Das braucht Überzeugungsarbeit: Die Umgestaltung des Altnauer Kronenareals kostet über 6 Millionen Franken

An der Informationsveranstaltung zur Entwicklung des Restaurants am See zeigt sich, dass manch ein Stimmbürger die hohen Investitionskosten kritisch hinterfragt.

Martina Eggenberger Lenz
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So soll der neue Pavillon neben der renovierten «Krone» vom Parkplatz her aussehen.

So soll der neue Pavillon neben der renovierten «Krone» vom Parkplatz her aussehen.

Bild: PD

Die «Krone» liegt den Altnauern am Herzen. Das beweist der grosse Besucheraufmarsch trotz Covid-Extrembedingungen am Mittwochabend in der Schwärzihalle. Und die «Krone» liegt den Altnauer Steuerzahlern auf dem Portemonnaie. Das ist ein Fakt, der nach der Informationsveranstaltung wohl allen klar geworden ist.

Für etwas mehr als 2,5 Millionen Franken hat die Gemeinde die Liegenschaft 2008 gekauft. Nun wird diese - geht es nach dem Gemeinderat - 6,65 Millionen Franken in die Hand nehmen müssen, um aus dem Areal etwas Gescheites zu machen.

Abläufe sind für ein Restaurant ganz schlecht

Das Problem: Die geschützte Altliegenschaft ist baulich und energetisch in einem schlechten Zustand. Sie ist absolut nicht behindertengerecht. Und die räumliche Situation für ein Restaurant, beziehungsweise für die Abläufe in einem solchen, ist alles andere als ideal.

Das alles begründeten Gemeindepräsident Hans Feuz, Gastroberater Josef Müller und Bauleiter Werner Brack ausführlich. Nur eine Kernsanierung könne eine gute Lösung hervorbringen. Die Planungen für eine solche fallen bekanntlich mit einem Pächterwechsel zusammen. Josef Müller betont:

Josef Müller, Gastroberater

Josef Müller, Gastroberater

Bild: Ralph Ribi
«So, wie die Situation jetzt ist, finden Sie keinen Mieter mehr.»

Auch sei es teurer, die alte «Krone» so umzubauen, dass sie weiterhin Restaurant sein könne, als nebenan den geplanten Pavillon für diesen Zweck neu zu bauen. Mit dem Neubau könne die Platzzahl erhöht und der heutige Umsatz problemlos übertroffen werden. Und Werner Brack hielt fest: «Das Kronen-Areal wird nach dem Umbau nur noch ein Viertel bis ein Drittel des heutigen Energieverbrauchs aufweisen.» Um die Kostenfolgen für die laufende Rechnung gering zu halten, peilt der Gemeinderat eine Spezialfinanzierung an.

Blick vom Hafenbecken Richtung Kronen-Areal.

Blick vom Hafenbecken Richtung Kronen-Areal.

Bild. PD

In der Diskussion zeigte sich, dass einige Stimmbürger Mühe haben, die Veränderungen zu akzeptieren. Schliesslich hat der Gastrobetrieb in den vergangenen Jahren immer irgendwie funktioniert.

Gemeindepräsident Hans Feuz.

Gemeindepräsident Hans Feuz.

Bild: Reto Martin

Eine etappenweise Sanierung wurde ins Spiel gebracht, die Finanzierung hinterfragt, Angst vor Lärmproblemen geäussert, der Plan B gefordert. Der Gemeindepräsident allerdings meinte: «Einen solchen haben wir nicht.» Bei einem Nein werde das Problem vertagt. Feuz betonte, dass bei der Sanierung der «Krone» und dem Umbau zu Wohnungen alles gemacht werde, wie es gemacht werden müsse, ohne Luxus. Der Pavillon werde am Markt gute Chancen haben, glaubt Gastroexperte Müller:

«Das wird eines der attraktivsten Restaurants am ganzen Schweizer Ufer.»

Obwohl noch keine Ausschreibung erfolgt sei, hätten sich schon sechs Interessenten gemeldet, betont auch der Gemeindepräsident. Stimmt die Gemeindeversammlung am 26. November - sofern diese stattfinden kann - zu, dann könnte das Baufeld im Herbst 2021 freigegeben werden. Der Neubau würde dann im Sommer 2021 in Betrieb gehen.