Brockenstube des Amriswiler Frauenvereins wird abgerissen: Es entstehen neue Alterswohnungen

Die Stadt Amriswil plant, ihre Alterssiedlung von 66 auf 96 Wohneinheiten zu erweitern. Doch selbst diese Anzahl reicht immer noch nicht.

Manuel Nagel
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Das Haus an der Alleestrasse 11, das direkt beim Minikreisel Egelmoosstrasse liegt, und gleich dahinter das Haus an der Alleestrasse 11a, wo sich die Brockenstube des Frauenvereins befindet, sollen 30 neuen Alterswohnungen weichen.

Das Haus an der Alleestrasse 11, das direkt beim Minikreisel Egelmoosstrasse liegt, und gleich dahinter das Haus an der Alleestrasse 11a, wo sich die Brockenstube des Frauenvereins befindet, sollen 30 neuen Alterswohnungen weichen.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 13. November 2020)

Es ist eine Erfolgsgeschichte. Finanziell sowieso. Egal wie die Rechnung der Stadt Amriswil ausschaut, die Alterssiedlung Amriswil (ASA) schreibt stets schwarze Zahlen. So auch beim soeben präsentierten Budget für das kommende Jahr, in dem die Stadt von einer Vollbelegung der Alterswohnungen ausgeht und mit einem Ertragsüberschuss von 199'000 Franken rechnet.

Zu den 66 Wohneinheiten sollen nun noch weitere 30 hinzukommen, unmittelbar neben den bereits bestehenden, an der Kreuzung zwischen Egelmoos- und Alleestrasse. Dort stehen im Moment noch die Häuser Alleestrasse 11 und 11a mit der Brockenstube des Frauenvereins. Die zwei Liegenschaften befinden sich ebenfalls im Besitz der Stadt und werden abgebrochen.

An deren Stelle soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit vier Etagen und einem Attikageschoss entstehen. Im Parterre würde auf ungefähr 500 Quadratmetern die Spitex Oberthurgau mit ihren Büros einziehen. Zudem soll die bestehende Tiefgarage der Alterssiedlung mit 33 Parkplätzen ergänzt werden.

Das Areal von Süden her gesehen. Ganz links ist das Alters- und Pflegezentrum (APZ), daneben die bestehenden 66 Alterswohnungen der Alterssiedlung Amriswil (ASA).

Das Areal von Süden her gesehen. Ganz links ist das Alters- und Pflegezentrum (APZ), daneben die bestehenden 66 Alterswohnungen der Alterssiedlung Amriswil (ASA).

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 13. November 2020)

Urnenabstimmung in genau einem Jahr

Der zuständige Stadtrat Erwin Tanner rechnet mit «plus minus elf Millionen», die das Projekt kosten soll. Darüber werden die Stimmbürger am 28. November 2021 abstimmen können. Zuerst sucht die Stadt bis April einen Generalplaner. Baubeginn wäre 2022 und bei optimalem Verlauf könnten die Wohnungen im Dezember 2023 bezugsbereit sein.

Es ist zu erwarten, dass die 30 Wohnungen nicht lange leer stehen, denn es gibt bereits jetzt eine lange Warteliste. Einwohner von Amriswil und den Vertragsgemeinden Hefenhofen, Muolen und Zihlschlacht werden bei den Bewerbungen um die 1,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen bevorzugt behandelt. Aber Stadtrat Erwin Tanner sagt:

Stadtrat Erwin Tanner.

Stadtrat Erwin Tanner.

Bild: PD
«Die Nachfrage nach Alterswohnungen ist zu gross, als dass man allen gerecht werden könnte.»

Dennoch will die Stadt nicht möglichst viel Gewinn erwirtschaften. «Es ist Aufgabe der Stadt, bezahlbaren, altersgerechten und rollstuhlgängigen Wohnraum zu schaffen», sagt Stadtrat Tanner. Die Monatsmiete exklusiv Nebenkosten soll zwischen 1150 und 1450 Franken liegen.

Es gibt auch kritische Stimmen, die finden, der Bau von Alterswohnungen sei nicht Aufgabe der Stadt. Dem widerspricht Dominique Nobel, Leiter des Alters- und Pflegezentrums (APZ), das für die Bewohner der Alterssiedlung auch das Zusatzangebot «Betreutes Wohnen» bereitstellt. Nobel sagt:

«Die Nähe zum APZ ist ein grosser Vorteil.»

Ein privater Investor könnte diese Betreuungsleistungen nicht anbieten, jedenfalls nicht zu diesem Preis. Zudem verweist der Leiter des APZ auf Angebote wie das gemeinsame Turnen, Konzerte und Filmnachmittage, die auch genutzt werden können.