Budgetgemeinde
Dozwil senkt den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte

Trotz eines budgetierten Minus im nächsten Jahr sei die Anpassung gut verkraftbar, sagt Gemeindepräsident Bruno Germann. Die Bevölkerung sieht es gleich.

Christof Lampart
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Gemeindepräsident Bruno Germann erklärt seine Haltung zum Steuerfuss.

Gemeindepräsident Bruno Germann erklärt seine Haltung zum Steuerfuss.

Bild: Christof Lampart

Er habe sich lange gegen eine Steuerfuss-Senkung gesträubt, gestand Gemeindepräsident Bruno Germann den 57 Stimmberechtigten, welche sich am Freitagabend in der Mehrzweckhalle eingefunden hatten. Doch aktuell sei genügend Eigenkapital – nämlich rund 3,5 Millionen Franken – vorhanden. Zudem fallen keine Aufwände für Abschreibungen und Kapitaldienst an. Und zu guter Letzt könne Dozwil in den Jahren 2021 und 2022 mit ausserordentlichen Einnahmen rechnen. Somit könne man auch den fürs Jahr 2022 budgetierte Aufwandüberschuss von 124'350 Franken «gut verkraften».

Wollte man diesen Fehlbetrag über die Steuern decken, dann wäre ein Steuerfuss von 52 Prozent notwendig. Nichtsdestotrotz wurde ein Antrag auf eine Steuerfuss-Senkung von vier Prozentpunkten gestellt, doch unterlag dieser in der Abstimmung klar. 44 Stimmberechtigte sprachen sich für 42 Prozent, neun für 40 Prozent aus. Das Budget 2022 wurde mit grosser Mehrheit bei drei Nein gutgeheissen.

Lange Diskussion, deutliches Resultat

Eine längere Diskussion setzte es beim Kreditantrag für die Bushaltestelle/Containerplatz (360’000 Franken) ab. Die Anforderungen und Vorgaben an die bisher provisorische Bushaltestelle Dozwil sieht einen ab dem Jahr 2023 zwingend gesetzlich vorgeschriebenen hindernisfreien Zugang, einen gedeckten Warteraum und einen Veloständer vor. Nach einem Landtausch ist nun genügend Land vorhanden, um das Vorhaben umzusetzen. Es wurden in der Diskussion etliche Anregungen und Wünsche geäussert, jedoch nur ein Änderungsantrag gestellt. Dieser betraf den Einbezug der Blumenrabatte des Restaurants Landhaus für die Optimierung der Bus-Einfahrt in die Haltestelle.

Die Entscheide fielen an der Gemeindeversammlung eindeutig aus.

Die Entscheide fielen an der Gemeindeversammlung eindeutig aus.

Bild: Christof Lampart

Die Besitzerin des «Landhauses», die St.Michaelsvereinigung, stellte das Land zur Verfügung, jedoch auch die Bedingung, dass sie dafür die dauerhafte Nutzung von zwei der vier neuen Parkfeldern an der Landhausstrasse bekommen sollte. Ein Votant wollte davon nichts wissen und stellte den Antrag, dass alle vier Parkplätze der ganzen Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, unterlag jedoch in der Abstimmung mit grosser Mehrheit zu vier Stimmen. Der Kredit von 360’000 Franken wurde mit 47 Ja zu 2 Nein genehmigt.

Ja zu Abbruch eines Wohnhauses

Noch eindeutiger bei einem Nein sprach sich der Souverän für den Abbruch des Wohnhauses auf Parzelle Nr. 2 (ehemalige Liegenschaft Signer) und einen Neubau des Wohnhauses aus. Germann erklärte, dass man die bis anhin erarbeitete Projektstudie für einen Neubau auf die nächste Gemeindeversammlung im Frühling 2022 hin detailliert ausarbeiten und dann auch einen Kreditantrag für die Ausarbeitung des Bauprojektes mitliefern werde.

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