«Das Coronavirus ist noch da»: Der Thurgauer Pandemie-Fachstab zeigt sich besorgt über die Entwicklungen und prüft eine Verschärfung der Massnahmen

Die Spitzen in den Fallzahlen der vergangenen Tage liessen sich unter anderem auf eine Vereinsreise und ein Chorkonzert zurückführen, bei denen die Abstands- und Hygieneregeln missachtet wurden. Das Contact Tracing werde schwieriger. Besondere Vorsicht gelte nun bei Veranstaltungen.

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Regierungsrat Urs Martin ruft dazu auf, im Hinblick auf die vielen Veranstaltungen, die im Kanton Thurgau dieses Wochenende stattfinden, besondere Sorgfalt walten zu lassen.

Regierungsrat Urs Martin ruft dazu auf, im Hinblick auf die vielen Veranstaltungen, die im Kanton Thurgau dieses Wochenende stattfinden, besondere Sorgfalt walten zu lassen.

(Bild: Donato Caspari)

(red) Aufgrund des Wiederanstiegs der Covid-19-Fallzahlen zieht der Fachstab Pandemie des Kantons Thurgau in Erwägung, dem Regierungsrat die Empfehlung zur Ergreifung weiterer Massnahmen zu unterbreiten. Dies steht in einer am Freitag versandten Medienmitteilung des Fachstabes.

Nicht nur die steigenden Fallzahlen, auch das veränderte Mobilitäts- und Sozialverhalten und die Missachtung von Abstands- und Hygieneregeln stünden dabei für den Fachstab Pandemie im Fokus der Aufmerksamkeit. Im Hinblick auf die aktuellsten Übertragungsketten seien besonders Organisatoren und Besuchende von öffentlichen Veranstaltungen und von privaten Anlässen dazu angehalten, die Schutzkonzepte durchzusetzen und die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Weiter heisst es:

«Der Fachstab Pandemie ist besorgt
über die Fallzahlentwicklung
im Kanton Thurgau.»

Er habe sich am Freitagmorgen zu einem ausserordentlichen Austausch getroffen. Dabei habe er intensiv diskutiert über die Ergreifung weiterer Massnahmen, wie sie auch von der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren für besonders betroffene Kantone empfohlen wurden. Er wird die Lage in den kommenden Tagen weiterhin intensiv beobachten und dem Regierungsrat im Bedarfsfall Empfehlungen für mögliche Massnahmen machen.

Contact Tracing stark gefordert

«Das Aufrechterhalten des Contact Tracings ist sehr wichtig für die Pandemiebekämpfung.»

Die Contact Tracer seien aktuell stark gefordert. Einerseits aufgrund der steigenden Fallzahlen, aber auch aufgrund der steigenden Anzahl von Kontaktpersonen, welche die einzelnen Index-Fälle generierten. Die Anlieferung der Kontaktdaten, die bereits erfasst werden müssen, laufe gut. Schwieriger werde es bei privaten Veranstaltungen, die bisher von dieser Pflicht entbunden seien. Dort müssten die Listen mit den Kontaktdaten der Besuchenden oft bei Bedarf erst erstellt werden. Für das Contact Tracing gehe wertvolle Zeit verloren.

«Die Pflicht zur Erhebung von Kontaktdaten auch bei privaten Veranstaltungen würde hier allenfalls Abhilfe schaffen.»

Veranstaltungen: Organisatoren und Besuchende in der Pflicht

Beatrix KesselringLeiterin der Fachstelle Covid-19

Beatrix Kesselring
Leiterin der Fachstelle Covid-19

(Bild: PD)

Organisatoren und Besucher von öffentlichen Veranstaltungen sind angehalten, konsequent zur Einhaltung der Schutzkonzepte beizutragen.

«Schutzkonzepte sind nur
so gut, wie sie umgesetzt werden.»

Das sagt Beatrix Kesselring, Leiterin der Fachstelle Covid-19. Bei privaten Anlässen, für die keine Schutzkonzepte erstellt werden müssen, ist es wichtig, dass auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln geachtet wird.

«Die Spitzen in den Fallzahlen der vergangenen Tage lassen sich unter anderem auf eine Vereinsreise und ein Chorkonzert zurückführen, bei denen die Abstands- und Hygieneregeln missachtet wurden.»

Da sagt Regierungsrat Urs Martin, Leiter des Fachstabs Pandemie. Von dort aus verbreitete sich das Virus dann im privaten Umfeld der Betroffenen. Im Hinblick auf die vielen Veranstaltungen, die im Kanton Thurgau dieses Wochenende stattfinden, ruft er im Namen des Fachstabes sowohl die Veranstaltenden als auch die Teilnehmenden dazu auf, besondere Sorgfalt walten zu lassen.

«Das Coronavirus ist noch da.»
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