Seemuseum Kreuzlingen: Das alte Haus ist eine Wunderkiste

Der Umbau und die Sanierung des Seemuseums verteuern sich wegen des Brandschutzes um rund 200000 Franken. Die Stiftung muss nun nach neuen Geldgebern suchen.

Nicole D’Orazio
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Stiftungsrat Martin Juchli, Stiftungspräsident Markus Thalmann und Museumsleiterin Ursula Steinhauser stehen vor dem neuen Liftschacht. (Bild: Andrea Stalder)

Stiftungsrat Martin Juchli, Stiftungspräsident Markus Thalmann und Museumsleiterin Ursula Steinhauser stehen vor dem neuen Liftschacht. (Bild: Andrea Stalder)

Der neue Liftschacht passt genau zwischen die alten Balken. Er ist aus Holz und die grosse Neuerung im Seemuseum in Kreuzlingen. Dieses ist derzeit eine grosse Baustelle. Die alte Kornschütte, in dem sich das Museum befindet, wird einerseits behindertengerecht gemacht, andererseits saniert und umgebaut. «Wir sind im Zeitplan. Der Umbau läuft grossartig», sagt Leiterin Ursula Steinhauser an der gestrigen Medieninformation erfreut.

Doch die Freude wird getrübt. Der Umbau kostet mehr als gedacht. «Der Brandschutz erweist sich als komplizierter als erwartet», sagt Martin Juchli, Mitglied des Stiftungsrates des Seemuseums. «Es geht um eine Abweichung von 15 Prozent mehr. Das ist für uns das schlimmste Szenario.» Die Investitionen wurden ursprünglich mit 1,05 Millionen Franken berechnet. Die Schätzungen gehen nun aber von 1,25 Millionen Franken aus. 800000 Franken steuert die Stadt Kreuzlingen bei. Den Rest muss die Stiftung durch Spenden und Sponsoren zusammentragen.

Ein Darlehren verschafft ihnen etwas Luft

«Ein Darlehen einer Privatperson über 250000 Franken verschafft uns etwas Luft», sagt Stiftungspräsident Markus Thalmann. «Wir können dieses innerhalb von zwei bis vier Jahren zurückzahlen.» Bei den nun zusätzlichen 200000 Franken müssten sie nun jedoch Vollgas geben. «Das Ziel ist, das Geld bis im August/September zusammenzuhaben.» Dafür suche man nun nach neuen Lösungen. «Es ist natürlich etwas ernüchternd, so viel mehr Geld zu akquirieren, doch ich bin zuversichtlich», meint Thalmann.

Damit die Kosten nicht noch höher ausfallen, wird auf einige geplante Neuerungen verzichtet. «Die Treppe sollte ersetzt werden», sagt Ursula Steinhauser. «Zusammen mit dem Verantwortlichen des Brandschutzes haben wir eine Lösung gefunden, damit sie drin bleiben kann.» Verzichtet wird vorerst auch auf den Treppenlift, der ins oberste Geschoss hätte führen sollen. «Diese Kürzungen haben wir natürlich nicht gerne vorgenommen und sie tun weh», sagt Thalmann. «Doch wir sind an der oberen Grenze und wollen uns nicht noch höher verschulden.» Man verzichte deswegen auf Dinge, die man in den kommenden Jahren gut nachrüsten könne.

Der Stiftungsrat ist nun gefordert. «Wir planen einen Grossversand und werden Gespräche führen», sagt Thalmann. Er hofft, dass die umliegenden Gemeinden, Unternehmen und Private einen Betrag spenden.