Kommentar

Das Auswahl-Mysterium

Die Findungskommission der Gemeinde Märstetten hat am Dienstagabend ihre Kandidaten vorgestellt. Statt drei sind es nur noch zwei. Von der Kommission nicht berücksichtigt wurde Gemeinderätin Susanne Vaccari, die sich aber trotzdem zur Wahl stellt.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden (Bild: Andrea Stalder)

Sabrina Bächi, Redaktorin Ressort Weinfelden (Bild: Andrea Stalder)

Nun ist es klar: Die Stimmbürger in Märstetten haben im Herbst die Wahl zwischen drei Kandidaten. Zwei offiziellen und einer Kandidatin, die sich wild zur Wahl stellt. Die Auswahl der Findungskommission lässt jedoch einige Fragen offen.

Ist sie wirklich bürgernah, wenn zwei ausserkantonale Kandidaten zur Wahl gestellt werden, alle drei Männer sind und zwei davon über 50 Jahre alt. Diese Auswahl widerspiegelt nur einen kleinen Teil der Märstetter Einwohner. Es hinterlässt zudem einen faden Beigeschmack, wenn von den zwei Auswärtigen einer auch noch kurzfristig abspringt – wegen eines anderen Mandats. Märstetten war also doch nicht so wichtig.

Anders sieht das Susanne Vaccari. Sie gibt gar den Austritt aus dem Gemeinderat und setzt alles auf eine Karte. Sie meint es offenbar ernst. Eine weibliche Kandidatin wird die Wahl sicherlich bereichern. Weshalb sich die Kommission nicht für sie entschieden hat, bleibt ein Mysterium. Sie wäre alles andere als eine Quotenfrau in der offiziellen Auswahl. Denn als Gemeinderätin geniesst sie bereits das Vertrauen der Stimmbürger und ist, wie Andreas Zuber, bekannt in der Gemeinde.