Covid-Hilfe
Die Fussballer, die Handballer und der Eishockeyclub: Drei Kreuzlinger Vereine erhalten ein städtisches Covid-Darlehen – das Giesskannenprinzip lehnt der Stadtrat aber ab

Den Klubs, die Unterstützung beantragt hatten, gab die Stadt Geld. Weitere Beiträge im Rahmen einer Coronahilfe sind nun aber nicht vorgesehen, wie es in der Antwort des Stadtrates auf eine schriftliche Anfrage aus dem Gemeinderat heisst. Alle Ausfälle werde man nicht kompensieren können.

Urs Brüschweiler
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Die Kreuzlinger Handballerinnen sind nationale Spitze. Ihr Verein leidet aber wie alle Sportvereine finanziell unter der Coronakrise.

Die Kreuzlinger Handballerinnen sind nationale Spitze. Ihr Verein leidet aber wie alle Sportvereine finanziell unter der Coronakrise.

(Bild: Mario Gaccioli)

Es war im Frühling nach dem Lockdown, als der Stadtrat den darbenden Grossvereinen mit Sofortmassnahmen Unterstützung zusicherte, um ihnen zu helfen, finanzielle Engpässe zu überbrücken. Drei Sportklubs hatten bis am 1. September Anträge auf Darlehen gestellt: Der Fussballclub Kreuzlingen, der Eishockeyclub und der Handballsportclub. Erstere erhielten je 20'000 Franken zugesprochen, Letzterer 25'000 Franken. Dies geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage aus dem Gemeinderat hervor, welche Ruedi Herzog im Namen der SP-Fraktion Ende April eingereicht hatte. Die Darlehen seien nicht verzinsbar und über eine Rückzahlung werde man erst nach Ende der Covid-Krise reden.

Keine weiteren Sonderbeiträge zu erwarten

Die schriftliche Anfrage der SP zielte jedoch auch auf weitergehende und auch langfristige Hilfe für die Kreuzlinger Vereine, welche unter den Einschränkungen litten und durch finanzielle Einbussen in Existenznot kommen könnten. Ausser der Soforthilfe auf einen Antrag sei von der Stadt aber keine weiteren Coronasonderbeiträge zu erwarten, heisst es nun in der Antwort.

«Eine pauschale Entschädigung entgangener Einnahmen kann vom Stadtrat nicht verantwortet werden.»

Nur wenn belegbare Ausfälle von Veranstaltungen zu finanziellen Engpässen führten, würden Anträge an die Stadt einzeln geprüft.

Auch die von Ruedi Herzog ins Spiel gebrachte Erhöhung der Beiträge der Jugendförderbeiträge von 40 auf 100 Franken lehnt die Stadt ab. «Es ist nicht angemessen und vertretbar, im Giesskannenprinzip allen Jugendlichen der unterschiedlichen Vereine eine um 60 Franken erhöhte Pauschale auszuzahlen.» Statt knapp 55'000 Franken wie vorgesehen, hätte die Stadt so für 2020 136'000 Franken ausgeben müssen. Auch hier stellt sich der Stadtrat auf den Standpunkt, dass die Vereine individuell angeschaut werden müssen.

«Ein Verein ohne teilprofessionelle Strukturen hat weit geringere Kosten zu tragen und kann sogar Startgelder und Reisekosten von Mitgliedern einsparen, da keine Wettkämpfe stattfinden.»

Wieder verweist man bei der Exekutive auf die Möglichkeit für die Vereine, einen Antrag mit Unterlagen einzureichen.

Schwierige Lage beim Sponsoring

Abschliessend räumt der Stadtrat seine Besorgnis über die Entwicklung der Kreuzlinger Vereinslandschaft ein. «Vor allem die angespannte Lage im Sponsoringbereich kann zu weiteren finanziellen Engpässen führen.» Aber die Stadt werde diese Ausfälle aus den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht vollständig kompensieren können.

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