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Dank neuem Kreuzlinger Verein müssen Blinde nicht auf Lektüre verzichten

Im Begegnungszentrum Trösch zeigte der gemeinnützige Verein «Hörmedienproduktion für Blinde, Seh- und Lesebehinderte – HSL» seine Arbeit.
Inka Grabowsky
Die Schauspielerin Heinke Hartmann liest mit Begeisterung für Blinde und Sehbehinderte. (Bild: Inka Grabowsky)

Die Schauspielerin Heinke Hartmann liest mit Begeisterung für Blinde und Sehbehinderte. (Bild: Inka Grabowsky)

«Es ist faszinierend, wie spannend eine Geschichte werden kann, wenn ein Profi sie vorliest», sagt Stadträtin Barbara Kern nach einer Kurzlesung von Matthias Albold im Rahmen der Eröffnungsfeier im Trösch. Durch ihre Teilnahme am Workshop zur Braille-Schrift sei ihr einmal mehr klar geworden, wie privilegiert die Sehenden seien.

Aus Kerns Budget im Departement Soziales wird dem jungen Verein «Hörmedienproduktion für Blinde, Seh- und Lesebehinderte - HSL» ein Teil der Mietkosten bezahlt. Sie gratuliert den Aktiven zu ihrem Engagement: «Die Arbeit ist absolut nötig und wird sicher von Erfolg gekrönt.»

Zuhause im «Trösch» gefunden

Massgeblich daran beteiligt, das neue Zuhause für die Vorleser zu finden, war auch Dorena Raggenbass, in deren Ressort das Begegnungszentrum Trösch verwaltet wird. «Einer unserer langfristigen Mieter, die Heks-Rechtsberatungsstelle, hatte gerade gekündigt, als die Anfrage von Heinke Hartmann kam, die ich aus meiner Arbeit für das Theater an der Grenze kenne. Und der Leitgedanke des Vereins, auch Begegnungen zwischen Sehbehinderten und ihren Vorlesern zu ermöglichen, passt hervorragend in das Konzept für das Haus.»

Die sieben Aktiven des Vereins – Raphael Burri, Michela Gösken, Bodo Krumwiede, Heinke Hartmann, Matthias Albold, Marianne Weber und Matthias Flückiger – waren zuvor seit Jahrzehnten in Teilpensen bei der Blindenbibliothek in Landschlacht engagiert. Die Schliessung der Institution soll nun nicht dazu führen, dass Blinde und Sehbehinderte auf ihre gewohnte Lektüre verzichten müssen.

«Wir lesen Werke abseits des Mainstreams, die regional wichtig sind, oder religiöse, philosophische oder historische Themen behandeln, Titel, die sonst nicht vorgelesen werden»

sagt Heinke Hartmann. Das Team entscheidet selbst, welche Bücher als nächstes eingelesen werden. Aktuell stehen im Regal unter anderen Usama al Shahmanis «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch», «Der Medicus vom Bodensee» von Marion Harder Merkelbach oder auch «Tod am Bodensee», herausgegeben von Barbara Grieshaber und Siegmund Kopitzki.

Wünschen, welche Bücher eingelesen werden

«Wir nehmen auch gern Wünsche unserer Kunden entgegen», so Marianne Weber bei der Führung durch die Räume. «Und für 2500 Franken kann man eine Buchpatenschaft für einen Titel seiner Wahl übernehmen.»

Wer die Arbeit der Vorleser unterstützen möchte, kann für 100 Franken im Jahr Mitglied im gemeinnützigen Verein HSL werden. www.hsl-kreuzlingen.ch

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