Chropfleerete in der Kirche: Evangelisch Birwinken-Langrickenbach disktuiert über den Pfarrer und eine mögliche Fusion der Kirchgemeinde

In einer Diskussions- und Orientierungsversammlung in der Kirche äusserten die Kirchbürger ihre Gedanken zur Situation der Kirchgemeinde.

Monika Wick
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Präsident Jürg Hausamman leitet die Diskussionsrunde, Vizepräsidentin Elsbeth Schär notiert Stichworte.

Präsident Jürg Hausamman leitet die Diskussionsrunde, Vizepräsidentin Elsbeth Schär notiert Stichworte.

(Bild: Monika Wick)

Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum – wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Dieser Satz stammt aus einem Lied, das die Besucher der Diskussions- und Orientierungsversammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Langrickenbach-Birwinken zu Beginn des Anlasses gesungen haben.

Die Wahl des Liedes hätte nicht treffender sein können, denn die Kirchbürger waren dazu aufgefordert, ihre Wünsche für die Zukunft der Kirchgemeinde kundzutun sowie Lob und Kritik zu platzieren.

Auslöser für die Diskussions- und Orientierungsversammlung war der Umstand, dass einige Kirchbürger im Vorfeld den Zusammenschluss mit einer anderen Kirchgemeinde forderten oder Mühe mit Pfarrer Peter Mainz bekundeten. Behördenmitglied Fredy Manser erklärte:

«Ziele der Versammlung sind Klarheit und Transparenz zu schaffen, Vorschläge zu sammeln und Bedürfnisse zu erkennen.»

Dringendste Themen: Pfarrer, Fusion und Jugendarbeit

Von den im Vorfeld verschickten 500 Fragebogen waren lediglich 17 retourniert worden. Als dringlichste Themen nannten die Befragten einen Zusammenschluss, das Pfarramt sowie die Jugendarbeit. Ähnlich äusserten sich die rund 40 Versammlungsteilnehmer in der Kirche Langrickenbach.

Ein Votant forderte die Fusion mit einer anderen Kirchgemeinde. Dass ein Pfarrer für acht, zehn oder zwölf Leute predigen und ein Organist und ein Mesmer anwesend sein müssen, stehe in keinem Verhältnis. «Das ist nicht mehr tragbar, es muss etwas geschehen», forderte er. Eine Votantin gab zu Bedenken, dass ein Zusammenschluss schon in früheren Jahren diskutiert wurde und jeweils aus Angst vor einem höheren Steuerfuss scheiterte.

Pfarrer Peter Mainz musste sich einige Kritik gefallen lassen, welche die Art seiner Gottesdienste oder die Führung des Pfarramtes betrafen. «Unser Pfarrer kann nicht begeistern», sagte ein Votant. Viele Votanten äusserten sich zum Thema Jugendarbeit und der Schwierigkeit, Kinder und Jugendliche in der Gemeinde für die Kirche zu begeistern. «Ich fände es erstrebenswert, die Jugendarbeit so zu koordinieren, dass sie mit dem Oberstufenschulkreis harmoniert», sagte ein Votant.

Die zweistündige Versammlung verlief ruhig und sachlich. «Wir gehen nun in Klausur und werten die Diskussion aus. Danach müssen wir Anträge formulieren», erklärte Präsident Jürg Hausammann zum Schluss.

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