Christian Lohr strebt eine dritte Amtszeit im Nationalrat an 

Der Kreuzlinger Politiker wird mit einiger Wahrscheinlichkeit in der nächsten Legislatur der einzige Vertreter des Bezirks im Nationalrat sein. Ein Grund mehr für die regionale CVP seine Wiederwahl zu unterstützen.

Urs Brüschweiler
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Die CVP lanciert den Wahlkampf: Nationalrat Christian Lohr, Bezirkspräsidentin Sandra Stalder und Ortspräsident Stephan Marty. (Bild: Urs Brüschweiler)

Die CVP lanciert den Wahlkampf: Nationalrat Christian Lohr, Bezirkspräsidentin Sandra Stalder und Ortspräsident Stephan Marty. (Bild: Urs Brüschweiler)

«Es ist extrem wichtig für unsere Grenzregion, in Bern vertreten zu sein.» CVP-Bezirkspräsidentin Sandra Stalder und Ortsparteipräsident Stephan Marty freuen sich deswegen, dass Christian Lohr im Nationalrat weitermachen will. Gestern gab der 56-Jährige bekannt, dass er hoch motiviert für eine dritte Amtsdauer antreten will. Die Nominationsversammlung der CVP Thurgau findet am 20. Januar statt. Von der Bezirkspartei wurde seine erneute Kandidatur selbstverständlich mit der besten Empfehlung angemeldet, erklärt Stadler.

Region braucht eine spürbare Vertretung in Bern

Bleiben bei den eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober grössere Überraschungen aus, wird Lohr der einzige Vertreter aus dem Bezirk Kreuzlingen im Nationalrat sein. Der Langrickenbacher Markus Hausammen will bekanntlich für die SVP in den Ständerat wechseln. «Gerade unsere Grenzregion braucht eine spürbare Vertretung in Bundesbern», betont Lohr.Es sei sein Anliegen auch in Zukunft die Bedürfnisse der Bürger aus seiner Heimat aufzunehmen und sich dafür auf nationaler Ebene einzusetzen. Etwa bei den Themen Sicherheit, in Bezug auf das Asylzentrum oder die Grenzwacht, oder bei den Auswirkungen des Einkaufstourismus spiele diese Herkunft eine besondere Rolle.

«Es ist wichtig, dass die Wähler wissen, was sie haben und wofür ich einstehe.»

Lohr war von 1999 bis 2012 Mitglied des Kreuzlinger Gemeinderates und von 2000 bis 2014 Kantonsrat. 2011 rutschte er als Zweitplatzierter auf der CVP-Liste in den Nationalrat, da Brigitte Häberli in den Ständerat gewählt wurde. 2015 wurde er als «Panaschierkönig» wiedergewählt.

Ein Vertreter der politischen Mitte

«Ich konnte in den vergangenen sieben Jahren viel Erfahrung sammeln und gute Kontakte aufbauen», sagt Lohr. «Ich bin mitten im Geschehen und konnte auch politische Akzente setzen. Als Vertreter der klassischen Mitte versuche ich konsequent, gradlinig und auch unabhängig zu politisieren.»

Aktive Bezirks- und Ortsparteien

Die CVP des Bezirks Kreuzlingen besteht aus den drei Ortsparteien Kreuzlingen, Tägerwilen und Altnau-Güttingen sowie weiteren Einzelmitgliedern. «Wir arbeiten immer besser zusammen», betont Präsidentin Sandra Stadler. Den Jahresschwerpunkt setzt die Partei heuer auf «Gesundheit und Familien». Man werde deshalb unter anderem zwei Spitäler besuchen, ein öffentliches und ein privates, und auch für die Volksinitiative «Kostenbremse im Gesundheitswesen» der CVP Schweiz Unterschriften sammeln. Der Kreuzlinger Ortspartei steht mit der Neubestellung des Stadtparlaments ein Wahljahr bevor. Am kommenden Freitag werde man im Rahmen des Neujahrsaperos eine «gute und interessante Gemeinderatsliste mit bewährten und neuen Kandidaten» präsentieren und nominieren, informierte Präsident Stephan Marty. Geplant sei im April zudem ein Informationsanlass zu den Entwicklungen im Bereich Seezelg mit dem Rekadorf.

Christian Lohr ist Panaschierkönig

Die SVP zog an den Nationalratswahlen die meisten Panaschierstimmen auf sich. Bei den einzelnen Kandidaten schwingt jedoch CVP-Nationalrat Christian Lohr obenauf. Er gewann ausserhalb der eigenen Partei die meisten Stimmen.
Silvan Meile