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Bottighofen: Die Entscheidung rückt näher

Am 10. Februar gilt es ernst. Dann wählen die Bottighofer im zweiten Wahlgang ihren neuen Gemeindepräsidenten. Die drei Kandidaten – Matthias Hofmann, Beat Müller und Michael Thurau – blicken gespannt auf den grossen Tag.
Martina Eggenberger Lenz
Die drei Kandidaten für das Gemeindepräsidium von Bottighofen: Matthias Hofmann, Beat Müller und Michael Thurau. Hier stossen sie nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des ersten Wahlganges an. (Bild: Reto Martin)

Die drei Kandidaten für das Gemeindepräsidium von Bottighofen: Matthias Hofmann, Beat Müller und Michael Thurau. Hier stossen sie nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des ersten Wahlganges an. (Bild: Reto Martin)

Matthias Hofmann:

Matthias Hofmann. (Bild: Andrea Stalder)

Matthias Hofmann. (Bild: Andrea Stalder)

Herr Hofmann, jüngst hat die Bürgerliche Vereinigung eine Wahlempfehlung für Sie ausgesprochen. Was bedeutet Ihnen diese Unterstützung?

Selbstverständlich freue ich mich und bin dankbar dafür, dass sich die Bürgerliche Vereinigung für mich einsetzt. Ebenso hat sich die Arbeitnehmervereinigung für mich als einzigen wählbaren Kandidaten ausgesprochen. Auch darüber freue ich mich sehr. Aber eine Wahlempfehlung ist noch kein Wahlentscheid. Insofern werde ich mich, wann immer möglich, neben meiner Arbeit, bei den Einwohnern vorstellen.

Sie lagen im ersten Wahlgang nur 30 Stimmen hinter Beat Müller zurück. Wie einfach ist es, diesen Abstand aufzuholen?

Ich habe gelernt – als Unternehmer, als Militär und als Familienvater, dass nichts im Leben einfach ist. Alles im Leben muss man sich erarbeiten. Dies gilt umso mehr, wenn man das Vertrauen einer Gemeinde erlangen will und sich neu für dieses politische Amt bewirbt. Sie sind mit dem Handicap angetreten, im Dorf noch nicht so bekannt zu sein. Glauben Sie, Sie konnten dieses Defizit genügend aufholen?

Man kennt mich – zugegebenermassen – nicht so gut, wie meine Mitbewerber. Aber, wie die Stimmen zeigen, scheinen mich doch mehr Personen zu kennen und mir zu vertrauen, als im Vorfeld von anderen wahrgenommen wurde.

Was ist Ihrer Meinung nach das dringendste Thema in Bottighofen?

Das klingt ein wenig so, als wenn Bottighofen dringende Probleme hätte, die es zu lösen gäbe. Das hat unsere Gemeinde nicht. Jedoch stehen schwierige Aufgaben im Finanz- und Raumplanungsbereich an. Konkret nenne ich den Finanzausgleich oder auch die Verwendung der Parzelle Schlösslizelg. Und daraus können sich die einen oder anderen schmerzlichen und einschneidenden Entscheidungen ergeben, damit wir weiterhin eine der führenden Gemeinden im Kanton Thurgau bleiben.

Wie würden Sie es angehen?

Wir müssen aber lösungsorientiert nach vorne schauen, auftretende Fragen und Aufgaben analysieren und sachorientiert angehen, Alternativen überlegen, dem Volk vermitteln und Entscheidungen fällen. Ganz wichtig ist es, den offenen und transparenten Dialog mit den Bürgern zu führen und diese in den Prozess einzubinden.

Warum sind Sie besser als die anderen zwei Kandidaten?

Wer besser oder schlechter ist, müssen andere beurteilen. Politisch unverbraucht, aber in der Exekutive nicht unerfahren, parteipolitisch unabhängig und gut vernetzt, kann ich auf alle Anliegen in der Bevölkerung eingehen. Ich bin in Bottighofen zu Hause und inzwischen verwurzelt, jedoch nicht verbandelt.


Beat Müller:

Beat Müller. (Bild: Andrea Stalder)

Beat Müller. (Bild: Andrea Stalder)

Herr Müller, Ihr Vorsprung im ersten Wahlgang war knapp. Wie wird es möglich, zusätzliche Stimmen zu gewinnen?

Mit etwa einem Viertel mehr Stimmen habe ich mich über das Ergebnis gefreut. Entsprechend ist es wichtig, dass ich wieder auf diese Wähler zählen kann. Ich vertraue darauf, dass für die Wahl Kompetenzen, Ideen und Menschlichkeit entscheidende Kriterien sein werden.

Bei Ihnen war das vorherrschende Thema das Pensum. Sie haben sich gegen den Entscheid Ihrer Kollegialbehörde gestellt. Was sagt das über Ihre Teamfähigkeit aus?

Ich stehe hinter dem Kollegialitätsprinzip und bin ein überzeugter Teamplayer. Ich stelle mich nicht gegen den Gemeinderat, sondern kandidiere als Privatperson und kommuniziere ehrlich. Für mich kommt das Amt nur mit dem aktuellen Pensum, mit dem es auch budgetiert ist, in Frage. Es gibt viele Aufgaben, die gemäss Gemeindeordnung nicht delegiert werden können, wie zum Beispiel die Leitung der Verwaltung, des Bauwesens und der Werkbetriebe. Bei einer Wahl nehme ich diese in jedem Fall an.

