Budget genehmigt: Die Wigoltinger Schulen können weiter arbeiten

An der ausserordentlichen Versammlung der Volksschulgemeinde Wigoltingen senkt der Souverän den Steuerfuss. Die Behörde muss dabei sowohl Kritik als auch Lob einstecken.

Monika Wick
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Die Stimmberechtigten genehmigen das Budget 2020 der Volksschulgemeinde Wigoltingen mit Präsidentin Nathalie Wasserfallen.

Die Stimmberechtigten genehmigen das Budget 2020 der Volksschulgemeinde Wigoltingen mit Präsidentin Nathalie Wasserfallen.

(Bild: Donato Caspari)

«Mir ist in diesem Moment ein Stein vom Herzen gefallen», sagte Urs Winistörfer, Behördenmitglied mit Ressort Finanzen und Informatik, nachdem die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Wigoltingen am Samstagmorgen im zweiten Anlauf das Budget 2020 genehmigten. Fast schien es so, als hätte die Behörde selber am positiven Ausgang der Abstimmung gezweifelt.

«Wir wissen, dass wir in den Augen einiger, weniger Stimmbürgern nichts recht machen können. Es gibt aber auch viele, die uns unterstützen»

erklärt Präsidentin Nathalie Wasserfallen. Die erneute Präsentation des Budgets wurde nötig, nachdem der Souverän dieses an der ordentlichen Budgetversammlung von vergangenem November zurückgewiesen hatte.

Kritik an teurem Förderkonzept

Ohne Diskussionen ging das Prozedere aber auch dieses Mal nicht über die Bühne. Zahlreiche Votanten platzierten Lob für die geleistete Arbeit, andere stellten Fragen oder übten Kritik. Kritik an hohen Ausgaben für das Förderkonzept Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Förderkonzept. «Es ist bei Weitem nicht geeignet und ist eine lose Ansammlung von Massnahmen», bemängelt ein Votant.

Urs Winistörfer, Behördenmitglied Volksschulgemeinde Wigoltingen.

Urs Winistörfer, Behördenmitglied Volksschulgemeinde Wigoltingen.

(Bild: Donato Caspari)

Zudem kritisiert er, dass die Kosten in diesem Bereich innert eines Jahres um 244'000 Franken gestiegen sind. «Dabei handelt es sich um einen Verbuchungsfehler. Die Kosten wurden fälschlicherweise bei den Lehrpersonen verbucht», erklärt Urs Winistörfer.

Ebenfalls für Redebedarf sorgt der Steuerfuss. Nachdem die Stimmbürger im November einen Steuerfuss von 100 Prozent genehmigten, fordern einige eine Senkung auf 96 oder gar 93 Prozent.

«Heute herrschen ganz andere Voraussetzungen als 2019. Damals rechnete man mit einem Minus von rund einer halben Million, heute resultiert ein Gewinn»

begründet ein Votant. Letztendlich sprechen sich 60 der 111 anwesenden Stimmbürger für die Senkung des Steuerfusses auf 93 Prozent aus. In der Budgetberatung sagt eine Votantin: «Wenn wir das Budget 2020 ablehnen wird der Schulablauf blockiert, was letztendlich den Schülern schadet. Wir dürfen den Schulalltag und das derzeit herrschende, mangelnde Vertrauen in die Behörde nicht vermischen.»

Budget

Trotz Steuersenkung im Plus

Zwei der drei Anträge der Behörde mussten nach der Senkung des Steuerfusses auf 93 Prozent umformuliert werden. Das Budget 2020 rechnet nun anstelle eines Ertragsüberschusses von rund 600'000 Franken noch mit einem Überschuss von 212'000 Franken. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung bewilligt der Souverän das Budget 2020 zum Schluss mit grossem Mehr. Unverändert genehmigt er das Investitionsbudget mit Ausgaben von rund 222'000 Franken für Mobiliar und Hardware sowie rund 90'000 Franken für Immobilien.