Braucht es in Weinfelden Quartiervereine? Wie Maturandin Daria Stieger dieser Frage auf den Grund gehen will

Maturandin Daria Stieger untersucht mit einer Umfrage, ob sich die Weinfelder Quartiervereine wünschen. Die Erkenntnisse aus ihrer Maturarbeit will auch die Stadt nutzen. Stadträtin Ursi Senn-Bieri hofft auf konsturktive Vorschläge aus der Bevölkerung.

Sabrina Bächi
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Maturandin Daria Stieger will mit einer Umfrage die Quartierarbeit in Weinfelden untersuchen. Stadträtin Ursula Senn unterstützt sie dabei.

Maturandin Daria Stieger will mit einer Umfrage die Quartierarbeit in Weinfelden untersuchen. Stadträtin Ursula Senn unterstützt sie dabei.

Reto Martin

Wer nächste Woche die Sangenstrasse entlang schlendert, darf sich nicht über Aushangschilder mit kleinen schwarz-weissen Feldchen, sogenannten QR-Codes, darauf wundern. Es ist das Werk von Daria Stieger. Sie macht mit den Schildern auf ihre Maturaarbeit aufmerksam. Inhalt dieser ist es, eine Umfrage zu erstellen und schliesslich auch auszuwerten.

Das Thema: Quartierarbeit. «Es hat mich schon immer fasziniert, wie bereichernd der Zusammenhalt und die Begegnungen im Quartier sein können», sagt die 18-jährige Schülerin der Pädagogischen Maturitätsschule. Sie selbst erinnere sich etwa gerne an Quartierfester zurück.

Deshalb habe sie das Thema gewählt – und ist damit bei Stadträtin Ursi Senn-Bieri auf offene Ohren gestossen. Senn hat die Quartierarbeit – den Austausch, die Begegnung und die gegenseitige Unterstützung im Kleinen – schon länger ins Auge gefasst und will ihr Legislaturziel auch umsetzten (unsere Zeitung berichtete).

Eine machbare Alternative zu Workshops

Doch dieses Ziel will sie nicht ohne die Bevölkerung umsetzten. «Geplant waren Workshops im August, damit wir von den Einwohnern direkt erfahren, was sie schätzen, und wo sie sich gerne Veränderungen oder Unterstützung wünschen», sagt Senn. Aufgrund der Coronapandemie sei dies nicht möglich, weshalb sie auf eine Umfrage ausgewichen sind.

«Wir haben uns auch entschieden, die Umfrage erst in einem Quartier zu machen», sagt Senn. Dazu hätten sie das sogenannte Quartier Süd-Ost von der Wilerstrasse bis zum Bahngleis und der östliche Teil davon als erstes Quartier ausgesucht. «Daria wohnt in diesem Gebiet. Es erschien mir richtig, mit der Umfrage dort zu beginnen.»

Nächste Woche geht es los mit der Umfrage

Daria Stieger, Maturandin PMS Kreuzlingen

Daria Stieger, Maturandin PMS Kreuzlingen

Bild: Reto Martin

Nächste Woche erhalten die Einwohner des Untersuchungsgebiets einen Brief mit der Aufforderung, an der Online-Umfrage teilzunehmen. «Auf Wunsch gibt es die Umfrage auch schriftlich», ergänzt die Stadträtin. Stieger sagt:

«Ich werde die Antworten dann auswerten und ein Fazit ziehen.»

Sie erhofft sich damit auch einen nachhaltigen Effekt ihrer Maturaarbeit. Die Bedürfnisse abzuklären, allenfalls nach einem Quartierverein, das sei das Ziel. «Wenn nichts dabei herauskommt, müssen wir das auch akzeptieren», sagt Senn. Trotzdem werde die Umfrage zu einem späteren Zeitpunkt auch in anderen Quartieren durchgeführt. Ursi Senn sagt:

Ursi Senn-Bieri, Stadträtin von Weinfelden.

Ursi Senn-Bieri, Stadträtin von Weinfelden.

Bild: Reto Martin
«Die Stadt kann nicht alle Wünsche verwirklichen, aber es wäre tragisch, wenn ein Quartierfest an fehlenden Bänkli scheitern würde. Da möchte ich Hand bieten.»
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