Das Abfallsystem in Egnach nervt einige Anwohner

«Wir müssen den Hausmüll mit dem Auto entsorgen», schreibt eine Bürgerin in einem Leserbrief. Der Grund: Der nächste Unterflurcontainer sei zu weit entfernt. Die Gemeinde spricht von Einzelfällen und sucht eine Lösung.

David Grob
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Seit 2017 setzt die Gemeinde Egnach auf Unterflurcontainer. (Bild: Donato Caspari)

Seit 2017 setzt die Gemeinde Egnach auf Unterflurcontainer. (Bild: Donato Caspari)

Durch Leserbriefe lässt sich der Puls der Bevölkerung fühlen. Und dieser scheint in Egnach zumindest bei zwei Einwohnerinnen leicht erhöht. Sie beschweren sich mit Leserbriefen im «Egnacher Lokalanzeiger» über das Abfallsystem, das die Gemeinde im Frühling 2017 eingeführt hat. Wie in vielen Gemeinden ersetzen Unterflurcontainer herkömmliche Kehrichtsammelplätze am Strassenrand. Abfallsäcke können so jederzeit in den Container geworfen werde, ohne dass sie allenfalls von Tieren aufgerissen würden.

«Wir und die anderen Bewohner unseres Quartiers müssen den Hausmüll mit dem Auto entsorgen», schreibt etwa Nelly Ringgenberg aus dem Oberzelg-Quartier. Der Grund: Der nächstgelegene Unterflucontainer bei der Rietzelg-Halle befinde sich zu weit weg. Insbesondere für ältere oder gehbehinderte Menschen stelle dies ein Problem dar. Am alten Sammelplatz können die Abfallsäcke nicht mehr deponiert werden – obschon der Kehrichtwagen daran vorbeifährt.

Nur wenige Beschwerden liegen vor

Und was meint die Gemeinde zu den Leserbriefen? Der Gemeindepräsident Stephan Tobler sagt:

«Aus unserer Sicht handelt es sich bei den beiden Leserbriefen um Einzelfälle.»

Einzelne Einwohner hätten sich telefonisch gemeldet. Grundsätzlich lägen jedoch nur wenige Beschwerden vor.

Die Gemeinde plante bei der Einführung, das System in jährlichen Etappen einzuführen. Der Unterflurcontainer bei der Rietzelg-Halle war Teil dieser ersten Etappe. Der Widerstand der Bevölkerung bei der Einführung war gross. Warum ein neues System einführen, wenn sich das herkömmliche bewährt habe, lautete der Tenor in der öffentlichen Diskussion.

Die Meinungen haben sich seither gewandelt. «Jetzt wollen plötzlich alle einen Unterflurcontainer im Quartier», sagt Tobler. So auch im Fall Nelly Ringgenbergs, deren Leserbrief eine Forderung nach einem näheren Unterflurcontainer impliziert. Die Gemeinde strebt einen weiteren sukzessiven Ausbau an. «Wir setzen pro Jahr rund 100'000 Franken für jeweils sechs bis sieben neue Unterflurcontainer ein», sagt der Gemeindepräsident. Die Standortsuche sei nicht immer einfach. In zwei bis drei Jahren soll das Abfallsystem schliesslich fertig ausgebaut sein.

«Ein solches Projekt kann nicht auf einen Schlag fertiggestellt werden.»

Im Falle Ringgenbergs und des Oberzelg-Quartiers könnte ein Überbauungsprojekt in der Nachbarschaft eine Lösung bieten. «Ein neuer Unterflurcontainer kann in die Siedlung integriert werden», sagt Tobler. Bis dahin werde auch eine Übergangslösung gesucht.

Egnach führt Unterflur in drei Etappen ein

EGNACH. In der Gemeinde Egnach sollen bis ins Jahr 2022 flächendeckend Unterflurcontainer (UFC) gebaut werden. Die Arbeit gliedert sich in drei Etappen, wobei man sich momentan in der ersten befindet.