseits ist eine grosse Drohnenshow teuer. Von der Stadt Zürich weiss ich, dass diese einen sechsstelligen Betrag investiert hat. Andererseits geht es um die Emotionen.

Inwiefern?

Ich war am Züri-Fäscht dabei und habe im Anschluss mit Besuchern gesprochen. Deren Begeisterung hielt sich in Grenzen. Es ist ein wenig, als hätte man eine Rockband ohne Schlagzeug und Gitarre. Wir werden unseren Schlagzeuger und Gitarristen sicher nicht entlassen.

Sie sehen das Fantastical als Rockband?

Unsere Aufgabe ist es in erster Linie, die Menschen in einem qualifizierten Rahmen zusammenzubringen. Das tun wir mit einer Strahlkraft weit über die Region hinaus. Von 98 oder 99 Prozent unserer Besucher erhalten wir sehr gute Rückmeldungen. Dementsprechend sehe ich das Fantastical schon als eine Art Rockstar.

Ein Rockstar, der sich gemäss Petitionär Jost Rüegg in Sachen Feuerwerk seit den 1950er-Jahren kaum weiterentwickelt hat.

Jost Rüegg, Kantonsrat (Grüne) und Petitionär.

Jost Rüegg, Kantonsrat (Grüne) und Petitionär.

(Bild: PD)

Dass die Aussenwahrnehmung offenbar so ist, müssen wir zur Kenntnis nehmen. Gleichzeitig haben wir uns in anderen Bereichen weiterentwickelt, die für die Besucher nicht sichtbar sind. Beispielsweise in Sachen Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Ein Argument der Grünen ist, dass Wasservögel wegen des lauten Knallens in Panik geraten.

Das ist tatsächlich so. Ob und inwiefern die Wasservögel wegen des Feuerwerks Schaden nehmen, kann ich nicht beurteilen. Den Besuchern bleibt die Möglichkeit, nicht zu kommen und uns somit nicht zu unterstützen. Wir führen wie gesagt einen Auftrag aus und das tun wir mit viel Herzblut.