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Das erste im Thurgau: Die Münsterlinger ARA verfügt seit zwei Wochen über ein faltbares Solardach

Seit zwei Wochen ist das faltbare Solardach in Betrieb, aktuell noch in einer Testphase. Die Anlage bringt mehrere Vorteile mit sich. So fährt sie etwa bei einem Wetterwechsel selbständig ein.

Rahel Haag
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Erich Brunner, Präsident des Abwasserzweckverbands Münsterlingen, und Hanspeter Holzer, Betriebsleiter der ARA Rietwies, stehen unter dem neuen Solarfaltdach.

Erich Brunner, Präsident des Abwasserzweckverbands Münsterlingen, und Hanspeter Holzer, Betriebsleiter der ARA Rietwies, stehen unter dem neuen Solarfaltdach.

Bild: Andrea Stalder

Besser hätte das Wetter am Mittwochvormittag gar nicht sein können: Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. Erich Brunner, Präsident des Abwasserzweckverbands Münsterlingen, freut’s. So kann er an der Medienkonferenz die Neuerung bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Rietwies in ihrer vollen Pracht präsentieren.

Seit gut zwei Wochen sei das faltbare Solardach in Betrieb. «Im Thurgau ist es die erste Fotovoltaik-Anlage dieser Art», sagt er. Schweizweit gebe es fünf oder sechs.

Die Fotovoltaik-Module sind über den Biologie- und Nachklärbecken aufgespannt. Unter anderem das habe sie überzeugt, die Anlage anzuschaffen, sagt Brunner und ergänzt:

«Auf diese Weise können wir eine Fläche nutzen, die wir auf keine andere Weise nutzen können.»

Darüber hinaus sei die Sonneneinstrahlung hier ideal. «Es gibt keine Einflüsse aufgrund von Schattenwürfen», sagt Brunner. Die Bäume stünden weit genug entfernt.

Bei Hagelwarnung fährt es automatisch ein

Aktuell befinde sich die Anlage noch in einem kontrollierten Testbetrieb, der zwei bis vier Wochen dauern soll. «Bisher hatten wir aber keinerlei Probleme», sagt Brunner. Anschliessend laufe das Solardach im Automatikbetrieb.

Will heissen: Bei einem Wetterwechsel fährt das Dach von selbst ein. «Es ist mit einer Wetterstation verbunden», sagt Hanspeter Holzer, Betriebsleiter der ARA Rietwiesen. Diese messe stetig Temperatur und Windgeschwindigkeit.

«Bei Frost oder einer Windgeschwindigkeit von über 50 Kilometern pro Stunde reagiert die Anlage sofort.»

Die Wetterstation sei zudem mit Meteo Schweiz verbunden. Auf diese Weise werde die Anlage auch über Hagelwarnungen informiert und könne das Solardach einfahren.

Dann schreitet Holzer zur Tat und gibt den Befehl zum Einfahren. Die Anlage surrt leise, ähnlich wie ein elektrischer Rollladen. Und es geht überraschend schnell. «Bei einem Sturm muss es auch schnell gehen», sagt Brunner.

Das neue Solarfaltdach der ARA Rietwies von oben.

Das neue Solarfaltdach der ARA Rietwies von oben.

Bild: Andrea Stalder

Insgesamt betragen die Kosten 16 Millionen

Vor vier Jahren begann die Umsetzung des Gesamtkonzepts 2030 der Zukunftsplanung ARA Rietwiesen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Umbau und die Erweiterung auf 16 Millionen Franken. Zwei der drei Etappen sind unterdessen abgeschlossen. «Derzeit läuft die Erweiterung der Schlammbehandlung», sagt Brunner. Die Umsetzung dieser letzten Etappe soll voraussichtlich im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Abgesehen von der Erstellung eines neuen Faulturms umfasst sie die Sanierung und Optimierung des bestehenden Faulturms, die Sanierung und Optimierung des bestehenden Nacheindickers, der Ersatz der Schlammentwässerung sowie Anpassung der Gasanlage und der elektrischen Steueranlagen.

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