«Das ist lausige Arbeit»: Märstetter beschwert sich über günstige Sanierung eines Radwegs – der Kanton wehrt sich

Der Kanton hat den Radweg zwischen Märstetten und Amlikon günstig saniert. Der sogenannte Dünnschichtbelag passt aber nicht allen. Denn vor allem zu Beginn sieht die Fahrbahn körnig und löchrig aus. Kurt Schneider vom kantonalen Tiefbauamt erklärt, warum.

Sabrina Bächi
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Der körnige Dünnschichtbelag auf dem Radweg in Richtung Märstetten.

Der körnige Dünnschichtbelag auf dem Radweg in Richtung Märstetten.

Bild: Mario Testa (Amlikon, 27. Juli 2020)

Er ist keine Augenweide, der frisch sanierte Radweg zwischen Amlikon und Märstetten. Das findet zumindest Albert Schmid. Unter frisch saniert versteht er etwas anderes. «Ich finde es ist lausige Arbeit», sagt der Märstetter.

Es habe Rillen auf dem Weg und man sehe, dass es billige Arbeit sei. Tatsächlich bietet sich dem Betrachter nicht gerade ein schönes Bild. Der Belag weist unter anderem auch kleine Löcher auf. Schmid fährt oft auf diesem Weg und sagt:

«Sie hätten es auch gleich sein lassen können.»

Dem widerspricht Kurt Schneider. Er ist beim kantonalen Tiefbauamt zuständig für das Projekt Radweg Amlikon-Märstetten. «Der Belag hatte starke Kornausbrüche und Alterserscheinungen. Wir mussten sanieren, um spätere gröbere Schäden zu verhindern», sagt Schneider.

Hufabdrücke und Löcher sind auf dem neuen Dünnschichtbelag zu sehen.

Hufabdrücke und Löcher sind auf dem neuen Dünnschichtbelag zu sehen.

Bild: Mario Testa

Am Anfang etwas rauer

Man habe den Radweg kostengünstig mit einem sogenanntem Dünnschichtbelag in Kaltbauweise saniert.

«Das sieht man nicht sehr oft, ist aber eine günstige Art, die Oberfläche zu sanieren.»

Der Dünnschichtbelag wurde auf den bestehenden Asphalt aufgetragen. «Vor allem zu Beginn ist er etwas rauer, mit der vermehrten Benützung, wird er etwas abgefahren». Diese Methode ersparte dem Tiefbauamt die Wegnahme des gesamten Belags und das neu asphaltieren der Fahrbahn.

Sanierung kostete nur 60'000 Franken

Die Sanierung der rund 1.3 Kilometer langen Strecke habe so nur 60'000 Franken gekostet. Im August hat die Bauabnahme des Radweges stattgefunden. «Es ist alles im grünen Bereich», sagt Schneider. Der Weg sei weiterhin sehr velofreundlich und gut befahrbar.

Auch wenn das Albert Schmid persönlich nicht so sieht, auf den Gemeinden Amlikon-Bissegg und Märstetten habe sich niemand über den Belag des Radweges beschwert, heisst es auf Anfrage bei den Gemeinden.