Bürgler Gemeindepräsidiums-Kritiker bringen keine eigenen Kandidaten

Gemeindepräsident Erich Baumann ärgert sich über das Vorgehen der beiden Ortsparteipräsidenten Turi Schallenberg und Sacha Thür im Wahlkampf. Sie halten jedoch an ihren Aussagen fest - auch wenn sie selbst erfolglos nach Kandidierenden gesucht haben.

Sabrina Bächi
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Der Kampf um den Einzug ins Bürgler Gemeindehaus ist lanciert. (Bild: Donato Caspari)

Der Kampf um den Einzug ins Bürgler Gemeindehaus ist lanciert. (Bild: Donato Caspari)

«Den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen», sagt Turi Schallenberg und zuckt mit den Schultern. Der Grossratspräsident und SP-Ortspräsident von Bürglen hat sich, zusammen mit FDP-Ortspräsident Sacha Thür, bemüht, einen Kandidaten für das Bürgler Gemeindepräsidium zu finden (unsere Zeitung berichtete). Geklappt hat es bei beiden nicht.

Das hat die Parteipräsidenten jedoch nicht daran gehindert, «frischen Wind» zu fordern. Daran halten sie – auch ohne eigenen Kandidaten und nach der gestrigen Kritik an ihrem rauen Ton durch Gemeindepräsident Baumann – nach wie vor fest. «Ich als Bürgler habe schon ein wenig Frust, dass in Bürglen insgesamt nicht viel Positives passiert», sagt Schallenberg ernüchtert. Das sei auch der Grund, weshalb er trotz des Mankos, keinen Kandidaten für das Präsidium portieren zu können, an seinen Aussagen festhält.

Aufrütteln, nicht schlecht machen

«Meine Intention mit dem Gang an die Öffentlichkeit war, nicht etwa Erich Baumann schlecht hinzustellen, sondern jemanden zu finden, der nicht nur Verwaltungsarbeit macht.» Trotzdem steht Schallenberg dazu, dass er Gemeindepräsident Erich Baumann mehr als Verwalter denn als Entwickler sieht. «Ich wünsche mir künftig mehr ‹Pfupf›, mehr Freude und mehr Lachen in Bürglen.»

Eine Retourkutsche gegen Baumann sei es aber nicht. Denn Grossratspräsident Turi Schallenberg verlor vor acht Jahren den Kampf ums Bürgler Gemeindepräsidium – und zwar gegen Erich Baumann. Nochmals für das Amt antreten möchte er nicht. «Ich habe mich weiterentwickelt», sagt er, «Bürglen ist beruflich gesehen für mich nicht mehr attraktiv.»

FDP-Kandidat entschied sich für die Firma

Sacha Thür hat Anfang September den Wählern in Bürglen Hoffnung auf einen FDP-Kandidaten gemacht. Diese Hoffnung ist nicht in Erfüllung gegangen. Der mögliche Kandidat, Michael Kieber, hat sich schliesslich doch anders entschieden. «Er hat eine eigene Firma und die hätte er zu Gunsten des Präsidiums aufgeben müssen, was er nicht wollte», erklärt Thür.

Selbst will er ebenfalls aus beruflichen Gründen nicht kandidieren. «Zudem habe ich einmal als Gemeinderat kandidiert und bin nicht gewählt worden. Das akzeptiere ich so. Ich trete nur einmal zur Wahl in Bürglen an», sagt Thür. Er sieht seine Forderungen nach «frischem Wind für Bürglen» nicht als Angriff auf Erich Baumann. «Als wir die Forderungen stellten, hatte sich erst ein Kandidat offiziell gemeldet. Wir wollten junge Leute ermuntern, sich am Wahlkampf zu beteiligen und die Chance zu packen», sagt Sacha Thür.

Nach den grossen Forderungen nun doch keinen Kandidaten zu portieren, findet Thür nicht tragisch. Mittlerweile gebe es ja mit drei Kandidaten eine Auswahl. Und obwohl Gemeindepräsident Erich Baumann betont, dass sich immer noch Kandidaten melden können, halten Schallenberg und Thür nichts davon. Beide beteuern, alles für den Wahlkampf getan zu haben. Eine hundertprozentige Übereinstimmung mit ihren Forderungen hätte es sowieso nicht gegeben und damit wollen sie es nun gut sein lassen.