Das Infocenter ist ausser Gefahr: Arbon entscheidet sich, das Tourismusbüro wieder finanziell zu unterstützen

Lange Zeit war unklar, ob das Arboner Tourismusbüro bestehen bleibt. Künftig sollen aber wieder Gelder fliessen.

Miguel Lo Bartolo
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Die Stadt will das lokale Tourismusbüro künftig wieder unterstützen. (Bild: Nana Do Carmo)

Die Stadt will das lokale Tourismusbüro künftig wieder unterstützen. (Bild: Nana Do Carmo)

Mitte Jahr kündigte Arbon die Leistungsvereinbarung mit dem lokalen Tourismusbüro. Daraufhin stellten auch die anliegenden Gemeinden Roggwil, Steinach und Egnach dessen Finanzierung ein. Viele gingen von einem «Todesstoss» für das Infocenter aus (unsere Zeitung berichtete). Nach intensiven Verhandlungen zwischen der Stadt und Kaspar Hug, Präsident von Arbon-Tourismus, gelang es, eine Einigung zu erzielen, die das Bestehen des lokalen Tourismusbüros sichert.

Im Vorjahr zahlte die öffentliche Hand – bestehend aus Arbon und umliegenden Gemeinden – noch rund 100'000 Franken an den Betrieb. Heute muss sich dieser mit «lediglich» 80'000 Franken zufriedengeben, was aber angesichts der jüngsten Ereignisse eine stattliche Summe darstellt. Die Stadt Arbon hat ihren Beitrag von 75'000 auf 60'000 Franken gekürzt. Gemäss dem neuen Konzept zählt Arbon-Tourismus als sogenannter Infopoint von Thurgau Tourismus und erhält deshalb von letzterem einen Betrag von rund 20'000 Franken.

«Es liegt ein Dreiecksverhältnis vor, bei dem die Leistungen von Thurgau und Arbon Tourismus möglichst gut aufeinander abzustimmen sind», sagt Stadtpräsident Dominik Diezi.

«Es fielen unzählige Dienstleistungen weg»

Kaspar Hug ist zuversichtlich, was die Zukunft des Infocenters angeht. «Wir konnten mit der Stadt einen gemeinsamen Nenner finden.» Hug betont die Wichtigkeit des lokalen Tourismusbüros:

«Müssten wir unser Büro schliessen, fielen unzählige Dienstleistungen weg.»

Das Abspringen der Aussengemeinden erklärt Hug wie folgt: «Es handelt sich um eine vorsorgliche Kündigung der Leistungsvereinbarung per Januar 2020» – eine Massnahme, die der Ungewissheit geschuldet sei. «Niemand wusste, wie es mit dem Tourismusbüro weitergehen würde.» Durch die Vertragskündigungen verringerten sich die jährlichen Beiträge ans Infocenter um 23000 Franken. Als sich dann noch die Stadt für eine Finanzierung von Thurgau Tourismus aussprach und zeitgleich die Leistungsvereinbarung mit dem Arboner Infocenter kündigte, hätten viele dessen Ende befürchtet. 

«Es ist ein Geben und ein Nehmen»

Hug einigte sich mit der Stadt kürzlich auf einen Beitrag, mit dem zumindest die Existenzen der Angestellten gesichert sind. Er rechnet sich gute Chancen aus, wieder mit den anliegenden Gemeinden ins Gespräch zu kommen.

«Ich glaube nicht, dass die Gemeinden gänzlich auf die Dienstleistungen des Infocenters verzichten wollen.»

Genauso wenig wolle man auf deren Beiträge verzichten. «Es ist ein Geben und ein Nehmen», sagt Hug. Sicherheitshalber habe er überprüft, ob die Rechnung auch ohne finanzielle Unterstützung der Aussengemeinden aufginge. «Das tut sie», sagt Hug.

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