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Bodensee-Wakeboarder müssen warten

Auch der zweite Anlauf für die Anlage in Romanshorn ist gescheitert. Zudem wird Kritik laut.
Tanja von Arx
Wie hier in Kefikon sollen Wassersportler künftig auf dem Bodensee ihren Spass haben. (Bild: Reto Martin)

Wie hier in Kefikon sollen Wassersportler künftig auf dem Bodensee ihren Spass haben. (Bild: Reto Martin)

Angefangen hat alles mit lauter Begeisterung, doch jetzt folgt ein Stolperstein auf den anderen. Schon vor zwei Jahren wollte ein Verein den ersten Wakepark auf dem Bodensee ins Leben rufen, die beliebte Sportanlage mit Lift und Brett. In Romanshorn sollte die Installation zwischen Seedamm und Ufermauer aufgebaut werden. Doch: Wie es auf Anfrage heisst, wird daraus nichts – jedenfalls vorläufig.

«Definitiv keine leichte Entscheidung»

«Der Entscheid ist dem Vorstand alles andere als leicht gefallen», teilen die Verantwortlichen mit. Und meinen damit, dass die Anlage voraussichtlich erst nächstes Jahr realisiert wird, nicht heuer wie geplant. «Nach Erhalt der städtischen Bewilligung im Juni konnten wir den Kaufvertrag abschliessen und die Installation für Ende Juli vereinbaren. Doch kurz vor dem Aufbau kamen Fragen zur Standortpositionierung auf.» In der Folge hätte der Termin abgesagt werden müssen und alles eingelagert.

Die Fragen habe man unterdessen geklärt, heisst es weiter. «Im Zuge zeitlicher Verschiebung galt es indes zu entscheiden, ob die Anlage noch dieses Jahr nur für wenige Wochen in Betrieb genommen wird oder eine Verlängerung der Konzession beantragt, das für dieselbe Betriebsdauer von April bis Oktober 2020.» Laut dem Vorstand verschöbe sich die Inbetriebnahme um weitere zwei bis drei Wochen, da man neue Termine mit den Baufirmen vereinbaren müsse. Dementsprechend auf die zweite Augusthälfte. «Da der Auf- und Abbau sehr teuer ist, würde das Budget für die sehr kurze Betriebsdauer nicht ausreichen.»

Die finanziellen Ressourcen sind äusserst knapp

Besonders weil viele einen unterstützt hätten, wollen die Verantwortlichen gemäss eigenen Angaben nicht leichtfertig mit den knappen finanziellen Ressourcen umgehen. «Bis anhin durften wir zahlreiche Crowdfunding-Beiträge aus Romanshorn und Umgebung erhalten.» Auf Social Media habe man ausserdem über 2300 Follower, teils bekannte Restaurants, Vereine und Sportclubs. «Auch die Behörden haben uns sehr unterstützt, sodass wird mit der Planung und Realisierung gut vorangekommen sind.»

35000 Franken Crowdfunding

Der Verein Wakepark Romanshorn will eine entsprechende Wassersportanlage für die Regionen Thurgau und St. Gallen realisieren. Die Romanshorner Bucht erachtet der Vorstand dafür als geeignet. Der Wakepark soll von Frühling bis Herbst in Betrieb sein und im Winter eingelagert werden: Der Lift wäre reversibel. Zur Wasserskizone hin würde die Anlage mit Bojen abgegrenzt. Über Crowdfunding kamen bis im Frühling rund 35 000 Franken zusammen, zusätzlich Dienstleistungen. (tva)

Der Wakepark soll ab nächstem Jahr von Frühling bis Herbst geöffnet sein. «Und allen Supportern, den Romanshornern sowie den umliegenden Regionen viel Freude bereiten.» Für die grosse Unterstützung will sich der Vereinsvorstand noch einmal bedanken. «Wir sind überzeugt, dass die Anlage eine tolle Sportattraktion für Stadt und Region wird.»

Gegner befürchten Verschandelung

Urs Martin, SVP-Kantonsrat. (Bild: Donato Caspari)

Urs Martin, SVP-Kantonsrat. (Bild: Donato Caspari)

Derweil beobachten die Entwicklung nicht alle positiv. Der Romanshorner Kantonsrat Urs Martin zum Beispiel befürchtet «Zusammenstösse bei höherer Geschwindigkeit», denn heute würde das Gelände bereits für Wasserski genutzt. Ausserdem würde «mit einer Art Skilift in mehreren Metern Höhe über dem Seebecken das überregional bekannte Ortsbild und der einmalig schöne Seepark, in den wir jedes Jahr zu Recht gegen eine Million Franken Steuergelder investieren, verschandelt». Martin fürchtet gar um das «Inseli» als historisches Ortsbild, das «möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen» werde.

Der Kantonsrat fordert den Stadtrat dazu auf, die Notbremse zu ziehen, bevor «ein Filetstück verunstaltet» werde – «nur, damit ein paar spass-süchtige Individuen ihren Hobbies auf Kosten der Allgemeinheit nachgehen» könnten.

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