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Interview

Circus-Royal-Direktor verteidigt umstrittene Löwennummer: «Tiere gehören genauso zum Zirkus wie Artisten»

In seinem neuen Programm präsentiert der Circus Royal wie schon vor drei Jahren wieder Löwen. Direktor Oliver Skreinig verteidigt diese von vielen Seiten kritisierte Entscheidung. Premiere auf der Freudigerwiese in Weinfelden feiert der Zirkus am 2. März.
Mario Testa
Schon vor drei Jahren reisten Löwinnen im Circus Royal mit durch die Schweiz mit Tourneestart in Weinfelden. (Bild: Mario Testa, 4.März 2016)

Schon vor drei Jahren reisten Löwinnen im Circus Royal mit durch die Schweiz mit Tourneestart in Weinfelden. (Bild: Mario Testa, 4.März 2016)

Warum zeigen Sie diese Saison wieder eine Nummer mit Löwen im Circus Royal?

Oliver Skreinig, Direktor Circus Royal. (Bild: Mario Testa)

Oliver Skreinig, Direktor Circus Royal. (Bild: Mario Testa)

Oliver Skreinig: Unser Programm heisst «Wir sind Circus», es ist eine Hommage an unseren im vergangenen Jahr verstorbenen ehemaligen Zirkusdirektor Peter Gasser. Für ihn gehörten Tiere genauso zum Zirkus wie Artisten.

Die Kritik an der erneuten Raubtiernummer ist gross.

Es läuft ein Shitstorm im Internet. Die Tiere sind noch nicht mal in der Schweiz, keiner ausser uns kennt die Haltungsbedingungen und doch schreien bereits alle auf. Die Kritik kommt jedoch von einer kleinen Gruppe Menschen. Es gibt viel mehr Menschen, die den Zirkus besuchen und Freude an den Tieren haben. Die Kritiker picken sich Tierarten heraus, die Emotionen wecken und die sie instrumentalisieren können.

Haben Sie mit den Tierschützern denn schon gesprochen?

Vor zwei Jahren anlässlich unserer Tigernummer gab es ein langes Gespräch. Da waren auch unabhängige Experten für Raubkatzen dabei. Aber deren Argumente sowie Gutachten, die den Tieren psychisch und körperlich einen guten Zustand attestierten, ignorierten die Tierschützer. Sie blieben bei ihrer Meinung und lancierten einen politischen Vorstoss. Aber das zuständige Bundesamt will Wildtiere im Zirkus nicht verbieten.

Tierschützer sind enttäuscht

Mehrere Schweizer Tierschutzorganisationen verurteilen die Haltung von Wildtieren im Zirkus. Mit einer Petition und über 70000 Unterschriften wollten sie vergangenes Jahr im März ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen erreichen – ohne Erfolg, wie Gabriela Gschwend von der Stiftung Tier im Recht sagt. «Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hat uns mitgeteilt, dass aufgrund der strengen gesetzlichen Regelungen in der Schweiz dem Tierschutz hinreichend Rechnung getragen werde und daher keine Notwendigkeit für ein Verbot bestehe.» Dass der Circus Royal trotz aller Proteste und Kritik nun schon wieder Raubkatzen in seinem Programm zeige, sei unverständlich. «Wir sind enttäuscht, dass der Circus Royal die Zeichen der Zeit nicht erkennt.»

Brauchen Sie denn diese Raubtiernummern, um Publikum anzulocken?

Wir hatten auch gute Jahre ohne Raubtiernummern. Aber wir wollen den Leuten etwas bieten. Exotisches zu zeigen, das es sonst nicht zu sehen gibt, war schon immer die Funktion des Zirkuses.

Bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft läuft ein Verfahren gegen Ihren Zirkus wegen Betreibungs- und Konkursdelikten. Hemmt Sie das?

Nein. Das Verfahren hemmt mich nicht, zumal die Betriebs GmbH von Peter Gasser geführt wurde.

Gibt es dieses Jahr Neuerungen beim Circus Royal?

Ja, wir haben wieder ein Orchester mit auf Tournee; vier Musiker und eine Sängerin. Das war auch einer von Peter Gassers Wünschen – er wird zum ersten Mal in der Geschichte des Royal nicht an der Premiere dabei sein.

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