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Der freche Tell war ein Volltreffer

Mit einem Freilichtspiel wartete die Amriswiler Bundesfeier auf. Dem Publikum gefiel die moderne Variante.
Manuel Nagel
Zielsicher trifft der menschliche Pfeil aus Tells Armbrust in den Apfel. Das junge Ensemble von Regisseur Florian Rexer hatte einen anstrengenden Tag. (Bild: Manuel Nagel)

Zielsicher trifft der menschliche Pfeil aus Tells Armbrust in den Apfel. Das junge Ensemble von Regisseur Florian Rexer hatte einen anstrengenden Tag. (Bild: Manuel Nagel)

Amriswil ging an diesem 1. August für einmal ganz neue Wege. Und das ist durchaus auch wörtlich zu verstehen, denn eine Delegation machte sich in aller Herrgottsfrüh auf den Weg, um auf dem Rütli die Stadt vor den Augen des ganzen Landes zu repräsentieren.

«Ihr musstet zu einer Zeit aufstehen, wenn Schauspieler eigentlich noch tief und fest schlafen.»

Ein Teil der Amriswiler Delegation posiert am Vierwaldstättersee. (Bild: PD)

Ein Teil der Amriswiler Delegation posiert am Vierwaldstättersee. (Bild: PD)

sagte Regisseur Florian Rexer zu seiner jungen Truppe, die um halb acht soeben die erste von zwei Abendvorstellungen auf dem ABA-Areal gespielt hatte. Doch der Tag der Mädchen und Buben begann schon 13 Stunden früher mit der Busfahrt in die Innerschweiz. Begleitet wurden die Kinder vom Tell-Projektchor unter der Leitung von Claudia Niklaus, der das Tell-Spiel musikalisch unterstützte und umrahmte. Um 17 Uhr war dann die Delegation wieder in der Heimat.

Nicht nur die erste Vorstellung um 18.45 Uhr war gut besucht, wie hier im Bild zu sehen ist, sondern auch die zweite, die nahtlos an die Festrede und an das Singen der Nationalhymne und es Thurgauer Liedes anknüpfte. (Bild: Manuel Nagel)

Nicht nur die erste Vorstellung um 18.45 Uhr war gut besucht, wie hier im Bild zu sehen ist, sondern auch die zweite, die nahtlos an die Festrede und an das Singen der Nationalhymne und es Thurgauer Liedes anknüpfte. (Bild: Manuel Nagel)

Zum Glück rechtzeitig, denn über 500 Personen wollten sich das Freilichttheater- und Singspiel nicht entgehen lassen und besetzten die rund 300 Stühle im Nu. Heinrich Roth, OK-Präsident der Amriswiler Bundesfeier, versuchte noch, einigen Zuschauern die Vorstellung um 20.45 Uhr schmackhaft zu machen, während fleissige Helfer noch 200 weitere Stühle heranschafften. Aber selbst diese reichten nicht für alle.

Selbst die Kleinsten konnten sich bei der Amriswiler Bundesfeier an der Armbrust versuchen. Die Attraktion kam bei den Besuchern gut an. (Bild: Manuel Nagel)

Selbst die Kleinsten konnten sich bei der Amriswiler Bundesfeier an der Armbrust versuchen. Die Attraktion kam bei den Besuchern gut an. (Bild: Manuel Nagel)

Die Stadtharmonie eröff­nete das Schauspiel mit dem Schluss der Ouverture zu Rossinis Oper «Willhelm Tell», und der Projektchor schob immer wieder eine gesangliche Einlage ein – so etwa auch die Nationalhymne mit neuem Text und viersprachig. Das Theater dazwischen machte seinem Namen «Tell – frech & schnell» alle Ehre. Florian Rexer gelang der Mix aus Geschichtsstunde und Klamauk, doch auch klassische Elemente fanden darin Platz.

Ein Heimspiel für die Festrednerin

Das Publikum belohnte die aussergewöhnliche Variante mit grossem Applaus. «Sensationell, wie der eine junge Bub gespielt hat. Ich hatte gar Tränen in den Augen», sagte eine ältere Besucherin aus St.Gallen. Einige ihrer Angehörigen würden beim Chor mitsingen, weshalb sie den Bundesfeiertag nun hier verbringe. «Einfach toll, was Amriswil auf die Beine gestellt hat.»

Diana Gutjahr sprach vor ihrer Heimatgemeinde. (Bild: Manuel Nagel)

Diana Gutjahr sprach vor ihrer Heimatgemeinde. (Bild: Manuel Nagel)

Nicht von auswärts kam in diesem Jahr die Festrednerin. Nationalrätin Diana Gutjahr hatte ein Heimspiel, als sie sich für die Partizipation in der Gesellschaft aussprach. Dazu gehören einerseits das Milizsystem, aber auch die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie auch das Organisieren einer solchen Bundesfeier. Diesen Wohlstand, für den die Vorfahren «hart gekrampft» hätten, dürfe man nicht als selbstverständlich erachten.

«Die direkte Demokratie kennt kein Ablaufdatum. Dafür kämpfe ich.»

sagte Nationalrätin Diana Gutjahr in ihrer Rede.

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