Wahlsieg für Susanne Scheiwiler-Noser: CVP verteidigt Sitz im Stadtrat Bischofszell

Bei der Ersatzwahl am Sonntag setzt sich die CVP-Kandidatin Susanne Scheiwiler-Noser gegen Matthias Fröhlich von der SVP klar durch.

Georg Stelzner
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Stadtpräsident Thomas Weingart gratuliert der neugewählten Stadträtin Susanne Scheiwiler-Noser.

Stadtpräsident Thomas Weingart gratuliert der neugewählten Stadträtin Susanne Scheiwiler-Noser.

Bild: Donato Caspar (Bischofszell, 23. August 2020)

Seit Jahresbeginn war der Sitz im Stadtrat Bischofszell vakant. Die ursprünglich für 17. Mai vorgesehene Ersatzwahl fiel der Coronapandemie zum Opfer. Nun steht fest, wer künftig für das Ressort «Gesellschaft/Gesundheit» verantwortlich sein wird. Die Wahl muss jetzt noch vom Kanton bestätigt werden, was in den nächsten sieben bis zehn Tagen geschehen dürfte.

Die Gründe des Wahlerfolgs

«Ich bin sehr zufrieden und glücklich, dass es geklappt hat», sagt Wahlsiegerin Susanne Scheiwiler-Noser am Sonntagmittag in einer ersten Stellungnahme. Sie sei immer von einem offenen Rennen ausgegangen und habe nie ausgeschlossen, dass Matthias Fröhlich das bessere Ende für sich haben könnte.

Ihren Erfolg führt Susanne Scheiwiler-Noser vor allem auf zwei Gründe zurück. Zum einen sei ihr der Umstand zugutegekommen, in der jetzigen Zeit als Ärztin kandidieren zu können, zum andern habe sie dank ihres bisherigen Engagements in der Stadt von einem hohen Bekanntheitsgrad profitiert.

«Das kam auch immer wieder in den Rückmeldungen, die ich erhalten habe, zum Ausdruck», sagt die Wahlsiegerin. Keine grosse Bedeutung misst Susanne Scheiwiler-Noser hingegen den Faktoren Geschlecht und Parteizugehörigkeit bei.

Bruno Niedermann bleibt einziger SVP-Stadtrat

Mit Fassung nimmt Matthias Fröhlich am Sonntag das Verdikt der Wähler zur Kenntnis. «Ich empfinde das Resultat nicht als Niederlage und bin in Anbetracht der Voraussetzungen mit meinem Abschneiden zufrieden», erklärt der unterlegene Kandidat.

Eines steht indes aber fest: Fröhlichs Partei, die SVP, ist beim Versuch, nach längerer Zeit wieder zwei Leute in den Stadtrat zu entsenden, klar gescheitert. Letztmals hatte die SVP in den Jahren 2005 bis 2007 eine Doppelvertretung, als Adolf Keller und Christian Steiner der Bischofszeller Exekutive angehörten.

Nicht verbittert, aber selbstkritisch

Fröhlich bescheinigt der CVP ein grosser Geschick bei der Nominierung ihrer Kandidatin. Susanne Scheiwiler-Noser habe die Vorteile auf ihrer Seite gehabt. Er selber hätte das eine oder andere vielleicht besser machen können, äussert sich Fröhlich selbstkritisch. So sei er in den sozialen Medien weniger präsent gewesen als die Mitbewerberin.

Auch als Mann habe er einen schweren Stand gehabt, da mit seiner Wahl der Frauenanteil im Stadtrat kleiner geworden wäre, was bei der Meinungsbildung unter den Wählern ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnte. Verbittert ist Fröhlich nicht: «Ich kann mir gut vorstellen, mich in Zukunft anderweitig politisch zu engagieren.»

Die Wahl in Zahlen

Bei der Wahl am Sonntag, 23. August, war der seit dem Rücktritt von Nina Rodel (CVP) vakante Sitz im Stadtrat Bischofszell zu vergeben. Auf Susanne Scheiwiler-Noser (CVP) entfielen 712 Stimmen, auf Matthias Fröhlich (SVP) 391. Vereinzelte erhielten insgesamt 16 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 560 Stimmen, die Stimmbeteiligung betrug 32,2 Prozent. (st)