Bottighofen
Das Geld fliesst, der Verkehr stockt

Bottighofen entscheidet an der Gemeindeversammlung über Kreditanträge in Höhe von 1,3 Millionen Franken. Finanziell kann sich die Gemeinde am See die Investitionen leisten: 2020 erzielte sie einen Ertragsüberschuss von rund einer Million Franken.

Emil Keller
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Der Bottighofer Gemeindepräsident Matthias Hofmann führt die Versammlung durch.

Der Bottighofer Gemeindepräsident Matthias Hofmann führt die Versammlung durch.

Bild: Emil Keller

«Wir können finanziell auf ein erfreuliches Jahr 2020 zurückblicken», sagte Gemeindepräsident Matthias Hofmann zu Beginn der Rechnungsversammlung im Dorfzentrum Bottighofen. Grund hierfür ist ein Ertragsüberschuss von knapp 1,03 Millionen Franken. Ausserordentlich hohe Grundstückgewinnsteuern von knapp 350'000 Franken sowie eine einmalige Steuerrückzahlung einer juristischen Person in Höhe von 300'000 Franken führten zu unvorhergesehenen Mehreinnahmen.

Weniger Einnahmen gab es aufgrund der Coronapandemie durch die Vermietung des Dorfzentrums. Den Pächtern der Badi Röösli wurde aufgrund der schwierigen Situation zudem die gesamte Miete für 2020 erlassen.

Frage nach einer Steuersenkung

Mit den Zahlen waren die Anwesenden zufrieden und wiesen den Gewinn dem Eigenkapital zu, welches mittlerweile auf stattliche 18 Millionen Franken angewachsen ist. «Könnte man für die nächsten Jahre nicht eine Steuersenkung ins Auge fassen?», wollte jemand wissen. Die Gemeindebehörde sei derzeit daran, einen Finanzplan auszuarbeiten. Gemeindepräsident Hofmann sagte:

«Dann sehen wir, wo die Reise in den nächsten zehn Jahren hingeht und können entscheiden, wie hoch der Steuerfuss sein muss.»

Danach galt es die Sanierung der Gottfried Kellerstrasse sowie die Erneuerung von zwei Trafostationen gutzuheissen. Die 48 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger schenkten der Behörde ihr Vertrauen und genehmigten alle geplanten Investitionen in einer Gesamthöhe von 1,3 Millionen Franken.

Krankenwagen bleibt im Stau stecken

Schliesslich liess ein Votant bezüglich der Verkehrssituation in der Gemeinde ordentlich Dampf ab:

«Unsere Gemeinde hat ein riesen Verkehrsproblem, welches mindestens weitere zwei Jahre so andauern wird.»

Er habe beobachtet, dass teilweise nicht einmal mehr der Krankenwagen durch die verstopfte Hauptstrasse kommt und lokalisiert den Grund dafür in der Sanierung der Kreuzlinger Romanshornerstrasse.

«Das Verkehrsproblem bestand schon vor den Bauarbeiten», sagte Hofmann und erklärte, dass die Gemeindebehörde bereits in Kreuzlingen und beim Kanton vorstellig geworden sei. «Wir stossen auf offene Ohren, nur passiert leider nicht viel.» Für den Votanten eine unbefriedigende Antwort: «Wenn die Verantwortlichen nichts unternehmen, müssen wir Bottighofer selbst intervenieren.» Sonst stehe der Stau bald bis nach Altnau.