Bussnang
Katholisch Bussnang stellt Evangelisch Bussnang Land zur Verfügung

Die Kirchgemeindeversammlung von Katholisch Bussnang hat am Mittwochabend beschlossen, der Evangelischen Kirchgemeinde ein Teil des Landes «De Boni» im Baurecht zu übergeben. Zudem hat sie entschieden, das Kirchengeläut zu reduzieren.

Christoph Heer
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Stefanie Stuckert und Ursula Fust, die Präsidentinnen der Evangelischen und der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang, verfolgen die Diskussion zum Baurecht.

Stefanie Stuckert und Ursula Fust, die Präsidentinnen der Evangelischen und der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang, verfolgen die Diskussion zum Baurecht.

Bild: Christoph Heer

Fast drei Stunden dauerte die Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang am Mittwochabend. Für lange Diskussionen sorgte das Baurecht für die Landparzelle De Boni. Darauf würde die evangelische Kirchbehörde gerne ein neues Zentrum erbauen und deshalb 1600 Quadratmeter des Landes der Katholiken gerne übernehmen.

Ursula Fust, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang betont, dass die Reformierten mit einer entsprechenden Bitte an sie gelangt seien. Trotzdem gibt es Unmut über die Pläne. «Warum muss immer alles verbaut werden, ich verstehe das nicht», ist etwa die Aussage eines Votanten und Gegners der Abtretung des Landes im Baurecht. Ein weiterer meint, dass es unter anderem im Alterszentrum Bussnang genügend Räumlichkeiten hat, man soll doch diese nutzen.

Räume für die verschiedenen Gruppen

Diesen Meinungen entgegnet Stefanie Stuckert, Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Bussnang-Leutmerken: «Wir bieten ein immer grösseres Angebot für unterschiedlichste Gruppen an, das verlangt nach mehr Raum. Ganz wichtig ist dabei, dass es in Gehdistanz ist und Stand jetzt, haben wir keinen Ort für Treffpunkte bei uns. Zudem können die Katholiken die Räume natürlich auch mitbenutzen.»

Die katholische und die evangelische Kirche stehen in Bussnang nebeneinander. Das Land De Boni ist die Wiese hinten dazwischen.

Die katholische und die evangelische Kirche stehen in Bussnang nebeneinander. Das Land De Boni ist die Wiese hinten dazwischen.

Bild: Mario Testa

Die beiden Kirchenpräsidentinnen vernehmen auch positive Voten zur Landabgabe aus den Reihen der Versammlungsteilnehmenden in der Kirche. Ein Votant sagt:

«Wir sollten die Ökumene vorleben und an das Gesamte denken, es entsteht eine Win-win-Situation.»

Ehe über das Baurecht abgestimmt wird, erinnert Ursula Fust daran, dass das Land im Besitz der Katholiken bleibt. «Der Boden gehört weiterhin uns, nur das Gebäude nicht.» Die Abstimmung ergibt dann unter den 27 anwesenden Stimmbürgern ein klares Resultat. 19 sind für den Antrag der Behörde, acht dagegen. Nun liegt der Ball bei Evangelisch Bussnang. Jene Stimmberechtigten werden auch noch über das Baurecht abstimmen, die Vorsteherschaft einen Vertrag ausarbeiten.

Weniger Glockengeläut in Bussnang

Pfarrer Marcel Ruepp.

Pfarrer Marcel Ruepp.

Bild: Christoph Heer

Schon seit längerem stören sich einige Einwohner an der Läuteordnung beider Kirchglocken. Den beiden Kirchgemeinden wurde im vergangenen März eine Petition mit 80 Unterschriften übergeben. Nun trat die Behörde mit dem Antrag an den Souverän, jeden Morgen um 6.30 Uhr und jeden Mittag um 12.00 Uhr das Glockengeläut entfallen zu lassen. Ein Anwesender findet dies eine schlechte Entwicklung. «Immer mehr Schweizer Traditionen verschwinden, eine besorgniserregende Tatsache», sagt er. Trotzdem wird der Antrag mit 13 Stimmen angenommen, bei acht Nein-Stimmen. Somit wird es ruhiger in Bussnang, zumindest was das Glockengeläut betrifft.

Ein zweiter Antrag wurde jedoch mit neun Nein-Stimmen abgelehnt. In diesem wollten insbesondere Pfarrer Marcel Ruepp und die Katholische Kirchbehörde, dass auch das Einläuten am Samstagabend entfällt, sprich, dass nur noch die evangelische Kirche einläutet. Wie die weitere Planung betreffend einer 5G-Antenne auf dem Kirchturm weitergeht, ist noch offen.

Jahresrechnung

2020 resultiert ein Gewinn

Die Jahresrechnung 2020 der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang schliesst mit einem Ertragsüberschuss von gut 90'000 Franken ab. Einstimmig genehmigen die Stimmberechtigten die Rechnung. Zudem belassen sie souverän den Steuerfuss auch im laufenden Jahr auf 19 Prozent.