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«Das Hochhaus in Steinach hat nicht HRS erfunden»

Der kleine Nachbar soll die Zentrumsstadt Arbon bald überflügeln und zum höchsten Hochhaus der Region kommen. HRS eilt es zwar mit dem Projekt «Terra Nova» nicht. Doch: in zwei Jahren hofft man mit dem Bau starten zu können.
Max Eichenberger
Der Gestaltungsplan für das Hochhausprojekt «Terra Nova» wäre auflagereif. (Bild: Visualisierung HRS)

Der Gestaltungsplan für das Hochhausprojekt «Terra Nova» wäre auflagereif. (Bild: Visualisierung HRS)

Das Gelände zwischen dem Grenzbach Aach und dem Abzweiger der neuen Arboner Kantonsstrasse unter der Bahn durch in die Seestrasse bei Steinach ist eine Exklave des Saurer WerkZwei. Ein knappes Achtel des 220'000 Quadratmeter grossen Areals, das in rasantem Tempo durch HRS entwickelt wird, befindet sich nämlich auf sankt-gallischem Boden. Involviert sind daher nicht nur zwei Gemeinden, sondern auch zwei Kantone. Die baurechtlichen Grundlagen sind nicht dieselben.

«Ein Hochhaus an diesem Ort haben nicht wir erfunden», erinnert HRS-Arealentwickler Michael Breitenmoser an die Testplanung von 2004. Diese war von der damaligen Stadtpräsidentin Lydia Buchmüller lanciert worden und gilt als eine ihrer wenigen für die Region nachhaltigen Hinterlassenschaften. HRS erwarb das gesamte Areal erst Jahre später – und übernahm damit auch die damaligen Planungsideen mit den entsprechenden Baufeldern.

Detailpunkte mittlerweile alle erfüllt

Auf den Ergebnissen der Testplanung fusst der grenzüberschreitende Richtplan. Dieser wurde 2006 verabschiedet und sieht an der Aach auf Steinacher Boden einen «markanten Abschluss der neuen Arboner Stadtkante» mit einem Hochhaus vor. Ein solches Hochhaus an der neuen Ufersilhouette hielten Planungsfachleute «trotz Seenähe» für «vertretbar».

Konturen nahm es an, als HRS 2014 das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt «Terra Nova» präsentierte. Mit der Vorstellung, dass der kleine Nachbar ein so grosses Haus in seine Gemarkungen bekommen sollte, konnten sich zwar auf Anhieb nicht alle Steinacher anfreunden.

Die weitere Planung jedoch nahm ohne grössere Störfeuer erstmals ihren Lauf. Der Gestaltungsplan nahm vorigen Herbst die erste Vorprüfungshürde beim Kanton. Detailpunkte, die das St. Galler Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) zur Klärung aufgeworfen hatte, seien nach einer zweiten Runde mittlerweile «alle erfüllt» worden, sagt Breitenmoser. Es ging vor allem auch um erschliessungstechnische Fragen.

Noch mit dem neuen Baugesetz zu verzahnen

Und nun? Breitenmoser sagt:

«Nach dem bisherigen kantonalen Baugesetz wäre der Gestaltungsplan zwar auflagereif.»

HRS-Arealentwickler Michael Breitenmoser (Bild: Max Eichenberger)

HRS-Arealentwickler Michael Breitenmoser (Bild: Max Eichenberger)

Doch weil auf kantonaler Ebene das alte durch ein neues Baugesetz abgelöst wird, funktioniert das nicht mehr. Um sich Zwischenschritte zu ersparen, wird das Verfahren bereits auf die neue Gesetzesgrundlage umgelegt. Im rheintalischen Buchs habe HRS dieses Prozedere bereits pionierhaft angewandt, sagt Michael Breitenmoser. Nach diesem Muster soll die Verzahnung mit den neuen Baurechtsgrundlagen nun auch in Steinach direkt vollzogen werden.

Im Prinzip kommt das auf dasselbe hinaus: Eine Umzonung ist so oder so erforderlich. Nur: Waren bisher Hochhäuser im Kanton St. Gallen grundsätzlich in den Zonen mit der höchsten Bebauungsdichte der jeweiligen Gemeinden möglich, sofern vom Kanton zugestanden, so schafft das neue Gesetz dafür nun sogenannte Schwerpunktzonen. Massgeschneidert wird umschrieben, was darin möglich ist. So nehmen die St. Galler Behörden Mass am Projekt «Terra Nova» – bei zwanzig Geschossen und gut sechzig Meter Höhe.

Ein weiterer Taktgeber ist die Revision des Zonenplans und des Baureglements, die zurzeit in Steinach läuft – in Abstimmung auf das neue kantonale Baugesetz. Diese Revision sieht eine solche Schwerpunktzone ebenfalls vor. Die Richtpläne sind schon in den künftigen Zonenplan überführt worden.

«Wir haben es nicht eilig»

Laut Breitenmoser machen die Überlegungen Sinn, beide baurechtlichen Grundlagen entsprechend parallel aufeinander abzustimmen – und damit auch den Gestaltungsplan «Terra Nova». So werde dieser auch in den neuen Gemeinde-Zonenplan «einverwoben». Für Breitenmoser ist das eher eine baurechtlich-juristische Sache; auf das Projekt selber habe das wenig Einfluss.

Eilig mit «Terra Nova» habe es HRS nicht, sagt der Arealentwickler. HRS stehe unter keinem zeitlichen Druck, da derzeit im WerkZwei noch einiges am Laufen sei. Dennoch sagt Breitenmoser:

«In den nächsten drei bis vier Jahren wollen wir das Hochhaus schon realisieren.»

Wenn alles gut und optimal laufe, könnte es noch im Jahr 2020 mit dem Bau losgehen. Geplant ist Laufs Frühling eine Informationsveranstaltung. Dieser Zeitpunkt scheint Gemeindepräsident Roland Brändli allerdings verfrüht. Er rechnet mit längeren Auflageverfahren.

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