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Carlo S. Hirschhorn, Leiter des Bischofzeller Sattelbogens, geht in Pension

Der Leiter des Regionalen Alters- und Pflegeheims Sattelbogen hat am Donnerstag, 31. Oktober, seinen letzten Arbeitstag. Hirschhorns Nachfolger ist Urs Koller.
Georg Stelzner
Carlo S. Hirschhorn, Institutionsleiter im Regionalen Alters- und Pflegeheim Sattelbogen in Bischofszell. (Bild: Andrea Stalder)

Carlo S. Hirschhorn, Institutionsleiter im Regionalen Alters- und Pflegeheim Sattelbogen in Bischofszell. (Bild: Andrea Stalder)

Mit welchen Erwartungen und Zielsetzungen haben Sie die Stelle in Bischofszell angetreten?

Carlo S. Hirschhorn: Ich wollte in meinen letzten zehn Berufsjahren noch etwas für betagte Menschen bewegen. Ich habe mich auf ein Inserat hin für die freie Stelle beworben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich über den Sattelbogen nur Gutes gehört habe. Das hat mir gefallen.

Welche Verhältnisse haben Sie angetroffen?

Ich habe einen gut geführten Betrieb und einen überaus spannenden Arbeitsplatz vorgefunden. Der Sattelbogen war gerade erst ISO-zertifiziert worden. Gleich zu Beginn meiner Leitertätigkeit wurde mit dem «Haus am Städeli» ein wichtiges Bauprojekt in Angriff genommen. Ich habe es geschätzt, dass ich in operativen Belangen freie Hand und mit Beat Frei während all der Jahre den gleichen, kompetenten Ansprechpartner hatte. Das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, war etwas Grossartiges. Ich durfte visionär denken und handeln.

Hatten Sie bei Ihrer Tätigkeit eine Philosophie, der Sie sich verpflichtet fühlten?

Meine Motivation für die Arbeit im Gesundheitswesen war der Wunsch, jenen Menschen, die uns den Wohlstand ermöglicht haben, etwas zurückzugeben. Ich habe den Standpunkt vertreten, dass auch Betagte eine Stimme haben sollen, und dass man ihnen Wertschätzung entgegenbringen muss. Bei Neueintritten war ich immer dabei, weil es mir ein Anliegen war, die Leute kennen zu lernen.

Was hat Sie in all den Jahren geärgert oder gefreut?

Es kann immer etwas geben, das einem nicht gefällt, aber gross ärgern musste ich mich nie. Ich versuchte stets, das Positive in den Vordergrund zu stellen. Die allergrösste Freude hat mir die permanente Weiterentwicklung des Sattelbogens bereitet. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, steht heute mit dem «Haus am Städeli» eine eigene Einrichtung zur Verfügung. Später wurde ergänzend ein Neubau realisiert, und zurzeit sanieren wir die Pflegeabteilungen.

Wie schätzen Sie sich selber ein? Verraten Sie uns Ihre Stärken und Schwächen?

Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann lasse ich nicht locker und versuche, es umzusetzen. Weil ich Menschen gern habe, möchte ich mit meinem Umfeld korrekt und wertschätzend umgehen. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist. Zu meinen Schwächen: Nun, ich würde mir in gewissen Situationen bisweilen etwas mehr Gelassenheit wünschen. Ausserdem neige ich dazu, pingelig zu sein.

Welches Verhältnis pflegten Sie zu den Heimbewohnern?

Ich war oft am Sonntagnachmittag anwesend, wenn es eine Veranstaltung gab. Das war jeweils eine gute Gelegenheit, um mit den Bewohnern, aber auch mit deren Angehörigen ins Gespräch zu kommen. Man muss in einem so grossen Haus jedoch darauf achten, alle gleich zu behandeln. Ich habe die Kontakte mit den Menschen äusserst geschätzt.

Haben Sie es als belastend empfunden, von Bewohnern des Heims für immer Abschied nehmen zu müssen?

Nein, ich habe von Sterbenden gelernt, dass man vor dem Tod keine Angst haben muss. Meine ersten Erfahrungen mit dem Tod machte ich in den Achtzigerjahren als Mesmer. Ich lasse mich immer informieren, wenn sich jemand «auf den Weg begibt». Wenn es so weit ist, dann verabschiede ich mich persönlich. Für mich ist das ein Ausdruck der Wertschätzung einem Menschen gegenüber. Wenn es mir möglich ist, nehme ich auch an der Abdankung teil.

Gibt es in Bezug auf den Sattelbogen trotz allem unerfüllte Wünsche oder Bedürfnisse?

Nein. Ich blicke auf ein erfülltes Berufsleben zurück und bin rundum zufrieden. Ich hatte einen hervorragenden Arbeitgeber und ausgezeichnete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Selbstständig wollte ich nie sein, denn ich habe es immer geschätzt, die Dinge mit meinem Vorgesetzten Beat Frei und dem Vereinspräsidenten Walter Bollier besprechen zu können.

Sind in den nächsten Jahren markante Änderungen im Heimwesen zu erwarten?

Ja, und zwar in verschiedener Hinsicht. Grosse Sorgen bereitet mir die Rekrutierung von diplomiertem Pflegepersonal. Die Finanzierung der Pflege und Betreuung wird ein wichtiges Thema bleiben. Ich rechne ausserdem damit, dass das betreute Wohnen weiter an Bedeutung gewinnen wird. Wir dürfen diese Entwicklungen auf keinen Fall verpassen, sondern müssen sie genau im Auge behalten.

Wie werden Sie die Freizeit nutzen und bleiben Sie der Rosenstadt verbunden?

Ich bin in Bischofszell hervorragend aufgenommen worden und habe viele Leute kennen lernen dürfen. Es waren neun wunderschöne Jahre. Ich werde mich weiterhin in der Stadt Bischofszell blicken lassen. Die vermehrte Freizeit möchte ich dazu nutzen, mehr Bewegung zu machen. Einerseits aus gesundheitlichen Gründen, andererseits aber auch Anton zuliebe – Anton ist ein Mops, der bei mir einziehen wird.

Zur Person

Carlo S. Hirschhorn war seit Herbst 2010 Leiter des Regionalen Alters- und Pflegeheims Sattelbogen in Bischofszell. Vor seiner Tätigkeit in der Rosenstadt hatte Carlo S. Hirschhorn während 20 Jahren diverse Funktionen in der Firma Seniocare, einer Schweizer Pflegeheimbetreiberin, inne. Hirschhorn ist diplomierter Institutionsleiter. (st)

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