Christoph à Wengen aus Hauptwil setzt sich für die Konzernverantwortungsinitiative ein

Der 64-jährige Architekt bildet mit Gleichgesinnten aus der Region Bischofszell ein lokales Komitee. Ziel ist es, die Bevölkerung für die Problematik zu sensibilisieren.

Georg Stelzner
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Christoph à Wengen mit einem Ja-Transparent im Barocken Rosengarten der Stadt Bischofszell.

Christoph à Wengen mit einem Ja-Transparent im Barocken Rosengarten der Stadt Bischofszell.

Bild: Georg Stelzner

Christoph à Wengen ist 64, von Beruf Architekt in Bischofszell und im Normalfall nicht politisch aktiv. Einzig in den späten Achtzigerjahren sammelte er als Student Unterschriften für die Rothenthurm-Moorschutz-Initiative. «Mit Erfolg!», wie er mit leisem Stolz erzählt. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er als ehemaliger Präsident des Bischofszeller Kulturvereins Literaria bekannt.

Komitee ist breit verankert

Nun fühlt sich Christoph à Wengen erstmals wieder verpflichtet, seine Stimme zu erheben. Diesmal für die von Hilfswerken, Kirchen, Gewerkschaften sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen getragene Konzernverantwortungsinitiative.

Mit Gleichgesinnten aus der Region gehört er dem lokalen Bischofszeller Komitee an. Die Mitglieder decken parteipolitisch und in beruflicher Hinsicht ein breites Spektrum ab.

Mit fremden Federn mag sich Christoph à Wengen nicht schmücken. Die Gründung des Komitees sei nicht seine Idee gewesen. «Ich bin angefragt worden, ob ich mitmachen will, und habe zugesagt, weil ich Zeit und die erforderliche Infrastruktur habe.» Es sei jederzeit möglich, sich der überparteilichen Gruppe anzuschliessen.

Kreuzzug gegen Gleichgültigkeit

Die Initiative, für die sich Christoph à Wengen und seine Mitstreiter einsetzen, möchte erreichen, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Umweltstandards und Menschenrechte verletzen. «Es geht uns dabei um die ethisch-moralische Grundeinstellung», erklärt der Architekt.

Die immer noch weitverbreitete Praxis des Verdrängens und Wegschauens ist nach Ansicht von Christoph à Wengen ein Relikt aus der Epoche des Kolonialismus und bedarf dringend einer Korrektur. Es sei höchste Zeit, endlich aufzuwachen und Verantwortung zu übernehmen, findet er: «Es kann uns nicht egal sein, wie mit Menschen auf anderen Kontinenten umgegangen wird.»

Schweiz ist keine Insel

Seit dem Einsetzen der Flüchtlingsströme müsse allen klar sein, dass es ein folgenschwerer Fehler wäre, die Schweiz in der heutigen Zeit isoliert zu betrachten, gibt Christoph à Wengen zu bedenken. Das Komitee habe sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung in der Region für die Problematik zu sensibilisieren.

Dass der Gegenseite für Propagandazwecke wesentlich mehr Geld zur Verfügung steht, entmutigt Christoph à Wengen nicht: «Unser Budget ist der gesunde Menschenverstand des einzelnen Bürgers.» Er hofft, die wegen der Coronapandemie abgesagten Informationsanlässe, unter anderem die Vorführung des Dokumentarfilms «Der Konzern-Report», bald nachholen zu können.

Mehr Informationen im Internet unter www.konzern-initiative.ch