Bürger befürchtet «katastrophale Folgen»: McDonald’s weckt mit seinem Bauvorhaben Ängste in Romanshorn 

Es kämen unruhige Zeiten auf die Quartierbewohner zu, sagt ein besorgter Bürger.

Markus Schoch
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Im ehemaligen Showroom einer Autogarage in der Kreuzung Kreuzlingerstrasse/Reckholdernstrasse will McDonald’s ein Restaurant eröffnen.

Im ehemaligen Showroom einer Autogarage in der Kreuzung Kreuzlingerstrasse/Reckholdernstrasse will McDonald’s ein Restaurant eröffnen.

(Bild: Donato Caspari)

Für Stadtrat Dominik Reis wird die Aufgabe jetzt noch schwieriger, ist sich Andreas Walder sicher. Schon heute würden sich viele Romanshorner darüber nerven, dass Besitzer von lauten Autos in der Hafenstadt ihre Runden drehen, sagte der für den Verkehr zuständige SVP-Politiker vor kurzem. Und forderte: «Die Polizei muss Lösungen bringen.»

Mit der geplanten Eröffnung des McDonald’s inklusive McDrive werde der «Balz- und Protzverkehr» weiter zunehmen, prophezeit Walder. Das Baugesuch des Fast-Food-Riesen liegt noch bis am 1. April auf.

«Katastrophale Folgen»

Walder selber weiss, wie es ist, wenn Autofahrer in der Nacht aufs Gas drücken, um sich den Adrenalin-Kick zu geben. Der Musik- und Primarlehrer wohnt im Zentrum von Romanshorn in der Nähe der Hafenstrasse – eine beliebte Raserstrecke. Für die Bewohner in Holzenstein und Reckholdern werde der Schnellimbiss «katastrophale» Folgen haben, sagt Walder. Davon gehe nicht nur er aus. Auch diverse Freunde und Bekannte in den beiden Quartieren hätten entsprechende Befürchtungen. Ihnen wolle er eine Stimme geben, sagt Walder.

«Es soll nachher niemand sagen, niemand habe davor gewarnt.»

Vor allem im Sommer werde es schlimm werden, sagt Walder. «Der eine oder andere hungrige Badibesucher wird über die Hinterwiesenstrasse fräsen, um bei McDonald’s einen Big Mac zu holen. Und der eine oder andere wird an der Carl Spittelerstrasse falsch abbiegen, so dass er auf dem nächstbesten Vorplatz wenden muss.»

Sorgen bereitet Andreas Walder vor allem der geplante McDrive.

Sorgen bereitet Andreas Walder vor allem der geplante McDrive.

(Bild: Anthony Anex / Keystone)

Zurück an den See zum Essen auf dem Parkplatz bei der Surfwiese gehe es dann wieder mit heulendem Motor durchs Rebackerquartier. «Dann das Fenster runter, den Abfall rausschmeissen, und wieder Gummi.» Solche oder ähnlich Szenen würden sich auch an den Wochenenden das ganze Jahr über abspielen, sagt Walder.

Stadt verlangt ein Litteringkonzept

Die Stadt ist sich der Abfallproblematik bewusst und hat McDonald’s klar gemacht, dass sie die Baubewilligung nur erteilen werde, wenn ein Litteringkonzept auf dem Tisch liegt. Zur Verkehrsproblematik sagt Stadtpräsident Roger Martin: «Rechte und Gesetze gelten für beide Seiten: für Gesuchsteller wie -gegner.» Festzuhalten sei, dass die Stadt bisher nichts entschieden habe. Und weiter sagt Martin:

«Klar ist, dass die Stadt die Anliegen der Bevölkerung soweit als möglich aufnehmen und in den Bearbeitungsprozess mit einfliessen lassen wird. Allen wird man es jedoch nicht recht machen können.»
Stadtpräsident Roger Martin.

Stadtpräsident Roger Martin.

Bild: Reto Martin

Grundsätzliche Einwände gegen das Schnellimbiss-Restaurant hat Martin nicht. Mitte Januar liess er sich mit den Worten zitieren: «Das Interesse von McDonald’s zeigt die Attraktivität von Romanshorn. Die Stadt würde den Betrieb eines Restaurants begrüssen.» Auch weil damit Arbeitsplätze geschaffen würden. Der Preis, den die Anwohner dafür bezahlen müssten, sei allerdings sehr hoch, sagt Walder. Für ihn ist er sogar zu hoch.

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