Crash – boom – bang! Der HC Thurgau kassiert zum Playoff-Auftakt eine Schlappe

Kurz nach Beginn des Mitteldrittels liegt der HC Thurgau in Visp schon 0:3 zurück. Am Ende resultiert ein 1:4. So steigen die Ostschweizer mit einem 0:1-Rückstand in der Viertelfinalserie ins erste Heimspiel am Freitag um 20 Uhr in der Weinfelder Güttingersreuti.

Matthias Hafen aus Visp
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Bis in die vorletzte Minute jubelten nur die Visper (Mark Van Guilder, links, und Topskorer Troy Josephs) im ersten Playoff-Spiel gegen Thurgau (Patrick Parati und Goalie Janick Schwendener).

Bis in die vorletzte Minute jubelten nur die Visper (Mark Van Guilder, links, und Topskorer Troy Josephs) im ersten Playoff-Spiel gegen Thurgau (Patrick Parati und Goalie Janick Schwendener).

Bild: Daniel Berchtold/Walliser Bote

Es waren vier heftige Minuten für den HC Thurgau. Zwischen 17:25 und 21:25 auf der Match­uhr kassierte der Qualifikationsfünfte zum Playoff-Auftakt gegen Visp drei Gegentore. Alle drei nach Weitschüssen und alle drei durch Spieler, die man als Torschützen nicht auf der Rechnung hatte. Zweimal traf der 23-jährige Verteidiger Marc Steiner (3 Tore in der Qualifikation) und einmal der 21-jährige Stürmer Patric Hof­stetter (4Tore in der Qualifikation). Sie sorgten damit schon früh für eine Thurgauer Ernüchterung im Wallis.

Jedem der Gegentore war ein grober Fehler des HCT vorausgegangen. Fehler, die man dem eigentlich gefestigten Team des Trainerduos Mair/Winkler so zum Playoff-Auftakt nicht zugetraut hätte. Den eingehandelten Rückstand holten die Gäste bis zum Schluss nicht mehr auf. Ja, sie kamen danach gar nie mehr ins Spiel zurück. So steigt Thurgau nach der 1:4-Niederlage mit einem 0:1-Rückstand in der Best-of-seven-Serie ins erste Heimspiel vom Freitag um 20 Uhr in der Weinfelder Güttingersreuti.

Frappante Unterschiede in der Schussqualität

Die fatalen Fehler waren umso ärgerlicher, weil die Ostschweizer spielerisch mit den Wallisern eigentlich mithalten können. Das zeigte sich zu Beginn der Partie, als die Vorteile leicht bei den Gästen lagen. Hätten die Jones-Zwillinge und ihre Teamkollegen doch nur aus einer der drei Visper Strafen hintereinander Profit geschlagen. Aber das Powerplay war an diesem Abend so harmlos wie das ganze Offensivspiel der Thurgauer.

Immerhin tat es gut zu sehen, wie der HCT auf das schnelle Umschaltspiel der Walliser reagierte und so mehrere Konteranläufe des Heimteams unterband. Auch scheint Thurgaus Defensive das gegnerische Ausländerduo Troy Josephs und Mark Van Guilder weitgehend im Griff zu haben. Dennoch gab es zwischen dem vierten Visp und dem fünften Thurgau frappante Unterschiede. Etwa die Schussqualität. So harte, präzise Schüsse wie selbst aus der zweiten Reihe der Walliser auf Janick Schwendener zukamen, hätte man sich auch mal von einem Thurgauer in der vorderen Reihe gewünscht. Ganz generell erspielte sich der HCT im ersten Viertelfinal kaum gefährliche Torchancen. Wenn der Halbfinalist vom Vorjahr nicht mehr zu bieten hat, als was er an diesem Abend zeigte, dann wird es in dieser Serie ganz schwierig für ihn.

Emotionen entladen sich nach Spielschluss

Enttäuschend war, wie emotionslos die Begegnung in der zwar schmucken aber stimmungsschwachen Lonza-Arena abgelaufen war. Nach dem 0:3 mangelte es der Partie zeitweise komplett an Intensität – und das im Playoff! Dabei wäre die Bringschuld nach dem Rückstand bei den Thurgauern gelegen. Erst als die Partie vorbei war, entluden sich beiden Gästen die Emotionen. Das Handgemenge mit den Visper Spielern an der Mittellinie zeugt zumindest davon, dass dem HCT die Auftakt-Schlappe nicht egal ist. Auch Melvin Merolas Powerplaytreffer zum 1:4 (59.) hatte aufgrund seiner Wucht durchaus Symbolkraft im Hinblick auf das Heimspiel vom Freitag.

Visp – Thurgau 4:1 (2:0, 1:0, 1:1)

Lonza-Arena – 2596 Zuschauer –SR Borga/Fausel, Steenstra (CAN)/Haag.
Tore: 18. Steiner (Van Guilder) 1:0. 20. (19:12) Hofstetter (Heynen, Petrig) 2:0. 22. Steiner 3:0. 51. Josephs (Dolana, Van Guilder) 4:0. 59. Merola (Ausschluss Nater) 4:1.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Visp, 4-mal 2 Minuten gegen Thurgau. Visp: Lory; Camperchioli, Nater; Steiner, Heynen; Wiedmer, Furrer; Haueter, Brantschen; Josephs, Van Guilder, Dolana; Riatsch, Ritz, Ranov; Berger, Achermann, Spinell; Burgener, Hofstetter, Petrig.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Fechtig, Scheidegger; Collenberg, Steinauer; Engeler; Kellen Jones, Connor Jones, Spiller; Janik Loosli, Rehak, Altorfer; Spannring, Rundqvist, Merola; Hobi, Brändli, Hollenstein; Frei.
Bemerkungen: Visp ohne Brügger, Haberstich (beide verletzt) und Zeiter (überzählig). Thurgau ohne Moser, Wildhaber (beide verletzt), Niedermaier, Schnetzer (beide überzählig), Huber und Zanzi (beide Farmteam).

HC Thurgau mit einem glanzvollen Abschluss der Qualifikation

Der HC Thurgau bezwingt in einer spektakulären und temporeichen Partie Qualifikationssieger Kloten vor 2119 begeisterten Zuschauern in Weinfelden mit 2:1. Dank dieses Erfolgs verteidigt die Mannschaft von Trainer Stephan Mair Platz fünf und trifft im Playoff-Viertelfinal auf den EHC Visp.
Thomas Werner