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Bündnerhof-Parzelle in Arbon: Überbauung steht kurz bevor

Im Frühjahr soll es mit der Überbauung des Bündnerhof-Areals losgehen. Eine jahrelange Brache wird damit verschwinden. Eigentümer Carmelo Pepi muss Konzessionen eingehen. Das wurmt ihn – trotz Bewilligung.
Max Eichenberger
Eigentümer Carmelo Pepi auf der Bündnerhof-Parzelle, die im nächsten Jahr überbaut werden soll. (Bild: Max Eichenberger)

Eigentümer Carmelo Pepi auf der Bündnerhof-Parzelle, die im nächsten Jahr überbaut werden soll. (Bild: Max Eichenberger)

Mutwillig aufgerissene Löcher in der Abschrankung ärgern Carmelo Pepi. Dabei hat er erst die Umzäunung der Bündnerhof-Parzelle vollständig erneuert. Der 73-jährige Eigentümer stapft auf der Brache herum und liest die herausgebrochenen Elemente zusammen. Jetzt gehe dann aber etwas auf dem Gelände, kündigt er trotzig an. «Ab März oder April wird hier gebaut.»

Pepis Geduld war in den letzten fünf Jahren arg strapaziert worden. Er war schon nahe dran, hinzuschmeissen und einen Käufer zu suchen. Nach dem Erwerb des Grundstücks im Jahr 2013 wollte der Zürcher, der zeitweilig in Arbon lebt, selber mit dem Kopf durch die Wand und subito neu bauen.

Zögernde Denkmalpflege

Doch das ging nicht. Zumindest nicht so ruck-zuck, wie er sich das vorgestellt hatte und andere ihm vor dem Kauf angeblich glauben machten. Zähneknirschend auf ein Geschoss verzichtet Pepi plante ohne den alten Bündnerhof, der fast 100 Jahre eine Arbeiterwirtschaft war.

Jeder in eine Sanierung investierte Franken wäre «hinausgeworfenes Geld», belegte er beim Rundgang durch die damals schon leerstehende Liegenschaft deren Baufälligkeit gestenreich. Doch: Die Denkmalpflege zögerte, klein beizugeben, während die Stadt für eine Erneuerung des Ortes beim Novaseta-Kreisel einstand.

Die schliesslich erteilte Bewilligung für den Abbruch, Anfang 2016 vollzogen, war indes bloss ein Teilerfolg. Dem Neubauprojekt an der Ecke St. Galler-/Landquartstrasse hätte nämlich auch die mächtige Platane weichen müssen. Doch das liessen ihr Schutzstatus («ortsbildstiftend»), der emotional aufgeheizte Druck über eine Resolution und ein Gutachten nicht zu. Was Pepi bis heute nicht einleuchtet.

Verzicht auf ein Stockwerk

Dann wechselte Pepi den Architekten und liess ein mit den Rechtsgrundlagen kompatibles, kleineres Projekt mit «städtebaulichen Qualitäten» planen – um die Platane herum. Mit einem Baukörper an der St. Gallerstrasse und einem Gebäude im Hof. An dessen Höhe stiess sich jedoch der Nachbar an der Landquartstrasse.

Erst der zähneknirschend akzeptierte Verzicht Pepis auf das vierte Stockwerk bewegte den Einsprecher zum Einlenken. Worauf der Stadtrat die Bewilligung erteilte.

Im Frühling, verspricht Pepi, wird gebaut. Die reinen Baukosten beziffert der 73-Jährige auf 3 bis 3,5 Mio. Franken. Ein Drittel dieser Summe kosteten ihn zusätzlich schon Landerwerb, Abbruch, Projektierungen und das ganze Geplänkel in den letzten fünf Jahren.

Was geschieht mit der Platane?

Und da ist noch die Platane. Auflagegemäss muss Pepi dem Baum Pflegemassnahmen angedeihen lassen. Für den Bauherrn «verlorenes Geld», selbst wenn die Stadt einen Teil der Kosten zu tragen bereit ist: «Weil die Platane früher oder später ohnehin weg muss.»

Vor Baubeginn möchte Pepi den Baum ordentlich stutzen. Die günstigste Variante wäre es seiner Meinung nach, die Platane zu fällen und einen anderen Baum ins Loch zu setzen.

Die Sturheit des Bauherrn kommt bei der Stadt Arbon gar nicht gut an. Die Auflagen seien unmissverständlich und nicht nachträglich verhandelbar. Optionen, die über Pflegemassnahmen hinausgehen, gebe es nicht, bekräftigt Stadtrat Peter Gubser.

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