Brand in Weinfelder Wohnheim: Wie die geistig beeinträchtigten Bewohner die Situation gemeistert haben

Am Sonntagabend kam es in Weinfelden zu einer starken Rauchentwicklung im Wohnhaus der Stiftung Hofacker. Gesamtleiter Jürg Schocher ist erleichtert sowohl über den glimpflichen Ausgang als auch über das Verhalten der Bewohner.

Mario Testa
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Mitglieder der Feuerwehr Weinfelden lüften das Zimmer, in dem sich der Rauch entwickelt hat.

Mitglieder der Feuerwehr Weinfelden lüften das Zimmer, in dem sich der Rauch entwickelt hat.

Bild: Mario Testa
(Weinfelden, 4. Oktober 2020)

Kurz nach 21 Uhr am Sonntagabend ist in einem Zimmer des Wohnhauses der Stiftung Hofacker in Weinfelden ein Vorhang in Brand geraten. Es entwickelte sich Rauch, beim Eintreffen der Feuerwehr war das Feuer bereits gelöscht. Diese habe das betroffene Zimmer noch mit einem Gebläse gelüftet, sagt Michael Roth vom Mediendienst der Kantonspolizei Thurgau. «Der Sachschaden ist gering.»

Im Wohnhaus der Stiftung Hofacker leben Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Sie seien mit der Situation trotz des aufschreckenden Brandalarms sehr gut umgegangen, sagt Gesamtleiter Jürg Schocher.

«Wenn wir jeweils Probealarme und Übungen machen, sind die Leute manchmal sehr aufgeregt.»
Einsatzleiter Stefan Frei von der Feuerwehr Weinfelden bespricht sich vor dem Wohnhaus mit seinen Kollegen.

Einsatzleiter Stefan Frei von der Feuerwehr Weinfelden bespricht sich vor dem Wohnhaus mit seinen Kollegen.

Bild: Mario Testa

Umso erstaunlicher sei, dass es diesmal sehr gesittet und ruhig ablief, sagt Schocher. «Bei diesem Ernstfall haben sich die Bewohner sehr konzentriert und ruhig verhalten. Sie wurden auch gut begleitet von den Betreuungspersonen.»

Faszination Feuerzeug

Jürg Schocher, Gesamtleiter Stiftung Hofacker Weinfelden.

Jürg Schocher, Gesamtleiter Stiftung Hofacker Weinfelden.

Bild: Mario Testa

Nach dem Brandalarm seien die 16 Bewohner des Haupthauses in die Villa nebenan evakuiert worden, konnten aber bald wieder zurück in ihre Zimmer. «Die Brandursache ist nicht zu hundert Prozent klar, möglicherweise hat einer der Bewohner mit einem Feuerzeug gespielt, das er von Zuhause mitgebracht hatte», sagt Jürg Schocher.

Die betroffene Person sei zur Kontrolle dann auch ins Spital gebracht worden. «Sie wurde untersucht, aber die Ärzte konnten bald Entwarnung geben», sagt Jürg Schocher.

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