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Bottighofer schreiben Seglergeschichte

Im Clublokal der Seglervereinigung Bottighofen thronen drei neue Pokale. Das Team Nivola von Reinhard Suhner holte an der EM der 6-Meter-R-Klasse in La Trinité-sur-Mer den Gesamtsieg und zwei besondere Auszeichnungen. Das hat zuvor noch kein Team geschafft.
Desirée Müller
Kerstin Schulze, Reinhard Suhner und Ingo Schulze vom Team Nivola posieren mit den drei gewonnenen Pokalen. (Bild: Desirée Müller)

Kerstin Schulze, Reinhard Suhner und Ingo Schulze vom Team Nivola posieren mit den drei gewonnenen Pokalen. (Bild: Desirée Müller)

Nach dem Wettkampf, ist vor dem Wettkampf. Das ist im Segelsport nicht anders. Nach dem grossen Erfolg an der Europameisterschaft in Frankreich läuft das Training der Bottighofer Mannschaft Nivola normal weiter. Der Wind bläst zwar nur leicht, aber: «Bei wenig Wind lernt man schnell segeln», ist Reinhard Suhner überzeugt.

Der Chef der Crew sitzt nach dem wöchentlichen Training zusammen mit Kerstin Schulze, ihrem Ehemann Ingo, Selina Lüthi und Edith Pfaffhauser bei einem Teller Nudelsuppe bei Didi’s Thai Imbiss am Bottighofer Hafen. Die Stimmung ist heiter, die Gespräche sind angeregt. Ein Laie kann der Diskussion in Seglersprache aber nur schwer folgen.

Nur eine Saison segelte das neu zusammengesetzte Team bevor es an der EM in La Trinité-sur-Mer (Fr) an den Start ging. Die Teilnahme an der Copa del Rey vor Palma de Mallorca gegen sechs Profimannschaften Anfang August zeigte dem Team um Reinhard Suhner, dass es bereit für die erste grosse Prüfung war.

Eigentlich wollte sie nur fotografieren

Kerstin Schulze ist die einzige Frau in der Bottighofer Regattacrew. Die Hebamme und Fotografin hängte vor einem Jahr im Seemuseum Kreuzlingen ein Zettel ans Notizbrett mit der Frage, ob sie an der Bodenseewoche mit jemandem mitsegeln darf um Bilder zu schiessen. Reinhard Suhner setzte sich mit der 37-Jährigen in Verbindung und nahm sie mit an Bord.

«Da hat mich das Segelfieber so richtig gepackt», schwärmt sie. Bisher segelte Schulze auf einer Jolle ohne Ambitionen auf Spitzensport. «Doch nach der Bodenseewoche fragte ich Reinhard, ob ich in seinem Team mitsegeln darf». Dieser musste nicht lange überlegen. «Die Bedingung war, dass sie intensiv trainiert».

Das beste Team mit einer Frau

Gesagt getan. Seither ist Schulze als geübte Klavierspielerin für das sogenannte Klavier, sprich die Fallen, zuständig. Eine eher ungewohnte Position für eine Frau, da diese sehr kraftintensiv ist. Kein Problem für die sportliche Deutsche, die im Thurgau wohnt. Ihr Einsatz wurde durch den Gewinn der «Lucie-Trophy», der Auszeichnung für das beste Team mit einer Frau, welche sämtliche Regatten gesegelt hat, belohnt.

Für den Gewinn des «Astor-Cups», der Auszeichnung für die beste Segelcrew mit einem Mitglied unter 25 Jahren, sorgte der 22-Jahre junge Jesper Schiewe. Dieser segelt die zweite Saison mit Suhner. «Ein riesen Talent» schwärmt der Chef. Und da das Team Nivola drei von acht Rennen an der EM gewann und dazu einen zweiten, einen dritten und einen fünften Rang erzielte, brachte es den Gesamtsieg nach Hause. Alle drei Pokal abzustauben, ist in dieser Klasse zuvor noch keinem Team gelungen.

Das Team hat noch weitere Ambitionen

Motiviert vom Erfolg denkt die Mannschaft bereits an die Weltmeisterschaft 2019 in Finnland. «Im Finale in Frankreich fuhren wir elf Sekunden vor dem amtierenden Weltmeister Phil Durr ins Ziel. Das gab uns die Sicherheit, dass wir fünf – neben Schulze, Schiewe und Suhner gehören Fredrich Dahlman und Gianpiero Armiento zur Stammcrew – gemeinsam noch vieles erreichen können», sagt Suhner.

Am 26. Oktober wird im Clublokal im Bottighofer Hafengebäude die Meisterfeier stattfinden. «Wir hätten schon erwartet, dass man uns bei der Rückkehr am Flughafen in Zürich mit Applaus und Glockengebimmel empfängt. Jetzt holen wir es halt nach», sagt Suhner und bringt damit sein Team zum Lachen.

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