Das älteste Bauwerk im Thurgauer Kantonsstrassennetz wird saniert

Das Kantonale Tiefbauamt des Kantons Thurgau saniert die Thurvorland-Brücke bei Wigoltingen. Die Arbeiten kosten rund 5,5 Millionen Franken.

Mario Testa
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Die Stahl-und Betonkonstruktion der Thurvorland-Brücke wird in den kommenden zwei Jahren umfassen saniert.

Die Stahl-und Betonkonstruktion der Thurvorland-Brücke wird in den kommenden zwei Jahren umfassen saniert.

(Bild: Mario Testa)

Die Holzbrücke über die Thur ist in gutem Zustand. Vor zwölf Jahren wurde sie umfänglich saniert. Die stählerne Vorlandbrücke jedoch konnte 50 Jahre lang vor sich hin rosten. Der 110 Meter lange und 80 Tonnen schwere Abschnitt hat gelitten, Stahlträger sind von Rost zerfressen, die Betonelemente bröckeln. «In den kommenden zwei Jahren werden wir die Thurvorlandbrücke deshalb umfassend sanieren», sagt Projektleiter Mario Töngi, Leiter Kunstbauten beim Kantonalen Tiefbauamt.

«Ein Ersatzneubau kommt nicht in Frage, da es eine historisch wertvolle Brücke ist. Wir sanieren die Originalkonstruktion.»
Die Brücke ist in schlechtem Zustand. Vielerorts sind die Stahlträger von Rost zerfressen.

Die Brücke ist in schlechtem Zustand. Vielerorts sind die Stahlträger von Rost zerfressen.

(Bild: Mario Testa)

Die erste an die Holzbrücke grenzende Stahlkonstruktion stammt aus dem Jahr 1886, der zweite Abschnitt bis zum Damm aus dem Jahr 1911. Beim Blick unter die Brücke zeigt sich, wie stark die Stahlelemente beschädigt sind, ganze Löcher hat der Rost aus dem Stahl gefressen.

Bund beteiligt sich zu einem Fünftel an den Kosten

Mario Töngi, Projektleiter, Leiter Kunstbauten Tiefbauamt Thurgau.

Mario Töngi, Projektleiter, Leiter Kunstbauten Tiefbauamt Thurgau.

(Bild: Mario Testa)

Die Sanierung ist eine teure Angelegenheit. Rund 5,5 Millionen Franken wird sie kosten, wobei der Bund einen Fünftel der Kosten übernimmt. «Es braucht einen neuen Korrosionsschutz, einzelne Stahlelemente und die Fahrbahn müssen wir ersetzen sowie die Betonelemente erneuern», sagt Töngi. «Für die neue Fahrbahn kommt bei uns erstmals Ultra-Hochleistungs-Faserbeton zum Einsatz. Der ist leicht und doch stabil, so entlasten wir die Brücke.»

Weil der bisherige Korrosionsschutz, der auf die Brücke aufgetragen wurde, umweltbelastende Stoffe enthält, wird die Brücke für die Sanierung komplett eingehaust. «Die Brücken befinden sich im Thurvorland, also im Hochwassergebiet. Die Einhausung ist deshalb aufwendig. Die Thur muss jederzeit durchfliessen können».

Über die historische Brücke floss bis 1954 der gesamte Verkehr. Erst dann wurde die neue Betonbrücke etwas weiter westlich eingeweiht.

Über die historische Brücke floss bis 1954 der gesamte Verkehr. Erst dann wurde die neue Betonbrücke etwas weiter westlich eingeweiht.

(Bild: Mario Testa)

Zwei Jahre Planung, zwei Jahre Ausführung

In enger Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz, dem Amt für Umwelt und weiteren Fachspezialisten hat der Brückeningenieur während zweier Jahre die Sanierung geplant, am 9. März beginnt sie. «Zuerst werden wir die Zufahrtspisten erstellen, danach heben wir die Brückenelemente unterschiedlich hoch an, damit wir überall hingelangen – dann folgt die Einhausung und die Sanierung», sagt Töngi. «Unser Ziel ist es, alle Arbeiten bis im Herbst 2021 abzuschliessen.»

Älteste Baute im Kantonalen Strassennetz

Brücke ist 183 Jahre alt

Die Thurbrücke zwischen Eschikofen und Wigoltingen war von 1837 bis Mitte des 20. Jahrhundert die wichtigste Verkehrsverbindung im Thurgau. Sie ist im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz verzeichnet und das älteste Bauwerk auf dem Thurgauer Kantonsstrassennetz. Bis ins Jahr 1954 rollte der ganze Thurgauer Ost-West-Verkehr über die Brücke, erst mit dem Bau der Betonbrücke nebenan, wurde die historische Brücke entlastet. 

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