Corona: Evangelisch-Sulgen ist für die zweite Welle gerüstet

Die Pandemie hält die evangelische Kirchenvorsteherschaft von Sulgen gehörig auf Trab. Die steigenden Infektionszahlen und der Beginn der Heizperiode stellen neue Herausforderungen dar.

Monika Wick
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Kirchenpräsident Walter Berger erklärt in der evangelischen Kirche von Sulgen das aktuelle Schutzkonzept.

Kirchenpräsident Walter Berger erklärt in der evangelischen Kirche von Sulgen das aktuelle Schutzkonzept.

Bild: Monika Wick (Sulgen, Oktober 2020)

Walter Berger hält eine dicke Mappe mit unzähligen Dokumenten in der Hand. «Das sind alles Schutzkonzepte, die wir seit Beginn der Corona- pandemie ausgearbeitet haben», erklärt der Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf.

Schon bevor der Bundesrat am Sonntag, 18. Oktober, landesweit eine Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Innenräume erliess, hatte sich die Behörde der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf entschlossen, diese Vorsichtsmassnahme für alle ihre Räumlichkeiten einzuführen.

Zirkulierende Luft verbreitet Virus

Hauptgrund dafür ist, dass die Kirche nicht mehr zwei Stunden vor Gottesdienstbesuch durchgelüftet werden kann, sondern warme Luft eingeblasen wird. «Die Luft zirkuliert und könnte das Virus transportieren. Somit wäre auch beim geforderten Abstand die Sicherheit nicht gewährleistet», erklärt Walter Berger. Auf das Heizen zu verzichten, ist für die evangelische Kirchenvorsteherschaft allein schon wegen der Orgel jedoch keine Option.

Als weitere Sicherheitsmassnahme wird während den Gottesdiensten auf das Singen verzichtet, um den Ausstoss der Aerosole zu verringern. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir über eine so grosse Kirche verfügen und uns mit den Vorkehrungen sicher fühlen können», sagt Walter Berger.

Händeschütteln ist zu unterlassen

Nichtsdestotrotz erhebt die Behörde die Daten der Gottesdienstbesucher und fordert sie auf, die Hände zu desinfizieren, Menschenansammlungen vor und nach dem Gottesdienst zu vermeiden sowie auf das gewohnte Händeschütteln derzeit zu verzichten. Zudem desinfizieren die Messmer regelmässig alle Kontaktflächen.

Als zusätzlichen Schutz prüft die Behörde die Anschaffung von mobilen Entkeimungsanlagen, die je nach Veranstaltung und Räumlichkeit eingesetzt werden könnten.

«Es ist uns sehr wichtig, dass sich die Gottesdienstbesucher sicher fühlen können. Mit einer Maske schützt man mit wenig Aufwand nicht nur sich selber, sondern auch andere», erklärt der Kirchenpräsident.

Verständnis für Massnahmen vorhanden

Laut Walter Berger werden die Sicherheitsmassnahmen von den Gottesdienstbesuchern grösstenteils akzeptiert. «Obwohl es bis anhin freiwillig war, haben viele bereits eine Maske getragen», sagt er.

Das Schutzkonzept gilt neben der Kirche in Sulgen auch für das Kirchenzentrum Steinacker in Kradolf sowie die dazugehörenden Begegnungsräume, in denen Anlässe wie der Bistroabend, der Chilekafi oder der Spaghettizmittag stattfinden. «Das Schutzkonzept sieht zudem vor, dass beim Spaghettizmittag die Zeiten ausgedehnt werden, damit der Anlass gestaffelt besucht werden kann», erklärt Walter Berger.

Hoffen auf baldige Normalität

Der Kirchenpräsident hofft, dass die zweite Coronawelle bald abflachen wird. Trotzdem glaubt Berger nicht daran, dass es in Sachen Sicherheitsvorkehrungen grosse Änderungen geben wird, bevor ein wirkungsvoller Impfstoff zur Verfügung steht.

«Ich freue mich aber sehr auf die Zeiten, in denen wir uns wieder unbeschwert und sorglos begegnen können und Körperkontakt wieder möglich ist», sagt er. Bis es aber soweit ist, wird er seine Mappe mit den Schutzkonzepten noch um einige Blätter ergänzen müssen.