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Casting in Romanshorn wird zum «Jekami»

Christoph Sutter schreibt ein Musical zur Einweihung des Erweiterungsbaus der Schulanlage Weitenzelg. Nebst Schülern schickt er auch lokale Entertainer und 14 Pensionäre auf die Bühne.
Lara Jörgl
Christoph Sutter in der Aula der Schulanlage Reckholdern, wo er jeweils mit den Mitwirkenden für das Musical probt. (Bild: Donato Caspari)

Christoph Sutter in der Aula der Schulanlage Reckholdern, wo er jeweils mit den Mitwirkenden für das Musical probt. (Bild: Donato Caspari)

Eigentlich hat der Sekundarschullehrer Christoph Sutter für sein neustes Musical bloss drei bis vier Rentner gesucht. Doch auf seinen Aufruf in dieser Zeitung haben sich 14 gemeldet. «Ist das jetzt ein Casting – analog der Sendung Deutschland sucht den Superstar (DSDS) auf RTL», fragten einige erwartungsvoll an der ersten Sitzung.

«Sozusagen», lächelte Sutter. Doch dieses «Leider nein», das aus Dieter Bohlen jeweils schadenfreudig heraus platzt, kam bei Sutter nicht über die Lippen. Bei keinem einzigen dieser motivierten älteren Herren und Damen. Stattdessen hat er sein Musical kurzerhand umgeschrieben und für jeden eine Rolle geschaffen. «Es sind 14 topmotivierte Darsteller im Alter von knapp 60 bis 89 Jahren. Das wird etwas Besonderes.» Sutter, der bereits vier Schulmusicals erfolgreich auf die Bühne gebracht hat, freut sich, als wäre dieses hier sein Allererstes.

Das Musical ist eine Art Dankeschön

Nebst den 14 Rentnern stehen auch gegen 50 Schüler auf der Bühne. Mit dem Musical wird nächsten Sommer der Erweiterungsbau Weitenzelg eingeweiht. Die Premiere findet am 28. Juni statt. Insgesamt sind rund acht Aufführungen geplant. Sutter sieht den Erweiterungsbau als Geschenk der Allgemeinheit an die Schule. Der Bau freut ihn, der seit 35 Jahren unterrichtet.

«Dieses Musical ist eine Art Dankeschön.» Die ganze Schule ist involviert. «Für das Projekt hat sich ein mehrköpfiges OK aus Lehrerschaft und Behörde formiert», betont er. Wichtige Teile des Projekts sind auch die Band der Musikschule Romanshorn sowie Musiklehrer Daniel Rieser und Kirchenmusiker Roman Lopar, welche die Musik zu den Liedtexten von Christoph Sutter komponierten.

Alt gegen Jung wird zu Alt mit Jung

Im Generationenmusical werfen die Alten den Jungen in ihren Songs Sätze wie die folgenden um die Ohren: «Ihr sind verwöhnt und luut und frech, ihr hänget ume, redet Blech.» Und die Jungen erwidern zum Beispiel: «Ihr sind scho stiif und voller Rost! Mein Gott was üs das alles choscht!» Doch dann nähert man sich einander an.

Irgendwo findet ein Jugendlicher einen Draht zu einem Rentner im Altersheim und umgekehrt.

«Es geht um Generationenkonflikte, Vorurteile, Respekt und Zusammenhalt.»

Der 56-jährige Oberstufenlehrer hat vieles aus seinem Berufsalltag in die Story einfliessen lassen.

Sutter lebt gerne intensiv

Die 50 freiwilligen Schüler üben seit Kurzem jeden Mittwoch über Mittag in der Aula der Schulanlage Reckholdern. Sutter ist für die Regie- und Schauspielarbeit zuständig. «Die Musiklehrpersonen Janine Nicklaus und Andi Rutishauser übernehmen alles Musikalische», sagt Sutter. Nebst den Schülern und Rentnern gelingt es ihm, aus seinem breiten Netzwerk auch Tänzer, Musiker, Schauspieler und lokale Entertainer für das Projekt zu begeistern. Dieses hat komplexe Dimensionen angenommen.

«Ich habe mich schon oft verflucht», lacht Sutter. Doch er lebe gerne intensiv: «Ich muss so vieles wie möglich ausprobieren und miteinander verbinden. Bis jetzt hat er 200 Stunden in das Projekt investiert - nicht eingerechnet die Momente mitten in der Nacht, in denen ihm die besten Ideen kommen.

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