Comeback

Für sechs Wochen aus der Bahn geschleudert: Wie sich HC-Thurgau-Stürmer Patrick Brändli aufs Eis zurückkämpfte

Im Heimspiel von heute Mittwoch um 20 Uhr gegen die GCK Lions wird Patrick Brändli wieder in der Aufstellung des HC Thurgau stehen. Er litt unter einer Verletzung, die zunächst gar nicht als solche erkannt wurde.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Nach sechs Wochen Zwangspause wieder zurück: Patrick Brändli.

Nach sechs Wochen Zwangspause wieder zurück: Patrick Brändli.

Mario Gaccioli (18. September 2020)

Nur zwei Spiele lange lief es Patrick Brändli rund in dieser Saison. Dann kam der Filmriss. Am 9. Oktober gegen die EVZ Academy (2:0) lief der Stürmer in einen Check eines Zuger Gegenspielers und trug Schäden davon, die zunächst unbemerkt blieben. Brändli kam auch zwei Tage später in Winterthur (5:3) noch zum Einsatz, erzielte in der Folgewoche gegen Visp den 3:2-Siegtreffer und machte am 17. Oktober bei der 2:5-Auswärtsniederlage gegen die Ticino Rockets sein bislang letztes Spiel. Seither absolvierte Brändli vor allem neurologische Tests.

Denn je länger der 25-Jährige weiterspielte, desto grösser wurde das Unwohlsein. Schliesslich diagnostizierten die Ärzte bei ihm ein Schleudertrauma. Es folgte das gleiche Protokoll wie bei einer Hirnerschütterung. «Immer wieder wurden meine Augenbewegungen gefilmt, um zu schauen, ob sie normal funktionieren», sagt Brändli. Dazu kamen unzählige Gleichgewichtstests. Der Stürmer sagt:

«Dass du im Gegensatz zu einem Bruch oder einer Zerrung keine Ahnung hast, wie lange die Rehabilitation dauern wird, kann dich fertigmachen.»

Sechseinhalb Wochen dauerte für Patrick Brändli die sportliche Zwangspause. Nun, im Heimspiel vom Mittwoch gegen die GCK Lions, ist sein Comeback geplant. «Primär geht es darum, dass ich zu ein paar Einsätzen komme», sagt der Stürmer, der als gelernter Center ein besonders seltenes Gut im Thurgauer Kollektiv ist. «Erfahrungsgemäss brauche ich ein, zwei Matches, dann bin ich wieder voll drin», so Brändli. Allerdings sind Kopfverletzungen tückisch.

Jeder hilft dem anderen, wo er nur kann

Mit bis zu neun Verletzten gleichzeitig wird der HC Thurgau heuer schwer getroffen. «Für die Verletzten ist es hart, weil sie auf dem Eis nicht helfen können. Und für die Jungs auf dem Eis ist es schwer, weil sie irgendwann auf dem Zahnfleisch laufen», sagt Brändli, der seine fünfte Saison mit dem HCT bestreitet. Doch auch diesbezüglich beeindrucke ihn der Teamgeist. «Jeder hat für den anderen ein offenes Ohr.» Und die Verletzten würden im Training immer mal wieder für ihre Kollegen einspringen, damit die pausieren können. «Man hilft sich beim HC Thurgau gegenseitig.»

Schon wieder ein neuer Verletzter beim HC Thurgau

So richtig freuen kann sich Thurgaus Headcoach Stephan Mair nicht über die Rückkehr von Stürmer Patrick Brändli. «Denn», so der Südtiroler, «unsere grosse Baustelle ist zurzeit die Defensive.» Mit Bernhard Fechtig fiel im Auswärtsspiel gegen Winterthur ein weiterer Verteidiger aus. «Einer rein, einer raus. Das ist momentan unser Schicksal», sagt Trainer Mair. Fechtig verletzte sich am vergangenen Sonntag unglücklich, als er einen Gegenspieler checken wollte. Mit David Wildhaber und Patrick Parati fehlen dem HCT bereits zwei Defensivstützen verletzungsbedingt. Immerhin kann Mair hinten weiterhin auf die beiden Verstärkungsspieler Silvio Schmutz und Atanasio Molina vom EHC Basel zählen.