Voller Saal für die Neuen: In Bottighofen leiten erstmals die neuen Präsidenten der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde eine Versammlung 

Der Aufmarsch an der Gemeindeversammlung in Bottighofen war gross: Die beiden neuen Präsidenten Matthias Hofmann und Dario My lockten rund zehn Prozent der Stimmbevölkerung in den Saal. Finanziell geht es der Gemeinde sehr gut.

Marion Theler
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Das Gemeindehaus in Bottighofen.

Das Gemeindehaus in Bottighofen.

Andrea Stalder

Das Defizit soll 2020 zirka 480'000 Franken betragen, praktisch gleich viel wie letztes Jahr. Der budgetierte Aufwand liegt mit 9,56 Millionen Franken gut eine halbe Million höher als 2019. Gemeinderätin Christina Bührer führte durchs Budget und wies kurz auf diverse Mehrausgaben hin.

Eine davon ist der um 200'000 Franken gewachsene Betrag an den kantonalen Finanzausgleich: 2020 müssen 1,2 Millionen Franken überwiesen werden. Dies, weil die Steuerkraft 2018 wieder angestiegen ist und zwar auf 4600 Franken. Aufgrund der guten Steuererträge empfiehlt die Gemeindebehörde denn auch, den Steuerfuss auf 36 Prozent zu belassen. Budget und Steuerfuss wurden diskussionslos und einstimmig genehmigt.

Weniger Investitionen als im vergangenen Jahr

«Drastisch zurückgefahren», sagte Bührer weiter, habe man die Investitionen. Mit gut einer Million Franken wird weniger als halb so viel investiert wie im vergangenen Jahr: Nebst Gemeindestrassen werden die Schiessanlage Liebburgtobel und die Spundwand im Hafen saniert.

Gemeinderat Patrik Hugelshofer führte durch die vier Einbürgerungsgesuche für insgesamt elf Personen, die sich alle persönlich vorstellten: Drei deutsche Familien und ein Kroate wurden mit grossem Mehr eingebürgert.

Matthias Hofmann, Gemeindepräsident.

Matthias Hofmann, Gemeindepräsident.

Mario Testa

Gemeindepräsident Matthias Hofmann appellierte an die Bottighofer, sie sollen das Kafi Bergli im Alterszentrum Bottighofen mehr nutzen und pries dessen Mittagsmenüs an. Das Café habe eine Defizitgarantie und sei bis jetzt nicht selbsttragend.

«Ich will mittelfristig keine Steuergelder dafür aufwenden, um ein nicht frequentiertes Café zu finanzieren.»

Auch bei der Schulgemeinde ist die Steuerkraft gestiegen

Bei den Schulfinanzen sieht es ebenso gut aus wie bei den Gemeindefinanzen. Es wird mit 365'000 Franken zwar auch ein praktisch gleich grosses Defizit wie 2019 prognostiziert und der Beitrag an den Lastenausgleich zwischen den Schulen steigt. Doch das ist auch hier der gestiegenen Steuerkraft zuzuschreiben.

André Schwarz führte zum letzten Mal durch das Schulbudget: Das neue Beitragsgesetz scheine sich für Bottighofen tatsächlich positiv auszuwirken, sagte er. Obwohl die Schule Bottighofen seit Jahren davon spreche, dass sie früher oder später mit dem Steuerfuss rauf müsse, zeigt sich jetzt, dass 38 Prozent auch langfristig im Finanzplan genügten.

Dario My, Schulpräsident.

Dario My, Schulpräsident.

Nicole D'Orazio

Der neue Schulpräsident Dario My bedankte sich für die hervorragende Einführung durch Yvonne Preiss, die bereits seit 1996 für die Schule Bottighofen im Dienst ist, ob angestellt oder früher als Mandatsträgerin. My betonte, dass der neue Schulleiter Hans Amrhein Ruhe in die Schule Bottighofen gebracht habe. Die Lehrpersonen seien ebenfalls sehr zufrieden mit Amrhein.

Biodiversität ist gut für die Kasse

«Gut für die Natur und die Gemeindekasse», so preist sich das kantonale Projekt «Vorteil naturnah» an, bei dem bis jetzt Eschlikon und Sirnach mitmachen. Der neue Gemeindepräsident Matthias Hofmann führt nun auch Bottighofen auf den grünen Pfad der Tugend. «Mit dem Budget haben sie uns 8000 Franken für die Projektierung bewilligt», informierte er die Bottighoferinnen und Bottighofer. Was für die Natur ein Gewinn ist, soll auch die Gemeindekasse schonen; mittelfristig habe der Werkhof mit den naturnahen Grünflächen weniger Aufwand im Unterhalt. Der Kanton wird über vier Jahre die Hälfte der Projektkosten bis 50'000 Franken übernehmen. (mth)

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