Coronamassnahmen machen Evangelisch Sulgen-Kradolf zu schaffen

Mehr Sorgen als der Verlust im Budget 2021 bereitet der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf momentan die Coronapandemie.

Christof Lampart
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Blick auf die evangelische Kirche im Zentrum des Sulger Oberdorfs.

Blick auf die evangelische Kirche im Zentrum des Sulger Oberdorfs.

Bild: Manuel Nagel (Sulgen, Oktober 2020)

«Wir sind ziemlich mit der Coronasituation gefordert. Wir müssen kurzfristig planen und sind nicht immer sicher, ob es richtig ist, wie wir mit der Situation umgehen», gab Walter Berger, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf, am Sonntag zu Beginn der Gemeindeversammlung zu.

Von den anwesenden 60 Gemeindegliedern (3 Prozent aller Stimmberechtigten), wollte er wissen, was in dieser Situation besser gemacht werden könnte.

Bis zu vier Gottesdienste am Wochenende

In der Diskussion wurde viel Verständnis für die schwierige Situation gezeigt und das Angebot der Livestream-Übertragungen gelobt. Berger hatte zuvor erklärt, dass man mit der Beschränkung auf 50 Personen je Gottesdienst nicht glücklich sei, sich aber als Kirchgemeinde selbstverständlich an die Auflagen halte.

Dank der Existenz von zwei Kirchen (Sulgen und Kradolf) könne man sich damit behelfen, die Gottesdienste doppelt bis vierfach durchzuführen. Zudem könne man auch Livestream-Übertragungen anbieten. Bei Abdankungen sehe dies anders aus.

Gesang wird schmerzlich vermisst

«Bei Beerdigungen wollen manchmal 200 bis 300 Personen dabei sein, um sich von der verstorbenen Person zu verabschieden, aber das können wir jetzt nicht bieten», bedauerte Berger. «Immerhin haben wir es bis anhin geschafft, das Sicherheits- und Hygienekonzept so anzupassen, dass wir den neuen Verschärfungen immer voraus waren und sind.»

Ein Votant bedauerte, dass in den Gottesdiensten derzeit ein Singverbot herrsche und regte an, das Fehlen des Live-Gesangs durch das Abspielen von Chorälen aus der «Konserve» ein wenig abzumildern. Berger antwortete, dass man diesen Gedanken aufnehmen wolle.

Für 2021 sind rote Zahlen budgetiert

Wenig zu reden gab das Budget 2021. Wie Kirchenpfleger Joel Röthlisberger darlegte, rechnet die Kirchenbehörde im kommende Jahr mit einem Minus von 90'050 Franken. Den budgetierten Einnahmen von 1,33 Mio. Franken stehen budgetierte Ausgaben von 1,42 Mio. Franken gegenüber.

In Steuerprozenten ausgedrückt, bedeutet dies, dass sich das Minus im Jahr 2021 voraussichtlich auf zwei Steuerprozente beläuft. Die Stimmberechtigten hiessen das Budget 2021 einstimmig gut.

Drei neue Urnenoffizianten

Unbestritten waren die Wahlen. Alle bisherigen Urnenoffizianten und Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission (RPK), die sich der Wiederwahl für die Amtsperiode 2020-2024 stellten, wurden bestätigt. Neu gewählt als Urnenoffizianten wurden Bruno Schneider aus Götighofen sowie Daniela Schenk-Oswald und Christoph Martin, beide aus Opfershofen.

Neu in der RPK Einsitz nimmt Joachim Nerz aus Schönenberg. Das Wahlbüro wird neu von Walter Berger aus Sulgen (als Präsident) und von Esther Blaser Bieler (als Sekretärin) aus Sulgen geleitet.

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