Dank ihm purzelten die Rekorde: Nick Sigg ist «Thurgauer Sportförderer des Jahres»

Der langjährige OK-Präsident des Rollstuhl-Wettkampfs «Weltklasse am See» wird am 14. Februar anlässlich des Thurgauer Sportpreises 2020 für seine Verdienste im Behindertensport ausgezeichnet werden.

Matthias Hafen
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Nick Sigg aus Frasnacht war die treibende Kraft hinter dem Rollstuhl-Leichtathletik-Grossanlass «Weltklasse am See» in Arbon.

Nick Sigg aus Frasnacht war die treibende Kraft hinter dem Rollstuhl-Leichtathletik-Grossanlass «Weltklasse am See» in Arbon.

Reto Martin (Arbon, 5. Oktober 2018)

Wer im Behindertensport etwas anpackt, dem ist das Rampenlicht nicht beschieden. Parathletics-Wettkämpfe stossen beim Publikum und damit auch bei den Medien auf geringes Interesse. Und das, obwohl die Athletinnen und Athleten grossartige Leistungen erbringen und der organisatorische Aufwand sich nicht wesentlich von anderen Sportanlässen unterscheidet. Für das OK ist das teils frustrierend. Umso erstaunlicher ist es, was Nick Sigg und sein Team in Arbon auf die Beine gestellt haben. Mit den Rollstuhl-Wettkämpfen, die Sigg 2005 im STV Arbon initiierte und seither als OK-Präsident organisierte, brachte der 67-jährige Frasnachter dank nimmermüder Arbeit internationales Flair in den Oberthurgau. «Weltklasse am See» war geboren.

Der Event im Stacherholz wurde zu einer festen Grösse im Sportkalender – auch, weil die Bahn ideale Voraussetzungen für Weltrekorde bietet. Das Meeting in Arbon gehörte zum Besten, was die Para-Leichtathletik zu bieten hat. 2020 findet es neu in Nottwil statt.

Strahlkraft weit über den Kanton hinaus

Als treibende Kraft brachte es OK-Präsident Nick Sigg fertig, dass die «Mini-Paralympics» in Arbon oft besser besetzt waren als viele andere Sportanlässe in der Schweiz. Der Event hatte überdies eine Strahlkraft weit über Arbon und den Thurgau hinaus. Für seine Verdienste zugunsten der Para-Leichtathleten wurde der passionierte Turner Sigg bereits zum «Arboner des Jahres 2017» gekürt. Nun wählte ihn die Jury des Thurgauer Sportpreises 2020 zum Sportförderer des Jahres.

Sigg erhält damit Anerkennung für jahrelange, ehrenamtliche Arbeit, die er nebst seinem Beruf als kaufmännischer Angestellter bei der Holzfirma Banderet AG in Arbon verrichtet hat. Sein Schaffen kam einerseits den Sportlerinnen und Sportlern zugute, aber auch Arbon als Sportstadt und dem Thurgauer Sport, der mit den Weltmeistern Marcel Hug und Catherine Debrunner gleich zwei wichtige Botschafter in der Para-Leichtathletik stellt.

Am Anfang stand der Zufall, danach harte Arbeit

Dabei war die Erstauflage von Weltklasse am See im Jahr 2006 nur durch einen glücklichen Zufall zustande gekommen, wie Sigg einst verraten hatte: «Der STV Arbon hat damals einen Leichtathletik-Wettkampf für den Schweizerischen Turnverband organisiert.» Ein anwesender Kampfrichter habe ihm damals gesagt, dass die Tartanbahn im Stacherholz in einem sehr gebrauchten Zustand sei, sich aber ideal für Rollstuhlsportler eignen würde. «Die Bahn ist hart und abgenutzt. Dadurch haben die Rollstuhlsportler einen geringen Rollwiderstand und sind schneller als auf neuen Bahnen», so Sigg.

Der Kampfrichter sollte recht behalten: In Arbon purzelten die Weltrekorde in grosser Zahl. Bei der Austragung 2015 etwa wurden gleich 23 neue Bestzeiten aufgestellt. Die Athletinnen und Athleten bekamen bei «Weltklasse am See» kein Preisgeld, aber sie können sich mit Weltrekorden einen Namen machen. Ähnlich erging es OK-Präsident Sigg, der den Anlass 2019 zum letzten Mal organisiert hat. Er wollte keinen Lohn für seine unermüdliche Arbeit, hoffte für den Grossanlass aber bis zuletzt auf mehr Beachtung durch die Öffentlichkeit. Ein Wunsch, der ihm nur teilweise erfüllt wurde.

Die Gewinner des Thurgauer Sportpreises 2020 werden am 14. Februar im Pentorama Amriswil gefeiert. Der Anlass wird organisiert vom Panathlon Club Thurgau. Mehr Informationen unter www.thurgauer-sportpreis.ch.