Was ist Ihrer Meinung nach das dringendste Thema in Bottighofen?

Es gibt einen ganzen Strauss. Zentral geht es um die Folgen des Finanzausgleichs. Doch auch die Raumplanung abzuschliessen, das Bevölkerungswachstum verträglich zu gestalten und die hohe Lebensqualität zu sichern, werden von Bedeutung sein.

Wie konkret würden Sie die Probleme angehen?

In Bezug auf die Folgen des Finanzausgleichs wird es einerseits darum gehen, wie diese kompensiert werden können. Andererseits möchte ich mich proaktiv engagieren und «Schlimmeres» verhindern, anstatt auf gefällte Entscheidungen zu reagieren. Mir ist eine gründliche Analyse, Bewertung und Priorisierung im Gemeinderat wichtig und dass das Erreichte beurteilt wird.

Als Präsident der Männerriege haben Sie das Ohr nah am Volk. Wo drückt der Schuh?

Es ist wichtig, dass unser Dorf eigenständig bleibt und gute Beziehungen zu den Nachbargemeinden und zum Kanton pflegt. Der Status quo ist sehr gut, die Bedenken beziehen sich darauf, ob das so bleibt. Deshalb ist vorausschauendes Handeln gefragt. Den Einwohnern ist es wichtig, rechtzeitig über den Stand der Dinge bei Projekten wie dem Reka-Dorf informiert zu sein.

Warum sind Sie besser als die anderen zwei Kandidaten?

Ich bin nicht besser, aber ich wäre der bessere Gemeindepräsident, da ich mich vollumfänglich um die Gemeinde kümmern würde und keine Termin- oder Interessenkonflikte mit einer Haupttätigkeit hätte. Zudem bringe ich Erfahrung aus dem Gemeinderat und 30 Jahre Berufserfahrung mit. Ich kenne das Dorf und die Menschen. Beide liegen mir am Herzen.


Michael Thurau

Michael Thurau. (Bild: Andrea Stalder)

Michael Thurau. (Bild: Andrea Stalder)

Herr Thurau, beim ersten Wahlgang lagen Sie 38 Stimmen hinter Beat Müller zurück. Ist das ein Abstand, der aufzuholen ist?

Wahlen sind immer spannend, oft auch knapp. Für den zweiten Wahlgang rechne ich mir auf jeden Fall gute Chancen aus.

Wie wollen Sie am 10. Februar zusätzliche Stimmen gewinnen?

Durch die vielen positiven Rückmeldungen – gerade auch im Zusammenhang mit der Schule Kreuzlingen – bin ich davon überzeugt, dass die Menschen in Bottighofen merken, dass ich für Gradlinigkeit und Offenheit stehe. Es gibt immer wieder viele konstruktive persönliche Gespräche, die ich und meine Unterstützer laufend führen.

Die Bürgerliche Vereinigung empfiehlt neu auch Matthias Hofmann zur Wahl. Ist das für Sie ein Nachteil?

Nein, dies treibt mich erst recht an, mein Bestes zu geben. Aber ich gebe offen zu, es wäre mir lieber gewesen, wenn die Bürgerliche Vereinigung sich hier klar nur hinter mich gestellt hätte.

Was ist aus ihrer Sicht das dringendste Problem von Bottighofen?

Der Finanzausgleich ist ein grosses Thema. Dabei hilft mir meine Finanzkompetenz und die bereits bestehende Vernetzung im Kanton und der Region. Wichtig ist aber auch, Eckpfeiler in der Gemeindeentwicklung zu setzen. Wir müssen uns in infrastruktureller, organisatorischer und sozialer Hinsicht diesem Thema stellen. Viele Themen wie der Hafen mit Schlösslizelg, Energiepolitik, Raumplanung und Verkehrsführung sind vorbereitet. Diese gilt es umsichtig und mit der nötigen Entscheidungskraft voranzutreiben.

Und wie wollen Sie das konkret angehen?

Der Finanzausgleich ist bereits verabschiedet. Jetzt muss die Gemeinde tätig werden, damit der Steuerfuss weiterhin attraktiv bleibt. Zudem muss eine weitere Änderung der entsprechenden Grundlagen in die richtige Richtung gebracht werden. Das heisst, Allianzen schliessen und aktiv an Modellen mitarbeiten. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung müssen innovative Köpfe nach Bottighofen gebracht werden. Energiepolitisch habe ich die Vision, Bottighofen energetisch unabhängig zu machen.

Sie verfügen über die grösste Erfahrung in der Behördenarbeit. Unterschätzen Quereinsteiger die Belastung eines solchen Amtes?

Sicherlich. Es ist gut, viel Erfahrung aus Behördentätigkeiten mitzubringen. Mein zusätzlicher Vorteil ist, dass ich mich seit langem politisch in verschiedenen Gremien eingesetzt habe.

Warum sind Sie besser als die anderen zwei Kandidaten?

Weil ich am besten qualifiziert bin. Ich kenne das Dorf sehr gut, bringe die meiste politische Erfahrung mit.

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