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Calcio Kreuzlingen verliert im Cup 0:2 – und geht dennoch als Sieger vom Feld

In der ersten Hauptrunde im Schweizer Cup verlangt Calcio Kreuzlingen aus der 2. Liga interregional dem Super-League-Club Luzern alles ab und kommt mit einem Lattenschuss dem 1:0 ganz nah.
Matthias Hafen
Die Kreuzlinger (weiss) machten mit ihrem kampfstarken Auftritt den angeschlagenen Luzernern das Leben schwer. (Bild: Donato Caspari)

Die Kreuzlinger (weiss) machten mit ihrem kampfstarken Auftritt den angeschlagenen Luzernern das Leben schwer. (Bild: Donato Caspari)

Selten konnte sich ein Verlierer dermassen als Sieger fühlen wie die AS Calcio Kreuzlingen am Sonntagabend. Das Team aus der 2. Liga interregional machte aus dem Cupspiel gegen den grossen FC Luzern ein Fussballfest und bot den 3000 Zuschauern auf dem Kreuzlinger Burgerfeld mehr Unterhaltung als man hätte erwarten können.

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Es war ein Fest, bei dem der finanzkräftige Vereinspräsident Marcus Meloni als Speaker amtete, das Schweizer Fernsehen den kleinen Verein vom Bodensee wirkungsvoll in Szene setzte und die rund 400 Luzerner Fans für eine grossartige, faire Stimmung sorgten.

Kreuzlingens Kessler trifft in der 15. Minute die Latte

Zwar verpasste der Unterklassige die Sensation und verlor sein Heimspiel 0:2. Doch für den FC Luzern war es eine Zitterpartie. Calcio Kreuzlingen gehörte in der 15. Minute die erste Grosschance des Spiels. Der 20-jährige Dario Kessler traf mit einem herrlichen Heber von halbrechts die Latte. Kessler nutzte das Schaufenster, das der Cup den Amateurfussballern bot. Mit seinen schnellen Angriffen machte er sich vor allem in der ersten Halbzeit einen Namen.

Die Stimmung auf dem Kreuzlinger Burgerfeld war grossartig. (Bild: Donato Caspari)

Die Stimmung auf dem Kreuzlinger Burgerfeld war grossartig. (Bild: Donato Caspari)

So keck wie Kessler trat die gesamte Mannschaft der AS Calcio auf. «Wir hatten nicht vor, uns zu verstecken», sagte Trainer David Fall.

«Unsere Stärke ist der Offensivfussball. Die wollten wir nur wegen Luzern nicht verbergen.»

Tatsächlich hatten die Kreuzlinger das ganze Spiel über gefährliche Pfeile im Köcher, auch wenn diese mit fortlaufender Spieldauer immer kürzer wurden. Doch dass Luzern als Sieger vom Platz gehen würde, war erst in der 83. Minute klar, als der Super-League-Club die Kreuzlinger auskonterte und Margiotta zum 2:0 traf. In der 21. Minute hatte Shkelqim Demhasaj mit dem 1:0 den Teppich für den Favoriten ausgerollt.

Goalie Donnici macht das Spiel seines Lebens

In den Schlussminuten kamen die Kreuzlinger dem Ehrentreffer gleich mehrfach nahe. Die eingewechselten Diego Provenzano und Altan Sayar vergaben ihre Grosschance in der 91. Minute aber ebenso wie Captain Andrea Patelli, der völlig ausgepumpt in der 92. Minute unverhofft alleine im Luzerner Strafraum stand, den Ball aber nicht an Goalie Marius Müller vorbeibrachte.

Luzerns Trainer Thomas Häberli hatte sich im Gastspiel in Kreuzlingen nicht lumpen lassen und die bestmögliche Aufstellung aufs Burgerfeld geschickt. Umso mehr erstaunte es, dass die AS Calcio dem grossen Favoriten nur so wenig Platz im Schaufenster liess. Die letzte Chance gehörte in der 94. Minute nochmals dem aufopferungsvoll kämpfenden Heimteam. Doch Provenzano bescherte seinem Team auch im zweiten Versuch den Ehrentreffer nicht.

Calcio-Goalie Bruno Donnici steigerte sich nach dem Gegentreffer zum 0:1 und hielt sein Team mit teils spektakulären Paraden im Spiel. (Bild: Donato Caspari)

Calcio-Goalie Bruno Donnici steigerte sich nach dem Gegentreffer zum 0:1 und hielt sein Team mit teils spektakulären Paraden im Spiel. (Bild: Donato Caspari)

Ironischerweise freuten sich die unterlegenen Kreuzlinger nach dem Spiel mehr als die Luzerner, deren Sieg gegen die AS Calcio alles andere als ein Befreiungsschlag war. Die Innerschweizer, die in der Meisterschaft zuletzt dreimal in Folge nicht mehr getroffen hatten, zeigten auch an diesem Nachmittag wieder grosse Probleme, den Ball im gegnerischen Tor zu versenken.

Das lag allerdings auch an Calcio-Goalie Bruno Donnici, der das Spiel seines Lebens machte. Er sagte:

«Fussballer wie wir haben wohl nur einmal im Leben die Chance, so prominent im Fernsehen zu kommen. Das spornt natürlich zusätzlich an.»

Der Deutsche verinnerlichte das, was Trainer Fall seinen Spielern vermitteln wollte: «Das Wichtigste war, dass die Jungs und der ganze Verein sich positiv präsentieren konnten.» In einem waren sie sich bei der AS Calcio Kreuzlingen auf jeden Fall einig.

«Es war ein Anlass fürs Leben.»

Calcio Kreuzlingen – Luzern 0:2 (0:1)

Burgerfeld – 3000 Zuschauer – SR Schnyder.
Tore: 21. Demhasaj (Ndiaye) 0:1. 83. Margiotta (Schürpf) 0:2.
Calcio Kreuzlingen: Donnici; Tudzharov, Boudhar (68. Provenzano), Schattner, Temime (46. Soares); Patelli, Mihaylov, Pajaziti, Helder; Laidouci, Kessler (81. Sayar).
Luzern: Müller; Mistrafovic, Lucas, Knezevic, Kakabadze; Schürpf, Voca (88. Arnold), Schulz, Ndiaye; Demhasaj (46. Margiotta), Eleke (58. Aziz Binous).
Bemerkungen: Calcio ohne Shala (verletzt) und Sumelka (Rückenprobleme). Luzern u. a. ohne Schwegler. – 15. Lattenschuss Kessler. – Verwarnungen: 4. Pajaziti (Foul). 71. Tudzharov (Foul).

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