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Bus verursacht in Steinebrunn Schlafstörungen: «Wir bemängeln die überhöhten Geschwindigkeiten und die unsichere Vortrittsregelung»

Seit dem Fahrplanwechsel führt die Buslinie durch ein Wohnquartier. Anwohner beschweren sich über fehlende Sicherheit und immense Einschnitte in die Privatsphäre. Die Gemeinde will es genau wissen.
Jana Grütter
Busse der Autokurse Oberthurgau fahren im Auftrag des Kantons Thurgau durch die 30er-Zone eines Wohnquartiers. (Bild: Markus Schoch)

Busse der Autokurse Oberthurgau fahren im Auftrag des Kantons Thurgau durch die 30er-Zone eines Wohnquartiers. (Bild: Markus Schoch)

Nun ist Schluss mit der friedlichen Ruhe. Seit Dezember steuern Busse der Autokurse Oberthurgau den Steinebrunner Bahnhof an. Dabei fahren sie von 5.15 bis 23.45 Uhr regelmässig durch die 30er-Zone eines Wohnquartiers. Die Anwohner sind wenig begeistert davon. Besonders betroffen sind jene an der Stations- und Olmishauserstrasse.

In einem Leserbrief schreiben sie: «Wir bemängeln die überhöhten Geschwindigkeiten, das Kurvenschneiden und die unsichere Vortrittsregelung.» Die Privatsphäre sei durch Lärm immens eingeschränkt und sorge gar für Schlafstörungen.

Stephan Tobler: «Die Messungen werden zeigen, ob die Geschwindigkeiten ein Problem darstellen»

«Auskunft über die momentane Situation kann nur die Abteilung Öffentlicher Verkehr in Frauenfeld geben», sagt der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler. Der neue Fahrplan der Busse sei ein kantonales Projekt. Doch habe die Gemeinde wegen Reklamationen bereits Tempomessungen bei besagter Strecke vorgenommen. «Die Messungen werden zeigen, ob die Geschwindigkeiten ein Problem darstellen», sagt Tobler. Die Buschauffeure seien auf die Tempolimit sensibilisiert worden.

Die Anwohner bemängeln insbesondere die fehlende Verkehrssicherheit in ihrem Quartier. Deshalb hat der Gemeinderat die Firma Geoinfo aus Herisau beauftragt, eine so genannte «Road Safety Inspection» (RSI) durchzuführen. So sollen Sicherheitsdefizite im Strassennetz identifiziert werden als Grundlage für mögliche Massnahmen. «Der Bericht für die Sicherheitsprüfung kommt Ende Woche heraus», sagt Tobler.

«Protestieren müsste man in Frauenfeld»

An der Egnacher Fasnacht sind bereits Unterschriften gegen die neue Linienführung der Busse gesammelt worden. Tobler hat davon noch nichts gehört. «Protestieren müsste man in Frauenfeld. Ich weiss nicht, ob die Fasnacht etwas bringt.»

Bisher nur ein Versuchsbetrieb

Stefan Thalmann, Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr, sagt: «In Steinebrunn haben wir einen Versuchsbetrieb gestartet.» So sollen Erfahrungen gesammelt werden. «Erst seit Dezember fahren die Busse durch das Quartier.» Das Fazit könne nach einem halben Jahr gezogen werden.

Laut Thalmann werden für den Entscheid über die Fortsetzung der Buslinienführung an den Bahnhof Steinebrunn der Bericht des RSI, die Anzahl Umsteigende in Steinebrunn und die Anschlussqualität in Steinebrunn und Amriswil ausgewertet.

Bisher hätten Bahnfahrplan und Busfahrplan nicht zusammengepasst. Nach der Fahrplanänderung am 9. Dezember wurden die Fahrzeiten des Zuges jedoch um eine Viertelstunde verschoben, sodass sich nun die Verbindungen zusammenlegen lassen.

Stefan Thalmann: «Neu muss der Bus von Steinebrunn nach Amriswil Abhilfe schaffen»

«Ein Nachteil der Neuerung ist, dass Reisende von Häggenschwil-Winden, Roggwil-Berg und Wittenbach nicht mehr über Romanshorn nach Weinfelden-Zürich gelangen können.» So sei die Anpassung der Buslinie 941 nötig gewesen. «Neu muss der Bus von Steinebrunn nach Amriswil Abhilfe schaffen.» Von dort aus kann der Schnellzug nach Weinfelden genommen werden.

Thalmann zeigt sich verständnisvoll

«Die Fahrt durch Quartierstrassen ist eigentlich nicht besonders ungewöhnlich.» Trotzdem zeigt Thalmann Verständnis für die Anwohner. «Betroffene wehren sich gegen die entstehenden Emissionen, das ist klar.» Pro Stunde würden vier Busse die Strasse befahren.

«Das gesamte Interesse erscheint mir aber dennoch wichtiger als das der paar Anwohner.» Ob die Fahrtroute der Busse nun für immer durch das Wohnquartier geht, steht also noch in den Sternen.

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